Mr. Magoriums Wunderladen

Passend zum Kaufrausch der Vorweihnachtszeit verkörpert Dustin Hoffman in diesem fantasievollen Film den exzentrischen Besitzer eines kuriosen Spielzeugladens, in dem jeder Kinderwunsch erfüllt wird.

Mr. Magoriums Wunderladen

Seinen Durchbruch hatte Zach Helm mit dem Drehbuch zur Komödie Schräger als Fiktion (Stranger than Fiction, 2006), in der Will Ferrell die schmerzhafte Erfahrung machen musste, dass er eine Romanfigur ist. Helms neues Drehbuch, mit dem er gleichzeitig sein Debüt als Regisseur gibt, bewegt sich zwar auf einer ähnlich humorvollen Ebene, richtet sich aber an eine völlig andere Zielgruppe.

Mit Mr. Magoriums Wunderladen (Mr. Magorium’s Wonder Emporium) dürfte Helm vor allem jüngere Zuschauer mit einer für beinahe jedes Kind reizvollen Utopie in die Kinos locken: Einem magischen Spielzeugladen, in dem kein Wunsch unerfüllt bleibt. Nach knapp 250 Jahren Lebenszeit entschließt sich der schrullige Geschäftsführer Mr. Magorium (Dustin Hoffman) dazu, endlich in den Ruhestand zu gehen. Der Laden führt allerdings ein mysteriöses Eigenleben und reagiert auf die baldige Abreise Magoriums mit zunehmenden Verfallserscheinungen. Jetzt liegt es an Magoriums Assistentin Molly Mahony (Natalie Portman) das Geschäft zu übernehmen. Doch die wird von Selbstzweifeln geplagt und spielt sogar mit dem Gedanken, den Laden zu verkaufen.

Mr. Magoriums Wunderladen ist ein typischer Film, der eigens für die Vorweihnachtszeit produziert wurde. Zwar geht es hier nicht direkt um das „Fest der Liebe“, aber zumindest stimmungstechnisch passt der Film gut in diese Zeit. Die Stärke des Films besteht dabei weniger in seiner relativ banalen Geschichte, als in den zahlreichen, fantasievollen Spezialeffekten, unter denen sich etwa ein Mobile aus lebenden Fischen oder ein Raum voller springender Bälle befindet. Abgesehen von ein wenig Schleichwerbung handelt es sich bei dem Spielzeug hauptsächlich um nostalgisch angehauchte Gegenstände, die ihr antiquiertes Äußeres mit übernatürlichen Fähigkeiten kompensieren.

Mr. Magoriums Wunderladen

Es ist bezeichnend für den Film, dass man in diesem reich ausgestatteten Laden so etwas wie Videospiele vergeblich sucht. Somit ist der Abgang Mr. Magoriums als Ende einer Ära, die wiederbelebt werden muss, durchaus ideologisch zu verstehen. Dabei geht es jedoch weniger um reine Nostalgie, als um ein Hohelied auf die Kraft kindlicher Fantasie, denn fast alle Spielsachen sind äußerst simple Gegenstände, die erst durch die Einbildungskraft ihrer Besitzer zu etwas Magischem werden.

Durch seinen erfrischenden Erzählton und die virtuose Inszenierung übernatürlicher Effekte wirkt Mr. Magoriums Wunderladen zunächst wie ein idealer Film für die ganze Familie. Die naive Begeisterung für kleine Wunder, die den ganzen Film durchdringt, dürfte sich bei älteren Zuschauern jedoch bald erschöpft haben. Umso mehr scheint der Film auf seine kindliche Zielgruppe zugeschnitten zu sein, die sich an so einem bunten Spektakel noch erfreuen kann.

Trailer zu „Mr. Magoriums Wunderladen“


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