Neues vom Wixxer
Die Fortsetzung der Edgar-Wallace-Parodie Der Wixxer spielt wieder in und ums archetypisch neblige London, mit Worten und mit freundlichen Verweisen auf die eigenen Vorbilder.

Der Wixxer (2004) war eine nicht unkomische Parodie der Edgar-Wallace-Verfilmungen aus den 1950er und 1960er Jahren, insbesondere auf Der Hexer (1964). Dessen Fortsetzung, Neues vom Hexer (1965) ist nun Namenspate für Neues vom Wixxer, in dem die beiden sehr trotteligen Polizisten Very Long (Bastian Pastewka) und Even Longer (Oliver Kalkofe) von Scotland Yard unter anderem den Mord an der adeligen Victoria Dickham (Christiane Paul) verhindern müssen.
Wie sein Vorgänger ist Neues vom Wixxer reich an mehr oder minder gelungenen Anspielungen nicht nur auf die Wallace-Serie – nicht zuletzt dadurch, dass Schauspieler wie Joachim Fuchsberger, Wolfgang Völz und Chris Howland auftreten, die in diesen Filmen mitgespielt haben – sondern auch auf zahlreiche andere Filme wie etwa Der Schuh des Manitu (2001) und Matrix (1999). Die dadurch entstehenden Szenen hängen oft nur lose aneinander, was gelegentlich den Eindruck erweckt, man habe es eher mit einer Aneinanderreihung von Sketchen als mit einer durchgehenden (aber eh’ sehr hanebüchenen) Handlung zu tun.

Long und Chief Inspector Longer sprechen gerade mit einem Informanten, als dieser von mehreren Pfeilen niedergestreckt wird und sie so erfahren: der Wixxer ist wieder da. Für seine nächsten Opfer hat er schon einmal die Gräber ausgehoben – auch für Very Long ist eines vorbereitet, was die beiden Polizisten natürlich dazu bringt, ihre Ermittlungen zügig und mit Nachdruck zu führen. Immerhin bleibt noch genug Zeit, Even Longer, der sich in Victoria verliebt hat, noch einige Grundregeln der körperlichen Hygiene und des Benehmens beizubringen.
Diese Stelle ist sehr kurzweilig und dauert weniger als die zuvor angekündigten fünf Minuten; doch schon die Verfolgungsjagd über den Friedhof, mit der der Film beginnt, hat das größte Manko des Films deutlich hervortreten lassen: Zweitklassige Scherze werden gerne sehr lange ausgewalzt. Dabei hat das Drehbuch einiges an Witz und vor allem sehr komischen Wortspielen zu bieten, für die man mehr als einmal über die Schwächen der Story hinwegsehen mag. Zu den hell strahlenden Momenten trägt vor allem Christoph Maria Herbsts völlig alberne Figur Alfons Halter bei, die schon im ersten Film zu sehen war und jetzt Leiter einer nach Norman Bates benannten psychiatrischen Klinik ist. Dieser Film wird allerdings auch für ihn wohl kein weiterer Schritt auf dem Weg zur Weltherrschaft sein.
Filmkritik von Rochus Wolff
Veröffentlicht am 26.01.2007
Kommentare zu Neues vom Wixxer
der mann aus san fernando 12.03.2007 11:48
gelungene kritik, der nichts hinzuzufügen ist. ausser vielleicht, dass die optik erscheckend flach wirkt.
Dirk Schwarz 17.03.2007 23:21
Also ich fand den Film sehr enttäuschend. Die Gagdichte ist relativ gering, die Witze sind meistens uralt oder sowas von flach. Ich habe ein, zwei mal richtig gelacht, vielleicht fünf mal ein wenig geschmunzelt und über zwanzig gestöhnt. Und zwischendurch hab ich mich immer wieder gelangweilt. Der Film bietet weder neue Gags noch halbwegs intelligente Witze. Mainstream-Comedy total.
Kalle 26.03.2007 16:23
Gestern habe ich hier die Filmkritik und die beiden Kommentare gelesen und habe mich glücklicherweise nicht umstimmen lassen. Ich bin in "Neues vom Wixxer" gegangen und fand ihn großartig.
Zugegeben, die Story ist recht schwach, vor allem mal wieder am Ende... Aber die Gags sind sehr lustig und ich frage mich, wie man nur 2 mal richtig lachen konnte!? Ich habe vermutlich mindestens 10 mal so viel gelacht und sonst den ganzen Film nur gegrinst ;-) Christoph Maria Herbst war als Hatler mal wieder allererste Sahne, und die "Werbung" zwischendurch war der Wahnsinn. Ich hatte mich verschluckt vor lauter Lachen. Nur diese beiden Beispiele zeigen, dass man in diesem Film durchaus mehr als nur 2 mal lachen kann... Und wer behauptet, die Gagdichte sei sehr gering, sollte vielleicht einmal genauer hinschauen und hinhören, denn dann bekommen das Skelett des Hatler und so einige andere Dinge ihre komische Seite und zeigen, dass sehr detailliert gearbeitet wurde.
mnapo 01.04.2007 23:23
film war schon recht lustig, aber die werbung zwischendurch hab ich komplett nicht verstanden. kann mir das einer nochmal erklären, was das mit den scheiß klingeltönen sollte?
mnapo 01.04.2007 23:28
film war schon recht lustig, aber die werbung zwischendurch hab ich komplett nicht verstanden. kann mir das einer nochmal erklären, was das mit den scheiß klingeltönen sollte?
Tobi 18.04.2007 18:17
Der Film war großartig. Habe selten so gelacht! :D
Hinterlassen Sie hier Ihre Meinung oder Anmerkungen zu Neues vom Wixxer. Kommentare werden in der Regel innerhalb eines Tages freigeschaltet.
Kommentar schreiben
Blog: Berlinale im Dialog

Verfolgen Sie das Festivalgeschehen der Berlinale auch im deutsch-französischen Berlinale-Blog des DFJW auf critic.de/berlinale-im-dialog
Film-Angaben
Titel: Neues vom Wixxer
Deutschland 2007
Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert
Drehbuch: Oliver Kalkofe, Oliver Welke, Bastian Pastewka
Produktion: Christian Becker
Darsteller: Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Christiane Paul, Joachim Fuchsberger, Sonja Kirchberger, Judy Winter, Christian Tramitz, Oliver Welke, Christoph Maria Herbst
Kinostart: 15.03.2007
DVD-Angaben
Titel: Neues vom Wixxer
Vertrieb: Universum Film
Bild: 2,35:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Altersfreigabe: ab 6 Jahren
Spieldauer: 94 Minuten
Extras: Kein Bonusmaterial
Verleih ab: 19.09.2007
Verkauf ab: 29.10.2007
Copyright Neues vom Wixxer
Fotos: © Constantin
BERLINALE 2012

Unser Special zur Berlinale 2012 - mit Kritiken, Empfehlungen und Trailern. www.critic.de/berlinale/
Berlinale 2012: Empfehlungen
Filmempfehlungen für Forum, Forum Expanded und Panorama der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin. weiter
Berlinale: Kritiken
Captive
R: Brillante Mendoza
Die Wand
R: Julian Pölsler
Barbara
R: Christian Petzold
Revision
R: Philip Scheffner
Caesar Must Die
R: Paolo Taviani, Vittorio Taviani
Death for Sale
R: Faouzi Bensaïdi
Aujourd'hui
R: Alain Gomis
Extrem laut und unglaublich nah
R: Stephen Daldry
Neu im Kino
09.02.2012
Die Unsichtbare
R: Christian Schwochow
Der Junge mit dem Fahrrad
R: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne
Hugo Cabret
R: Martin Scorsese
In Darkness - Eine wahre Geschichte
R: Agnieszka Holland
Black Gold
R: Jean-Jacques Annaud
02.02.2012
Moneyball
R: Bennett Miller
Die Summe meiner einzelnen Teile
R: Hans Weingartner
Underworld Awakening
R: Måns Mårlind, Björn Stein
Dame, König, As, Spion
R: Tomas Alfredson
Demnächst im Kino
Gefährten
R: Steven Spielberg
Extrem laut und unglaublich nah
R: Stephen Daldry
Don 2
R: Farhan Akhtar
Take Shelter - Ein Sturm zieht auf
R: Jeff Nichols
Shame
R: Steve McQueen
Barbara
R: Christian Petzold
Beauty
R: Oliver Hermanus
Das Turiner Pferd
R: Béla Tarr
Der Schnee am Kilimandscharo
R: Robert Guédiguian
Viva Riva
R: Djo Munga
Kaddisch für einen Freund
R: Leo Khasin
Der Preis
R: Elke Hauck
Young Adult
R: Jason Reitman
Der perfekte Ex
R: Mark Mylod
Der König von Bastøy
R: Marius Holst
Kill Me Please
R: Olias Barco
Martha Marcy May Marlene
R: Sean Durkin
Das Leben gehört uns
R: Valérie Donzelli
UFO in Her Eyes
R: Xiaolu Guo
Beloved
R: Christophe Honoré
The Yellow Sea
R: Na Hong-jin
Leb wohl, meine Königin!
R: Benoît Jacquot
Die Wand
R: Julian Pölsler
Neu auf DVD
Crazy, Stupid, Love.
R: Glenn Ficarra, John Requa
Sieben Tage Sonntag
R: Niels Laupert
Boardwalk Empire Season 1
R: Timothy Van Patten, Allen Coulter ...
Aktuell im TV
Neandertal
Mo 13.02, 09:25 Uhr, kultur (ZDF digital)
L.A. Confidential
Nacht von Mo auf Di, 13.02-14.02., 02:00 Uhr, arte
Im Schatten
Di 14.02, 20:25 Uhr, 3Sat
Hotel Ruanda
Nacht von Di auf Mi, 14.02-15.02., 00:15 Uhr, BR
Schläfer
Mi 15.02, 20:15 Uhr, kultur (ZDF digital)
Yella
Mi 15.02, 22:25 Uhr, 3sat










6 Kommentare