Mord und Margaritas

Ein Killer und ein Geschäftsmann, beide strauchelnd in ihrem Beruf, treffen bei Margaritas an einer mexikanischen Hotelbar aufeinander und werden Freunde fürs Leben.

Mord und Margaritas

Julian (Pierce Brosnan) und Danny (Greg Kinnear) beobachten den Triumph eines Matadors inmitten einer prallgefüllten mexikanischen Stierkampfarena. Es komme darauf an, das Tier mit einem sauberen Stich zu töten, sonst reagiere das Publikum empört, erklärt Julian. Er weiß wovon er redet. Sich selbst bezeichnet er als „Facilitator of Fatalities“, was grob übersetzt soviel heißt wie „Erleichterer von Todesfällen“. Vornehmlich „corporate gigs“ übernehme er. Nur, dass er als Matador zunehmend zittrige Hände bekommt, Versagensängste. Und darauf reagieren Auftraggeber genauso ungehalten wie das mexikanische Publikum.

In seiner Lebenskrise wendet sich Julian also an Danny. An der Hotelbar, umringt von Margaritas, lässt er einfach nicht ab von diesem Mann, der das scheinbar gegensätzlichste Leben führt: ein Durchschnittsmensch mit Durchschnittssorgen. Kein sexueller Rumtreiber wie Julian, sondern relativ glücklich verheiratet mit Carolyn (Hope Davis).

Mord und Margaritas

Was Richard Shepard aus dieser Buddy Konstellation macht, ist nicht nur aller Ehren wert, sondern auch recht erstaunlich. Berühmte Duos der Filmgeschichte funktionierten immer als erstes über ihre erkennbaren äußeren Unterschiede, häufig gesellte sich ein kleiner drahtiger oder schlacksiger zu einem großen korpulenten, der oftmals den einfältigeren Part gab. Enervierend der eine, kratzbürstig der andere. Variationen davon sind Laurel und Hardy, Spencer und Hill und nicht zuletzt Matthau und Lemmon. In ihrem letzten gemeinsamen Kinofilm unter der Regie ihres genialen Förderers Billy Wilder, Buddy Buddy (1981) spielten sie – einen Durchschnittstypen, wenn auch lebensmüde, und einen Profikiller.

In Mord und Margaritas (The Matador) lebt das Paar von seiner Ähnlichkeit. Das Repertoire der beiden Schauspieler Brosnan und Kinnear hätte es sicherlich auch hergegeben, die Rollen zu tauschen. Womit der Regisseur die gesamt Zeit spielt, das sind nicht die Differenzen, sondern die Überschneidungen der beiden Figuren. So legt der Film es mehrmals nahe, dass Julian genauso gut zum liebenden Ehemann in der Vorstadtidylle werden könnte, während Danny sicherlich auch ein talentierter Menschenmörder wäre. Die Herangehensweise an diesen Job macht einen Großteil der Ambivalenz des Films aus. Danny reagiert nicht, wie man meinen sollte, empört, überrascht oder verängstigt auf die Berufswahl seines Hotelmitbewohners. Er scheint keinerlei moralische Bedenken zu hegen. Seine Frau ist sogar eher angetan von der erotischen Dimension dieses gewalttätigen Jobs.
So unterläuft Mord und Margaritas immer wieder Erwartungshaltungen seiner Zuschauer, was ihn neben einer zum Teil ausgeklügelten Semi-Trash-Ästhetik zu einem amüsanten und unterhaltsamen Kinoerlebnis macht.

 

Trailer zu „Mord und Margaritas“


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