Oktoberfest

In verschiedenen miteinander verknüpften Episoden wird vom letzten Tag der Münchner „Wiesn“ erzählt, an dem sich die Wege der unterschiedlichsten Menschen kreuzen.

Oktoberfest

Jedes Jahr findet im Herbst das Münchner Oktoberfest statt und zieht Besuchermassen aus der ganzen Welt an. Für diese zwei Wochen ist die Theresienwiese Schauplatz von exzessivem Alkoholkonsum und fast schon aggressiver Stimmungsmacherei. Bei einer so großen Ansammlung von Menschen in einer derartigen Ausnahmesituation drängt sich die „Wiesn“ natürlich auch als Schauplatz filmischer Aufarbeitungen auf. Herbert Achternbusch demonstrierte 1977 in seinem Bierkampf den ganzen Wahnsinn einer solchen Veranstaltung und verband das reale Fest als eigenständigen Protagonisten mit einer seiner typisch absurden Geschichten inmitten des großen Treibens.

Johannes Brunner, bisher vor allem als Regisseur von Kurzfilmen sowie als Dozent an der Münchner HFF tätig, will in seinem Spielfilmdebüt Oktoberfest höher hinaus. Statt sich auf einen Ausschnitt zu konzentrieren, versucht er das ganze Spektrum der „Wiesn“ mit all ihren guten und schlechten Seiten unter einen Hut zu bringen und scheitert naturgemäß daran. In verschiedenen Episoden wird sowohl von gewöhnlichen Besuchern als auch von den Menschen erzählt, die auf dem Oktoberfest ihren Lebensunterhalt verdienen. Durch seine Allgemeingültigkeit und seine Absicht alles erzählen zu wollen, gelingt es dem Film jedoch nicht Handlungsmotive zu vertiefen und über eine oberflächliche und rein illustrative Betrachtungsweise hinauszugehen.

Die behandelten Geschichten drehen sich hauptsächlich um die Liebe im weitesten Sinne und unterscheiden sich in ihrer vorhersehbaren Handlung und einer mit sämtlichen Klischees angereicherten Darstellungsweise kaum von einem durchschnittlichen Fernsehfilm. Zu allem Übel ist die Handlung auch noch eingezwängt in abgedroschene und hölzern wirkende Dialoge und selbst die Verkörperung durch deutsche Film- und Fernsehsternchen wie Barbara Rudnik und Peter Lohmeyer geht den gesamten Film nicht über ein unmotiviertes Aufsagen des Textes hinaus und bleibt ohne jegliche schauspielerische Feinheiten.

Gedreht wurde zwar vor Ort, der Originalschauplatz verschmilzt jedoch nicht mit den Protagonisten des Films, sondern bleibt nur beliebig austauschbare Hintergrundkulisse, deren Spiel aus Lichtern und Farben immer wieder von der Kamera mit pseudokünstlerischer Ästhetik eingefangen wird und perfekt als Tourismuswerbung funktioniert. Wer noch nie auf dem Oktoberfest war, dem wird es durch diesen Film jedenfalls nicht näher gebracht, weil das Fest im Film zu wenig mit dem realen Fest zu tun hat. Am Besten sollte man sich einfach Achternbuschs Bierkampf zu Gute führen. Das ist nicht nur ergiebiger und unterhaltsamer, sondern zeigt auch eine wunderbare schauspielerische Darbietung der erst kürzlich verstorbenen Annamirl Bierbichler.

Kommentare


Anna Riess

Durchaus ist diese geschichte ebenso fuer die Augen ein Genuss-als die Tackte fuer die Ohren..man kann gut nachvollziehen, dass man sich die Ohren zustoepselt..an diesem lauten Platz..denn in der Realitaet ists schon in den Morgenstunden um 10 voll mit lauten groelenden Italienern...man schaut ihnen verdutzt nach ob es nicht vielleicht doch einer aus dem Film ist-sehen ja alle gleich aus!!
doch die Geisterbahn laeuft gut..und es gibt sie schon ganze 33 Jahre!!!Durchaus ist diese Sache mit dem fest des Oktobers besser in einem bequemen Sessel zu ueberstehen, als im praktischen Sinne dort!!






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