Ong Bak – Kritik

Ein Muay Thai-Kämpfer soll das gestohlene Haupt des Buddha-Schutzpatrons seines Dorfes wiederbeschaffen. Auf seiner Mission muss er eindrucksvoll alle erlernten Kampfkünste gegen eine Horde Finstermänner anwenden und im Stile eines Jean-Claude Van Damme Vollkontakt-Wettkämpfe überstehen.

Ong Bak

Wir alle erinnern uns an die Szene in Das Krokodil und sein Nilpferd (Io sto con gli ippopotami, 1979), in der Bud Spencer einem kreischenden und hüpfenden asiatischen Kämpfer gegenüber steht, ehe er ihn humorlos mit einem Schlag auf den Kopf zu Boden streckt. Tony Jaa nun, der Mann mit dem sprechenden und klingenden Namen, vereint beide Kampfarten. In Ong Bak verkörpert er den naiven Dörfler Boonting, der einem gestohlenen Buddha-Kopf hinterherjagt und dabei selbst zum Schädelspalter wird. Tatsächlich erinnert der Film in der ersten Hälfte wiederholt an die Klassiker der Spencer/Hill-Serie: auch in Ong Bak wird gezockt, gekämpft, gewitzelt und geflucht, bevorzugt in thailändischen Saloons. Die Verfolgungsjagden, so viel muss man Tony Jaa lassen, hätten einem Bud Spencer allerdings seine liebe Mühe bereitet und somit kann der Martial Arts-Film sich dann doch in dieser Hinsicht qualitativ absetzen.

Gelingt es einem, die schematische Geschichte, darstellerische Unzulänglichkeiten und inszenatorische Einfallslosigkeit außer Acht zu lassen, bietet der Film eine akrobatische Show mit Seltenheitswert. Regisseur Prachya Pinkaew kann dabei auf lange Einstellungen bis hin zu Plansequenzen zurückgreifen, denn er muss die Kämpfe nicht unnötig unterschneiden – die Darsteller bewegen sich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit und Präzision, die ihresgleichen sucht. Häufig wird der Eventcharakter noch hervorgehoben, indem Double- oder Triplecutting die spektakulärsten Stunts, zumeist in Zeitlupe, wiederholt.

Das Sehvergnügen lässt gegen Ende jedoch merklich ab, denn dann rückt Ong Bak von der unschuldigen Spencer/Hill-Vormittagsunterhaltung ab und meint, die Dramatik der Kämpfe mit sich potenzierender Gewalt steigern zu müssen. Das wirkt dann aber eher pornographisch als aufregend. So etwas wäre dem charmanten Nilpferd natürlich nicht passiert, dafür ähneln sich die Enden der beiden Filme in ihrem Pathos dann doch wieder.

 

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