Mein Name ist Eugen – Kritik

Frech, lustig und eines der beliebtesten Kinderbücher der Schweiz: Klaus Schädelins Mein Name ist Eugen erfährt im gleichnamigen Film eine rasante Modernisierung. Vier Lausbuben machen sich darin auf eine abenteuerliche Reise durch idyllische Postkarten-Landschaften.

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Weit entfernt von einer sich am Autorenfilm orientierenden Schweizer Nouvelle Vague wie es sie in den siebziger Jahren gab, steht Mein Name ist Eugen (2005) stellvertretend für eine neue Bewegung in der schweizer Filmszene. Eine Gruppe von zumeist jungen Regisseuren, Produzenten und Drehbuchautoren hat sich in den vergangenen Jahren daran gemacht, ein helvetisches Unterhaltungskino zu schaffen, welches sich an Drehbuchkonventionen des Hollywood-Films orientiert. Und das mit großem Erfolg, Achtung fertig Charlie (2003), Grounding (2005) oder Snow White (2005) bedienten sich bestens bekannter Genremuster und verankerten diese in einem schweizer Kontext.

Mein Name ist Eugen 2

Eugen (Manuel Häberli) und sein Freund Wrigley (Janic Halioua) genießen ihr Leben als Lausbuben. Als es ihren Eltern zu bunt wird, drohen sie den beiden Jungs die Sommerferien zu streichen und sie dafür zur Arbeit auf den Bauerhof zu schicken. Um dieser Strafe zu entgehen, machen sie sich kurzerhand auf den Weg nach Zürich um den König der Lausbuben (Beat Schlatter) zu suchen. Unterwegs schließen sich noch Bäschteli (Dominic Hänni) und Eduard (Alex Niederhäuser) den beiden an.

Mein Name ist Eugen 3

Entspricht der Film in groben Zügen der Vorlage von Klaus Schädelin, so gibt sich Regisseur Michael Steiner große Mühe diese möglichst zeitgemäß umzusetzen. Zwar wurde die Handlung in den sechziger Jahren belassen, doch zahlreiche CGI-Effekte, ein schneller Schnittrhythmus und Gimmicks wie Zeitlupen und Zeitraffer versuchen Mein Name ist Eugen für ein junges Publikum attraktiv zu machen. Trotz abwechslungsreicher Umsetzung hinterlässt das Resultat einen zwiespältigen Eindruck. Der Plot zerfällt in einzelne Episoden, die für sich genommen zwar ganz unterhaltsam sind, als Ganzes jedoch nicht zusammen passen. Zu offensichtlich steuern einzelne Szenen auf einen schnellen Lacher hin, die eigentliche Geschichte wird dabei vernachlässigt und die vier Lausbuben erscheinen eindimensional. Ängstlich, draufgängerisch oder überlegt, jeder ist mit einem überdeutlichen Charakterzug ausgestattet.

Wie es so oft der Fall bei Filmen ist, die sich an Hollywood-Normen orientieren, wirkt Mein Name ist Eugen schemenhaft und vorhersehbar. Zwar routiniert umgesetzt, bleibt der Film aufgrund markanter Drehbuchmängel aber letztendlich eine technische Fingerübung für Michael Steiner.

 

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