Resident Evil: Apocalypse

Regisseur Alexander Witt lässt in Resident Evil: Apocalypse, dem zweiten Teil der Videospiel-Verfilmung, eine schwer bewaffnete Milla Jovovich erneut gegen Zombiehorden und Monster kämpfen und präsentiert dabei einen Film fern ab jeder Form von nachvollziehbarer Logik und Handlung.

Resident Evil: Apocalypse

Der von der Umbrella-Corporation in einem geheimen unterirdischen Labor entwickelte T-Virus, der Tote wieder zum Leben erweckt, tritt im Resident Evil-Sequel Resident Evil: Apocalypse an die Erdoberfläche und lässt die mehrheitliche Bevölkerung von Raccoon City als Zombies wieder auferstehen. Die Hauptfigur des ersten Teils, Alice (Milla Jovovich), ist diesmal ebenfalls mit dem Virus infiziert, verfügt deshalb aber über eine gesteigerte Sinneswahrnehmung und übernatürliche Kräfte. Gemeinsam mit weiteren Überlebenden, wie dem charismatischen Carlos Oliviera (Oded Fehr) und der Polizistin Jill Valentine (Sienna Guillory), die sich zu Beginn des Films eigens für den Kampf gegen die angriffslustigen Leichen mit mehreren Schusswaffen und einem Mini-Rock ausrüstet, versucht sie aus der mittlerweile unter Quarantäne gesetzten Stadt zu entkommen. Nebenbei müssen sie das kleine Mädchen Angie (Sophie Vavasseur) finden, da diese die Tochter des Virus-Erfinders Dr. Charles Ashford (Jared Harris) ist, welcher sie im Gegenzug via Kameraüberwachung und Telefonzellen durch die Stadt zu einem Hubschrauber leitet. Dass dies auch nichts Neues ist, sondern sehr dem „Simon Says“-Spiel aus John McTiernans Die Hard with a Vegeance (Stirb Langsam: Jetzt erst recht, 1994) ähnelt, überrascht einen in der mittlerweile zweiten Hälfte des Films auch nicht mehr. Die Rettung erschwert sich in Resident Evil: Apocalypse allerdings erheblich durch die Tatsache, dass diesmal sogar die begrabenen Toten des städtischen Friedhofs auferstehen und dass Alices Freund aus dem ersten Teil der Videospiel-Verfilmung zu einem riesigen Fleischklops-ähnlichen Monster in Lederklamotten mutiert ist und mit einem Raketenwerfer bewaffnet Jagd auf sie macht. Auch weitere unbeholfen digital erzeugte Kreaturen, die scheinbar direkt aus dem Computerspiel auf die Leinwand gelangt sind, ohne sie auch nur ein wenig in die filmische Ebene eingearbeitet zu haben, trachten nach dem Leben der ewig lässigen Protagonisten.

Resident Evil: Apocalypse

So mies das ganze klingt, ist es auch. Paul W. S. Anderson, der bei Resident Evil noch Regie führte, ist nun nur noch für das Drehbuch verantwortlich und somit auch für die wenigen Dialoge, die etwas einer kohärenten Handlung ähnliches vermitteln sollen. Diese sind willkürlich zwischen die große Ansammlung von ebenso wenig überzeugenden Action-Szenen geschnitten. Das ganze wird dadurch noch unübersichtlicher und vor allem noch uninteressanter.

Alexander Witt führte das erste Mal Regie und war zuvor nur für sein Schaffen als Second-Unit-Regisseur für die Action-Sequenzen in Filmen wie Gladiator (2000), Black Hawk Down (2001) und für seine Arbeit als Kameramann etwa für The Hunt for Red October (Jagd auf Roter Oktober, 1990) bekannt. Gerade deshalb ist es nicht nachzuvollziehen, weshalb selbst die Vielzahl von Explosionen und Schießereien, attackierende Zombies und Monster und die schnellen Kampfszenen nur schlecht aussehen und vor allem schnell langweilen. Anstelle eines eigenständigen Regie-Debüts liefert Witt eine Aneinanderreihung von plump abgekupferten Motiven, wie aus John Carpenters Escape from New York (Die Klapperschlange, 1981), bei dem er sich der dunklen, bedrohlichen Atmosphäre der hermetisch abgeriegelten Stadt bedient, aus der die Hauptfiguren flüchten wollen. Das Fleisch gewordene Nemesisprojekt im Ledermantel erinnert zu stark an die Art des Terminators von James Cameron, an dessen Inszenierungsstil sich Witt auch zusätzlich bedient. Aus Predator (1986) (auch John McTiernan) entnimmt sich der Film die gesamte Inszenierung der aggressiven und agileren Monster. Dass sich Witt bei den Aufnahmen der Zombiescharen und den Charakteren der schießwütigen Überlebenden an George A. Romeros Zombie - Dawn of the Dead (Zombie, 1977) hält, ist dann schon fast nahe liegend. Er ist dabei jedoch nicht in der Lage, diese Motive in einen in sich geschlossenen oder auch nur spannenden Film zu betten.

Resident Evil: Apocalypse

Im großen Finale erkennt der mutierte Muskelberg seine frühere Partnerin wieder und verbündet sich mit ihr. Nach folgenden unübersichtlichen Kampfszenen mit den Söldnertrupps des Umbrella-Konzerns und dessen Chef, Major Cain (Thomas Kretschmann), dem „Entgegener“, gelingt die Flucht. Auch diese reiht sich weiterhin in die lange Liste der schlecht inszenierten Action-Szenen dieses Films ein: Alice und ihre neu gewonnen Freunde fliegen mit dem Hubschrauber durch die Druckwelle einer detonierenden Atombombe, die Cain auf die Stadt werfen ließ, um sein Treiben als größenwahnsinniger Bösewicht zu vertuschen und das Unglück als die Folgen einer Reaktorschmelze aussehen zu lassen...

Freunde des teuren Trashs (Budget geschätzte 50 Millionen Dollar), denen fehlende Dramaturgie, billige Action und schlechte Special-Effects egal sind, werden bei Resident Evil: Apocalypse ganz auf ihre Kosten kommen, dem übrigen Publikum sei vom Kauf einer Kinokarte unbedingt abgeraten.

 

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Kommentare


anonym

Die Kampfszenen waren aus meiner Sicht überhaupt nicht billig oder eintönig. Resident Evil:Apocalypse ist in meinen Augen auch kein Horrorfilm sondern eher ein Actionfilm. Die Darsteller haben alle in ihren Rollen überzeugt, dass einzige was nicht so toll gelungen ist, das sich der Film nur Vage an dem Spiel orientiert. Alles in allem ein besserer Film als z.B. Matrix2-3(dort waren die Kampfszenen eintönig und billig)


peterpan

Gut das es nur eine persönliche Meinung ist...und nicht repräsentativ für Alle Fans von Resident Evil steht.
Was billig oder langweilig ist für den Einen, ist für den Anderen spannend und klasse gemacht. Also Jeder muß es für sich selbst entscheiden..denn wie Alles im Leben ist es oft reine Geschmacksache. Außerdem möchte man unterhalten sein und nicht umbedingt tolle und geißtreiche Dialoge vernehmen. Dafür gibt es andere Filme wo man Dieses bekommt. Also bei so einem Film geht es nur um Aktion und Unterhaltung..also reines Popcorn-Kino! Viel Spass beim anschauen! Und bildet eure eigene Meinung denn nur das zählt für Euch...und nicht jeder Film muss Jedem gefallen..gell?! :-)


Lars

@ die beiden über mir. Sorry wenn ich das sage, aber ihr habt echt keine Ahnung von Filmen, wie kann man die Kampfszenen von Re:A mit Matrix vergleichen? Zugegeben, Matrix 2+3 sind auch nicht DIE super Filme, aber tausendmal besser als Re:A.
Resident Evil wurde völlig falsch verfilmt, anstatt einen billigen Actionstreifen draus zu filmen, hätten die lieber nen Horrorfilm draus machen müssen, wie sich das auch für ein Zombie Film gehört


Weber Matthias

Ich hab den Film zwar noch nicht gesehen aber ich finde alles was ich bis jetzt darüber erfahren habe keineswegs langweilig, im Gegenteil. Es ist nicht immer leicht ein Videogame in eine Verfilmung umzusetzen. Erst recht nicht ein so anspruchsvolles wie RESIDENT EVIL in dem nicht gleich die ganzen Hintergründe aufgedeckt werden wie z.B. wer hinter UMBRELLA steckt.Resident Evil- Fans werden trotzdem auf ihren Spaß kommen weil sie froh sind, dass es überhaut zu einer Videospielverfilmung gekommen ist und da ist etwas Abwechslung gar nicht so verkehrt.Allerdings hätte man im ersten Teil mehr Handlungen einbauen können und nicht nur Geballer im Labor,Hauptcomputer Runter und dann Wieder hoch und schließlich raus. Genial fand ich die Schlußszene. Dort Habe ich auf einen Zweiten Teil gehofft und jetzt ist er endlich da. Ich freu mich schon drauf und ich bin mir sicher, dass ich da nicht der einzige bin. Ich wünsche allen R.E.-Fans viel Gaudi und Grusel im Kino.


schelm

also nachdem ich vor kurzem im tv vom ersten teil sehr positiv überrascht wurde, war ich nach ausleihen der re:a - dvd doch etwas enttäuscht. ich kenne das spiel nicht, und kann daher nicht urteilen, ob das daher eine gelungene verfilmung ist, ich hatte jedenfalls den eindruck, dass nach dem ersten film mit der fortsetzung (und dem wohl stark gestiegenen budget...) versucht wird, ordentlich kasse zu machen. so ist das halt... der erste war ein schöner film wie z.b. auch matrix 1 und viele andere.... ERSTE filme ;-)


Avenger

ich muss mich einige meiner Vorgänger anschließen. Bei dem was zeitweise über die Kinoleinwände flimmert ist der Film noch ein Traum dagegen! Derzeitiges Beispiel "Frau mit Hund sucht man mit Herz" ist nicht nur aufgrund des stupid gehaltenen titels abschreckend, sondern auch inhaltlich quasi "im westen nichts neues". Von anderen Filmen wie "Verliebt in eine Hexe" mal ganz zu schweigen. Zum Erscheinungstermin des Filmes hatte er mit starker Konkurenz zu lebn und auch vielen hing noch die Qualität eines Peter Jackson im Hinterkopf. Daher finde ich seit je her das der Film zu schlecht bewertet worden ist. Vor allem erwähnenswert ist es das irgendein Kritiker einmal draufgekommen ist schlechtes über den Film zu sagen und dann wurde 1000 fach abgekupfert. Schlechte Kritiken ohne erklärung waren die Folge, was ich seeeeeeehr schade finde.

Mir ist klar das ich als Fan der Resident Evil Reihe den Film immer besser bewerten werde, aber es sollte wohl jeder den Film gesehn haben und sich sein eigenes Urteil bilden. Ich finde ihn geil und freue mich schon wie verrückt auf den 3ten Teil, mfg Avenger


Spawny

Scheiss Film (musste ich hier mal loswerden) *g*


Unter vielen Unlogischen und billigen Szenen finde ich eine Szene immernoch am dümmsten: Die Jill Valentine spaziert mit der kleinen Angie aus der Kantine (in der die Hunde Sie angriffen) während Alice die noch brennende Kippe zur Tür wirft, während zufällig gerade die Hunde durchs Fenster springen und die kippe durchfliegt. Natürlich wusste sie auch das Jill vorher den Gasherd aufgedreht hatte. Warum sollte sie sonst ne kippe nach den Hunden werfen ? *Loooool*


Dark

Also erst mal an Spawny:
Ich würde mal sagen das Alice einfach durch das Fenster in der Tür alles mitverfolgen konnte was sich in der Kantine abgespielt hatte und sich schon mal auf ihren nächsten coolen auftritt vorbereitet hat.

Und an sonsten fand ich den Film richtig gut, vor allem das ende lässt einem Vermuten was im 3. Teil passieren könnte ich freu mich schon auf RE 3.


Max Payne

Sinnlos, bescheuert und keine Story !
Solche beschissenen Filme gibt es leider immer häufiger !
Aber nachdem so guten Vorgänger diesen versauten total langweiligen absolut bescheuerten Film in den Kinos laufen zu lassen !
Ich hätte die Leinwand danach zerhaun können weil der Film so schlecht war !






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