Mr. Morgan's Last Love

MR Morgans Love

Vielleicht war Bella Martha, jene Komödie über die turbulenten Familienverhältnisse einer Küchenchefin, für Sandra Nettelbeck die Eintrittskarte in die internationale Filmszene. Als nämlich 2006 ein amerikanisches Remake des Films unter dem Titel Rezept zum Verlieben gedreht wurde, konnten sich plötzlich Zuschauer auf der ganzen Welt von der Universalität von Nettelbecks Geschichte überzeugen. Ein Ereignis, das nicht ohne Folgen bleiben sollte. 2009 drehte die Regisseurin mit Helen schließlich ihren ersten Film auf Englisch, mit Ashley Judd in der Hauptrolle. Und auch ihr neuester Film, die Komödie Mr. Morgan’s Last Love, ist wieder eine international finanzierte und hochkarätig besetzte Produktion. Basierend auf dem Roman von Françoise Dorner erzählt Mr. Morgan’s Last Love von der Liebesgeschichte zwischen einem verwitweten Philosophieprofessor (Michael Caine) und der jungen Französin Pauline (Clémence Poésy). Zunächst weckt Pauline die müde gewordenen Lebensgeister des alten Mannes, später versucht sie dann die in die Brüche gegangene Beziehung zu seinem Sohn zu kitten. 

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Kommentare


Martin Zopick

Sandra Nettelbeck ist ein außergewöhnlicher Film gelungen. Dabei geht es um eine Beziehung zwischen einem alten, vereinsamten Philosophieprofessor (Michael Caine) und einer jungen Tanzlehrerin Pauline (Clémence Poésy). Da geht es um aufrichtige Zuneigung und Menschlichkeit. Und das alles ohne sexuelle Wünsche. Aber es gibt auch so genug Probleme. Seine Kinder sind ihm fremd und seine verstorbene Frau Joan (Jane Alexander) ist in Wort und Bild oft präsent neben ihm. Die fließenden Übergänge ihrer Auftritte sind besonders gelungen. Pauline sucht bei ihm den Familienersatz, den sie nie hatte. Er schöpft trotz Selbstmordversuch vorübergehend neuen Lebensmut. Der Gegensatz zwischen den Kindern mit ihren herzlosen Vorstellungen und der tiefen emotionalen Ladung, mit den ihn Pauline trifft, verhindert den Kitsch. Daneben entwickelt sich ein Vater-Sohn Drama, mit einer bewegenden Aussprache. Dass es dann zwischen Sohn Miles (Justin Kirk) und Pauline funkt, ist vorhersehbar und reißt eine kleine Lücke in die Handlung. Dies wird durch Schnitt und Einstellung von Morgan’s Abgang kompensiert, der der zweitbeste nach Hanekes ‘Liebe‘ ist. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wenn Amis Englisch reden klingt ein französisches ‘Danke‘ wie der Fluss in Liverpool. Und auch die feinen Nuancen beim ‘Bitte‘ sind herrlich.
Die beiden Hauptdarsteller bringen eine Darbietung der Extraklasse. Es gibt rührende Momente und charmant lustige, tiefernste und auch boshafte. All das kann feuchte Augen provozieren. Caines unnachahmlicher traurig-leerer Blick neben der frischen Fröhlichkeit von Pauline. Einfach wunderbar.






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