Oh je, Du Fröhliche!

Eine Gruppe alleinreisender Kids sorgt auf einem Flughafen am Weihnachtsabend für allerlei Action. Klar, dass die tollpatschigen Erwachsenen da die Kontrolle über die ihnen anvertrauten Schützlinge verlieren.

Oh je, Du Fröhliche!

Weihnachten steht vor der Tür und mit dem Fest der Liebe auch ein ganz besonderes Genre: Der Weihnachtsfilm. Mit Oh je, Du Fröhliche (Unaccompanied Minors) versucht Warner, in dieser Saison an die Tradition der konfliktfreien Familienunterhaltung anzuknüpfen, die ihren vorläufigen kommerziellen Höhepunkt Anfang der 90er Jahre in dem Überraschungserfolg Kevin allein zu Haus (Home Alone, 1990) fand. Allein die erste Ausgabe der dreiteiligen Kevin-Reihe spielte über eine halbe Milliarde US-Dollar ein und machte aus Macaulay Culkin über Nacht einen weltweit bekannten Kinderstar. Auch Erwachsene konnten ihre (Schaden-)Freude bei dem ungleichen Kampf zwischen zwei trotteligen Einbrechern und einem für sie viel zu cleveren Jungen ausleben. Die Produzenten von Oh je, Du Fröhliche! zielen jedoch erkennbar auf ein deutlich jüngeres Kinopublikum.

Der Plot ließe sich am treffendsten als zielgruppengerechter Mix aus Spielbergs Terminal (2004) und dem Action-Klassiker Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz, 1979) beschreiben. Eine Gruppe von fünf alleinreisenden Kids – charakterlich wie äußerlich leicht in gängige Stereotypen wie verwöhnte Zicke, Technikfreak und Mädchenversteher zu unterteilen – setzt alles daran, aus dem am Vorweihnachtsabend eingeschneiten Hoover International Airport und den Fängen des finsteren Flughafen-Managers Porter (Lewis Black) zu entkommen. Die bunt zusammengewürfelte Truppe um Scheidungskind Spencer (Dyllan Christopher) und den Actionfiguren-Freak Timothy (Brett Kelly, Billy Bob Thorntons genialer Sozius aus Bad Santa, 2004) entwickelt bei ihren Fluchtversuchen immer ausgefeiltere Strategien, die Porter und dessen Sicherheitsbeamten an den Rand des Wahnsinns treiben.

Oh je, Du Fröhliche!

Die nach bekanntem Erfolgsrezept gestrickte Komödie – Kids überlisten die Welt der Erwachsenen – kann sich auf die Ausstrahlung und Persönlichkeit seiner Jung-Darsteller verlassen. Allen voran auf den smarten Dyllan Christopher. Das jugendliche Ensemble überspielt die Schwächen des Plots, der wie ein nur wenig originelles „Best of“ früherer Kassenschlager wie des eingangs erwähnten Kevin allein zu Haus wirkt. Nochmals stärker ausgeprägt als in gewöhnlichen Hollywood-Produktionen finden sich bei Filmen mit weihnachtlichen Sujets ehrenwerte Absichten und wertgebundene Botschaften wieder. Im Fall von Oh je, Du Fröhliche! wird ausgiebig der sich langsam entwickelnde Teamgeist zelebriert, gleichzeitig ein überdeutliches Statement gegen Ausgrenzung formuliert und schließlich in einem konstruierten und – der Intention nach – herzerweichenden Finale die Magie des Weihnachtsfestes beschworen. Oder zumindest das, was Hollywood dafür hält.

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