Monsters vs. Aliens

Monster, Aliens und mittendrin eine junge Frau, die noch nichts von Emanzipation gehört zu haben scheint. Der 3-D-Effekt ist willkommen.

Monsters vs. Aliens

Monsters vs. Aliens – das klingt eindeutig. Nach Konfrontation, nach Kampf, nach Science-Fiction. So treffend diese Assoziationen tatsächlich auch sind, der Kern des Films ist ein anderer. Der Animationsfilm aus dem Hause Dreamworks erzählt eine unscheinbare Emanzipationsgeschichte via Monstertum. Protagonistin ist Susan, die im Schatten ihres Mannes Derek in einer nordkalifornischen Kleinstadt lebt, bis sie dank eines Meteoriteneinschlags zu „Gigantica“ wird. Erst als Riesin lernt sie die Kraft der Selbstständigkeit.

Monsters vs. Aliens

Susan ist nicht nur die erste Frau, sie ist die erste menschliche Heldin, die im Zentrum eines Animationsfilms des Pixar-Konkurrenten Dreamworks steht. Nach Shrek (2001, 2004, Film2007), FilmMadagascar (2005, Film2008) und FilmKung Fu Panda (2008) ist das eine ganz schöne Abwechslung. Ihre Rolle hingegen könnte althergebrachter kaum sein. Sie ist zu Beginn besonders bieder angelegt, damit sie später umso besser zur selbstbewussten, modernen Frau transformiert werden kann. Als Sprecherin wurde folgerichtig Reese Witherspoon besetzt, die durch Filme wie Natürlich blond (Legally Blonde, 2001) und FilmWalk the Line (2005) mit zugleich zurückhaltenden und determinierten, vor allem mit typisch amerikanischen Frauenrollen identifiziert wird. Brav wirkt der Film ebenso bei den Monstercharakteren, denen zwar ähnlich wie Shrek leichte Neurosen verpasst wurden, die aber neben Susan weitestgehend gesichtslos bleiben. Daran ändern auch die zahlreichen in die Figuren eingeschriebenen filmhistorischen Bezüge nichts. Dennoch: Ausreichend Zutaten für die Familienunterhaltung bietet die Animation allemal.

Monsters vs. Aliens

Die größte Stärke von Monsters vs. Aliens liegt im 3-D-Effekt, mit dem der Film auch außerhalb von IMAX-Kinos auf bundesweit immerhin etwa 50 Leinwänden zu sehen sein wird. Die Vermittlung eines authentisch dreidimensionalen Eindrucks wurde in der Vergangenheit immer wieder zur Rettung des Kinos gegen andere Unterhaltungsquellen gefördert, ob gegen das Fernsehen, den Videorekorder oder nun den Download von Filmen übers Internet. In den letzten Jahren wurden die Bemühungen der Majors in den USA immer vehementer, viele Animationsfilme laufen sowohl drei- als auch zweidimensional, kürzlich wurde eine Folge der Agenten-Comedy-Serie Chuck (seit 2007) in 3-D ausgestrahlt, der erste Horrorfilm in digitalem 3-D ist im Januar gestartet. Da nun in Deutschland immer mehr Kinos Digital-3D-fähig sind, könnte sich auch hier der Trend nach und nach durchsetzen.

Monsters vs. Aliens

Über den Mehrwert von 3-D-Projektionen lässt sich trefflich streiten. Doch Monsters vs. Aliens tut die dritte Dimension richtig gut. Das liegt zum einen daran, dass er ausgiebig Szenen bereithält, in denen die Raumtiefe ihre Wirkung entfaltet, etwa Explosionen, Massenaufläufe oder Verfolgungsjagden. Zum anderen weiß der Film, weit über die Vermittlung von Dynamik und Überwältigung hinaus, das Gefühl einer körperlichen Sensation entstehen zu lassen. Als sei die Materialität von aufgewühltem Staub oder Sand, deren Partikel durch die Luft fliegen, spürbar, die Beweglichkeit des Wassers durch die aufsteigenden Luftblasen greifbar oder das Glas einer Fensterscheibe, durch das wir hindurchblicken, fassbar. Überraschend an diesen Eindrücken dürfte vor allem sein, dass sie von einer Computeranimation geweckt werden, die ihre Künstlichkeit ausstellt und größtenteils keinen Abbild-Realismus anstrebt. Doch gerade aus dem Kontrast zu den fantastischen Elementen heraus lassen sich die Momente sinnlicher Erfahrung umso besser auskosten. Das macht Lust auf Kino, auf das leibhaftige Erlebnis.

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