Per Anhalter durch die Galaxis

Die langerwartete Verfilmung des erfolgreichen Romans von Douglas Adams bemüht sich zwar zunächst um Werktreue, streicht die Vorlage dann aber an den falschen Stellen zusammen. Mit Slapstick und Spezialeffekten ist Per Anhalter durch die Galaxis noch leidlich unterhaltsam.

Per Anhalter durch die Galaxis

Es ist nicht ungefährlich, sich in die Weiten des Universums zu begeben. Aber für solche Fälle gibt es ja den Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis, der genau Auskunft darüber gibt, wie man die Wunder der Galaxis für weniger als dreißig Altair-Dollars am Tag zu sehen bekommt.

Es ist nicht ungefährlich, ein Buch zu verfilmen, das eine so große, treue und empfindliche Gefolgschaft hat wie Douglas Adams’ Science-Fiction-Parodie Per Anhalter durch die Galaxis (The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy). Es gibt keinen Reiseführer für ein solches Unterfangen und keine Anleitung, und wahrscheinlich kann man es den Fans keinesfalls recht machen, auch wenn der Autor selbst bis zu seinem frühen Tod im Mai 2001 am Drehbuch geschrieben hat.

Ein bisschen scheinen Regisseur Garth Jennings und Drehbuchautor Karey Kirkpatrick vorsichtshalber in Deckung zu gehen, wenn sie beteuern, dass wesentliche Veränderungen zum Roman, die im Drehbuch gemacht wurden, von Douglas selbst stammen: Als seien sie sich nicht besonders sicher, ihre Sache gut gemacht zu haben.

Protagonist Arthur Dent (Martin Freeman) erwischt einen besonders schlechten Tag, an dem zunächst sein Haus eingerissen und dann die Erde durch Vogonen vernichtet wird. Glücklicherweise stellt sich kurz zuvor heraus, dass sein Freund Ford Prefect (Mos Def) von einem anderen Planeten stammt und für den Per Anhalter durch die Galaxis Recherchen betreibt.

Per Anhalter durch die Galaxis

Mit Fords Hilfe gelingt es Arthur, die Erde kurz vor ihrer Zerstörung zu verlassen, und nach einigen Unbillen landen sie schließlich an Bord des Raumschiffs Herz aus Gold, das sein Freund Zaphod Beeblebrox (Sam Rockwell) gemeinsam mit Trillian (Zooey Deschanel) gestohlen hat. Begleitet von dem depressiven Roboter Marvin begeben sie sich auf die Flucht vor den Vogonen und auf die Suche nach dem geheimnisvollen Planeten Magrathea sowie der Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest, jener ultimativen Frage, von der man nur weiß, dass die Antwort „42“ lautet.

Dass sich im Verlauf des Films das Gefühl einstellt, die einzelnen Szenen seien nur lose miteinander verbunden, von einem Spannungsbogen keine Spur, kann man dem Film nur bedingt zum Vorwurf machen: Schon der Roman war nicht hauptsächlich durch seine elegante Erzählstruktur aufgefallen. Er glänzte durch feinsinnigen Humor und Wortwitz, seltsame Charaktere und aberwitzige Wendungen.

Dem Film gelingt es leider nicht, diese Stärken adäquat auf die Leinwand zu übertragen. Für ihre Fernsehadaption von 1981, die allein schon durch ihre legendär trashige Ausstattung zu einiger Berühmtheit gelangte, entschied sich damals die BBC, eher Teile der Handlung fortzulassen als die einzelnen Dialoge zur Unkenntlichkeit zurechtzukürzen.

Jennings Film geht den umgekehrten Weg: Anstatt die Handlung zu verknappen, werden sogar noch ein, zwei neue Handlungsstränge hinzugeflochten, dafür wird die Schere bei den einzelnen Szenen angesetzt. Das führt einerseits dazu, dass viele Szenen für Zuschauer, die mit Adams’ Roman nicht vertraut sind, wahrscheinlich unverständlich bleiben müssen; andererseits werden sie sich fragen, was denn bitte an diesem Buch so witzig sein soll. Adams’ Humor braucht viel Zeit, um sich zu entwickeln. Wo etwa im Buch (und bei der BBC) Ford Prefect in einem längeren Dialog einen Bürokraten mit Argumenten dazu bewegt, sich in den Schlamm vor jenen Bulldozer zu legen, mit dem der Mann eigentlich Arthurs Haus abreißen wollte, bedient Ford sich im Film einer Palette Dosenbier, mit der er die Arbeiter zu einer Pause bewegt. Slapstick anstelle von surrealem Dialogwitz: Es liegen Welten zwischen diesen Humorvorstellungen.

Per Anhalter durch die Galaxis

In diesem reduzierten und beschleunigten Kosmos wirken die Schauspieler zuweilen so, als hätten sie sich versehentlich in den Film verirrt. Sam Rockwell spielt Zaphod Beeblebrox zwar angemessen überdreht, reduziert ihn aber auf die Figur eines ahnungslosen Dummkopfes. Einzig Bill Nighy als Slartibartfaß ist eine echte Freude: Leicht distanziert und ironisch steht er über dem hektischen Treiben.

Die komischsten Stellen des Films sind die, in denen der Romantext sich für einige Momente ungestört entfalten kann – und das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis selbst zitiert wird. Zwar fehlen auch hier oft jene Abschweifungen, die den Roman erst wirklich interessant machten, aber das mag man im Interesse einer gewissen Erzählökonomie noch hinnehmen.

Vieles ließe sich verzeihen, könnte der Film den fehlenden Sprachwitz durch anderes ausgleichen. Das gelingt jedoch nur gelegentlich mit schönen bildhaften Witzen, etwa wenn sich die gesamte Besatzung des Herz aus Gold in Wollpuppen verwandelt und Wollfäden erbricht. Das Production Design ist gelegentlich etwas glatt und die Vogonen aus Jim Hensons Werkstatt sehen aus, wie Puppen aus Jim Hensons Werkstatt zumeist aussehen, einige hübsche Spezialeffekte gibt es dennoch zu sehen.

Per Anhalter durch die Galaxis versäumt es, mit den Pfunden der Romanvorlage zu wuchern, und breitet stattdessen ihre Schwächen aus. Für einen halbwegs unterhaltsamen Kinobesuch reicht das Ergebnis immer noch aus, was nur beweist, wie unkaputtbar Adams’ Meisterwerk gegen alle Wahrscheinlichkeiten wirklich ist.

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Kommentare


Evil Wraith

Dieser Kritik stimme ich vollkommen zu. Ich habe das Gefühl, der Film sollte ein wenig Popcorn-Kino-Kompatibler gemacht werden, ohne dabei auf das schräge Oldschool-Sci-Fi-Design zu verzichten, das schon die TV-Vorlage ausmachte. Die Charaktere bleiben aber schwer auf der Strecke. Besonders Ford, in der TV-Version ein very britisher Zeitgenosse, wirkt hier doch eher lahm.


Dieter Bohn

Ich war gestern drin.

Und >natürlich< hatte ich Erdnüsse . . . und vor allem ein Handtuch dabei.
Aber das gerade hätte ich mir sparen können. Denn das Beste am Film war, dass auf jedem Kinositz ein Handtuch, gesponsort von Nokia, lag.

Der Rest des Filmes zitiert die besten Stellen des Buches und setzt die Handlung irgendwie neu zusammen.

Dabei geht der very-british-touch zuungunsten einer amerikanisch anmutenden Effektschlacht verloren - einschließlich Happy End (Sakrileg!)

Note: 4-

Ich bleibe bei den Büchern . . . und dem Fernsehfilm - der ist 10 mal besser!

Dieter Bohn


Felixine67

für mich war der film einfach nur dürftig.ich weiß nicht was daran komisch sein sollte...na gut...marwin das ist aber auch schon alles was man an dem film gut finden kann. für meine begriffe einfach nur "SCHROTT"


Sebastian Kulpok

Uff, war das ein Mist

Nachdem man diesen Film gesehen hat will man vom Regisseur 110 Minuten seines Lebens zurückhaben.
Die Story ist total skurril, Spannung kommt keine auf und das einzige lustige, die Zitate aus dem Ratgeber werden viel zu schnell und unverständlich erzählt (hab das Buch nicht gelesen).
Ausserdem hab ich viele Gags gar nicht verstanden... Froh war ich nur als der Film endlich zu Ende war.


max

was ihr alle habt das ist doch gut die witze und ford soll einen auseirdichen darstelen und keinen briten es ist ein wunder das es briten überhaubt ein zweites mal im universum gibt.






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