Mörderischer Frieden

Die Idee, einen Spielfilm über den Auslandseinsatz der Bundeswehr im Kosovo zu drehen, klingt spannend. Im Fall von Mörderischer Frieden hapert es allerdings fast an der gesamten Umsetzung.

Mörderischer Frieden

Ob am Horn von Afrika, in Afghanistan oder auf dem Balkan, die Soldaten der Bundeswehr sind im Rahmen unterschiedlicher Operationen weltweit im Einsatz. Als Teil der KFOR-Schutztruppe oder als Mitglied im Anti-Terror-Kampf, längst hat sich das Profil der Truppe von dem einer reinen Inlandsarmee hin zu einer Interventionsstreitmacht mit humanitären Aufgaben weiterentwickelt. Auch im Kosovo sollen die Soldaten für Sicherheit und Stabilität sorgen. Denn obwohl der Krieg zwischen Serben und Albanern offiziell beendet ist, halten die Feindseligkeiten zwischen den ethnischen Gruppen weiter an.

Der erste Kinofilm des Münchener Regisseurs Rudolf Schweiger nimmt den Kosovo-Einsatz der Bundeswehr zum Ausgang für seine Geschichte über eine Gruppe deutscher Soldaten, die zwischen die Fronten geraten. Tom (Adrian Topol) und Charly (Max Riemelt) sollen wie ihre Kameraden dabei helfen, die albanischen Milizen zu entwaffnen und der serbischen Minderheit vor Ort Schutz vor Übergriffen zu gewähren. Als jedoch ein Unbekannter das Feuer auf Zivilisten eröffnet, handelt Charly gegen einen Befehl seines Vorgesetzten und wird bei dem Versuch angeschossen, die junge Serbin Mirjana (Susanne Bormann) im Kugelhagel zu retten. Der Schütze entpuppt sich als ein in sich verschlossener kleiner Junge (Damir Dzumhur), der sich Toms Aufforderung, ihm das Waffenversteck der Albaner zu zeigen, trotzig widersetzt.

Mörderischer Frieden

 Der weitere Handlungsverlauf orientiert sich mit seiner wenig überzeugenden Mischung aus Actionelementen und (melo-)dramatischen Einschüben weitgehend an den Konventionen typischer B-Movies. Während die Suche nach dem Waffenlager Spannung und Tempo erzeugen soll, bedient die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Mirjana und ihrem Retter Charly klar die Herzschmerz-Schiene. Da dieses Kalkül allerdings so offensichtlich aus der Handlung herauszulesen ist, erweist sich der von Schweiger und seinem Co-Autoren Jan Lüthje gewählte Aufbau als kontraproduktiv. Statt die schwierige Lage der Soldaten bei einem solchen Auslandseinsatz differenziert zu betrachten, diskreditiert der Film über die plumpe Dramaturgie und Figurenzeichnung vielmehr die Glaubwürdigkeit seines Sujets.

Das Finale, in dem der Anführer (Anatole Taubman) der örtlichen Miliz seine gerechte Strafe erhält, folgt brav den Regeln vorhersehbarer Actionkost. Dazu passt, dass dieser Mann mit seinem finsteren Blick und eiskalten Lächeln wie ein Abziehbild bekannter James Bond-Bösewichter erscheint. Ebenfalls reichlich grobschlächtig kommt Toms und Charlys Kamerad Maik (Bo Hansen) daher. Der notorische Unsympath eignet sich höchstens als Karikatur auf das machohafte Selbstverständnis mancher Soldaten. In einer – zumindest dem Anspruch nach – authentischen Kriegsgeschichte hat ein solcher Charakter nichts zu suchen. Auch schauspielerische Defizite offensichtlich. Wenn Bo Hansen spricht, dann hört sich das aufgrund seiner Intonation Wort für Wort wie auswendig gelernter Text an.

Mörderischer Frieden

 Die Inszenierung – und das ist schon das Beste, was man über sie sagen kann – fällt nicht weiter negativ auf. Mit einer Ausnahme: Die pathosschwangere Musikuntermalung will zu keiner Zeit zu den Bildern und der Stimmungslage des Films passen. Mag sein, dass ein Hollywood-Blockbuster ohne einen derart opulenten Klangteppich nicht auskommt, im Kontext dieser Geschichte und der übrigen Inszenierung wirken die schwülstigen Kompositionen nur wie unnötiger, weil unfreiwillig komischer Ballast.

Mit dem Oscar-prämierten No Man’s Land (2001) und Michael Winterbottoms Welcome to Sarajevo (1997) haben andere Filmemacher bereits vorgemacht, wie man sich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven dem Balkan-Konflikt und dem dortigen ethnischen Pulverfass nähern kann. No Man’s Land zeigte mit satirischer Schärfe den Irrsinn des Krieges auf, wohingegen Winterbottom die Rolle der Medien in den Mittelpunkt seiner Betrachtung stellte.

Schweiger wiederum zielt auf den Blickwinkel der Soldaten ab, die gekommen sind, um Frieden zu stiften und sich schlussendlich doch zwischen den Konfliktparteien wiederfinden. Dass er sich dabei meilenweit verhebt, ist insofern ärgerlich, als dass sein Film die Gelegenheit verpasst, etwas über den Beruf des Soldaten zu erzählen, das über die bekannten Nachrichtenbilder und Klischeedarstellungen hinausgeht.

Kommentare


Albaner

Obwohl der Film nur die Probleme im Kosovo, viel mehr aber eine Liebesgeschichte zeigen soll, wird er wohl auf viele eine andere Wirkung haben.

Ob ich deswegen nachher als Mörder bezeichnet werde?


m_prezzo

Wie kommt ein Kritiker dazu, sich derart zu verheben? Dieser Film will halt einfach kein "No Mans Land" oder "Welcome to Sarajevo" sein. Er will - neben dem Thema - einfach UNTERHALTEN. Und das ist ihm gelungen! Vielleicht will sich der Kritiker nicht unterhalten lassen sondern will intellektuell gefordert werden und wat weiss ich noch alles. Jedendfalls möchte er sich "dem Balkan-Konflikt und dem dortigen ethnischen Pulverfass nähern". Machen Sie doch einen solchen Film, den sich dann keiner anschaut! Dieser Film gefällt Soldaten, weil er ungefähr zeigt wie es wirklich ist. Waren Sie dort? Aus welchem "Erkenntnisstand" erzählen SIE uns eigentlich etwas über den Film? Und zitieren dabei andere Filme! Ich kann nur sagen: Der Film zeigt ENDLICH mal KEINE traumatisierten, deutschen Soldaten, wie es die links-intellektuellen Journalisten so gerne haben. Der Film ist auch keine Dokumentation, die sich niemand anschauen würde! Das heißt: Leute geht rein - Ihr werdet gut unterhalten! Und laßt den dramatischen Ballast dieser "Filmkritik" an Euch ab-perlen.


m_prezzo

Und noch etwas. Sie schreiben, dass es der film versäumt, "etwas über den Beruf des Soldaten zu erzählen, das über die bekannten Nachrichtenbilder und Klischeedarstellungen hinausgeht". Was wissen SIE denn über den Beruf des Soldaten. Ich wette NICHTS oder nur Klischees! Denn das ist es, was die Soldaten bedauern. Dass sich niemand wirklich für sie und das was sie tun interessiert. Ergreifen Sie doch die Gelegenheit! Machen Sie Soldaten-Interviews. Stellen Sie sie vor. Schreiben Sie über das was sie tun. Genau das vermissen sie nämlich von Journalisten, die sich dann aber anmassen, sie wüßten über sie, ihr Innenleben und ihre Aufgaben Bescheid. Dabei bemerken sie sie nur, wenn sie tot sind oder traumatisiert oder ein Fehlverhalten vorliegt. DANN gibt es den Medien-Aufschrei.


mirko anders

wow was für ein scheiss film.
abgesehen davon das der ganze film mit fehlern behaftet ist sind die schauspieler der totale witz. in diesem film werden soldaten als vollidioten dargestellt.
ICH WAR SELBST ZWEI MAL IN KOSOVO!!!!!!
DIESER FILM IST EIN TOTALER SCHLAG INS GESICHT FÜR JEDEM DEUTSCHEN SOLDATEN DER IM AUSLAND ODER IN DEUTSCHLAND DIENST GETAN HAT ODER NOCH LEISTEN WIRD. wenn ich den film richtig interpretire haben alle soldaten eine schlechte ausbildung oder wie soll ich das verstehen? ich denke es wurde für den film bei der bundeswehr recheriert: DIE FRAGE IST WO?!?!?
Jeder der diesen film gut findet soll MIR rede und antwort stehen!!!!!!!!!!!!!!

mein zugführer würde sich bei disem film im grabe umdrehen!!!!!!!

das drehbuch gehört verbrannt aber selbst das ist noch zu gut dafür!!!


Beni

So einen schlechten Film hab ich bis jetzt nicht gesehen.

Eine extrem fiktive Geschichte, ganz aus den Haaren gezogen.

1. Die CHarakterisierung ist extrem mies, während man den Albanern zbsp. alles möglich anhängt und mit allem schlechten Dingen schmückt, kommt der Kriegsverbrecher Arzt und der General Rakic (?!) ziemlich fein zvilisiert davon.
Allgemein, derTot der Mutter anangsverdient nicht mal 2 Min aufmerksamkeit, die dramatisierung der serbischen Kriegsverbrecher jedoch die ganze Spielfilmlänge.

ICh schäme mich wirlich dass so ein Film aus deutscher Prodktion entstammt, denn irgendwie relativiert der Film den Völkermord an die Albanische Zivilbevölkerung.

2. Das Bild welches in der Wohnung hängt zeigt Albanische Trachten. Die in Röcken sind albanisch Toskische Trachten, und rechts vom Bild sieht man die albanisch Gehgischen.
Warum hatt die serbische FAmilie so ein Bild?!!? Zusätzlich noch eine Familie die aktiv am Kriegsverbrechen dabei war. hab ich völlig nicht verstanden. Also wardie Familie albanisch Abstammung oder wie`??

3. Was soll eigentlich die erwähnung der SS? Auch so eine charakterisierung? Soll man jetzt denken, huch diese Nazi Albaner??

4. Die kriminelle Bande macht keinen Sinn, sie wird einfach "kriminell" dargestellt, in meinen Augen eine ziemlich schlechte Analyse des Autors vom Geschehen im Kosovo. Ich seh keinen Sinn, keinen zusammenhang.

5. Seit wann haben Albaner eine ethnische säuberung geplant??

Alles in einem, hab ich das gefühl, dass die linke Frankion dahinter steckt.
Der Film ist sowas von Schlimm, ich weis nicht wo anfangen.

Der AUtor und Regiseur sollte nicht froh sein dass darüber diskutiert wird, sondern sich einen Job an der Pommesbude suchen.


Beni

Der Film soll Unterhalten? Nur mein Interesse am Balkan hatt mich dazu gedrängt den Film zu ende zu schauen, denn ich wollte schon nach 15 Min abschalten.


Mortiis

Ausgeliehen hab ich mir den Film, weil ich dachte...Wow eine deutsche Verfilmung eines BW-Einsatzes....Gott sei dank, hab ich mir den Film nicht gekauft...so ein Schrott. Ich bin selbst mit Leib und Sehle Soldat, ab er so ein Mist. Nur um die Leihgebühr der Videothek zu rechtfertigen, hab ich mir den Film fast unter Tränen eine halbe Stunde zugemutet...Entweder reicht mein Budged, um mir entsprechendes Equipment für die Dreharbeiten zu leihen und einen milit. Berater an meiner Seite zu haben, oder ich lass die Finger von einem Solchen Projekt...Auf der Videohülle stand "realitätsnah und authentisch"....aber sicher meinten sie einen anderen Film und haben nur die falsche Hülle bedruckt....Schade....Sehr schlechtes Werk....


Falli

also ich bin seit 1996 fallschirmjäger und war 1999 in prizren kosovo eingesetzt und ich will sagen das dieser fim in keiner spur der realität vor ort gleich kommt. also ich hatte mich auf den film gefreut und auch mit meiner frau geschaut in der hoffnung das sie mal ein bisschen einblick in das thema auslandseinsatz bekommt und selbst sie fand den film absolut unrealistisch.


emdy

wenn sich soldaten so verhalten würden,dann gute nacht...bin solodat des wachbataillons und sehr unzufrieden über so eine darstellung der deutschen soldaten...da hat wohl einer zu viele ami-kriegsfilme geschaut und versucht die auf deutsch zu übersetzen.....schlecht.....sehr unrealistisch dieser film,war ebenfalls im kosovo


scar_to

Fakt ist doch:

1. Der Film kommt einem guten 'Tatort' gleich, er ist unterhaltsam und spannend! Ich mag die Kamera, die mühevolle Gestaltung und vieles mehr. Ich wage vorsichtig zu behaupten dass er offensichtlich mit einem nicht zu üppigen Budget gedreht wurde und jungen, zum Teil nicht sehr bekannten Schauspielern eine Chance gegeben hat.
Die Spezialisten der Bundeswehr hier sollten ihren Verwandten oder Frauen doch besser Dokumentarfilme zeigen!

2. Bevor man Kritik am Regisseur äußert wäre es hilfreich, sich vorher einmal seiner Filmographie zu widmen. Dann stellt man nämlich fest dass er sich sehr wohl 'ein wenig' mit der Materie beschäftigt hat. Zudem muß ich sagen dass ich bei den Figuren im Film sehr enge Bezüge zu den Soldaten sehe, die ich in meiner Zeit beim Militär kennengelernt habe. So peinlich es den Herren hier auch sein mag! :-)

Nur ein Tip: Vorher einmal etwas über stichhaltige Filme recherchieren, die sich mit dem Thema befassen und nicht auf gut Glück einen potentiell authentischen Streifen in der Actionabteilung der Videothek suchen und wegen eigenem Versagen den Filmemacher zum Nichtskönner aburteilen!

Mich hat der Film berührt, wobei mir auch klar ist, dass die Story authentischer sein könnte...aber er erfüllt allemal seinen Zweck und regt zum Nachdenken an! Seit ich ihn aufgenommen habe, habe ich ihn nicht zuletzt aus Eigennutz, mehrmals angesehen. Zugegeben, ein Kinofilm ist es in meinen Augen nicht, da reden wir von einer anderen Liga.


B. M. Renner

Ich war selbst von November 2000 bis Mai 2001 im Kosovo stationiert und mir fehlen die Worte. Wie kann man solch ein Machwerk als "authentisch" bezeichnen? Dieser Film ist - mit Verlaub gesagt - einfach nur schei**e! 6 Setzen!






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