Max Payne

Schnee und Schüsse aus dem Computer: Max Payne bahnt sich aus dem gleichnamigen Computerspiel seinen Weg auf die Leinwand und bekommt es mit Drogen, toten Frauen und einer faden Story zu tun.

Max Payne

Wenn man den Kugeln aus einer Pistole in extremer Zeitlupe beim Anflug auf ihr Ziel zusehen kann, wenn Glassplitter und Wassertropfen in Slow Motion hübsche Kaskaden und Muster bilden, dann ist man wieder einmal in einem Actionfilm der Post-Matrix-Ära angekommen. Keine Kampfsequenz gibt es da mehr, die nicht im Computer gedehnt, verlangsamt und nachgefärbt worden wäre, und der Schnee fällt in so lockeren Flocken, wie die Realität sie nie bereitstellt.

Und Schnee fällt reichlich in Max Payne, eigentlich immerzu in den menschenleeren Nebenstraßen, in denen der Film vor allem spielt, vor den Fenstern der heruntergekommenen Apartmenthäuser und Lagerhallen. Alles ist hier dunkel und grau, durch Farbfilter gejagt; nur gelegentlich bricht ein bisschen Farbe ein: Mit dem Blau der Droge, um die sich angeblich alles dreht, und in den wenigen Szenen, in denen sich Max Payne (Mark Wahlberg) an seine Familie erinnert.

Max Payne

Diese ist nämlich vor Jahren unter nie ganz geklärten Umständen ermordet worden, und seitdem hat sich Max zur „Cold Case Unit“ versetzen lassen, sortiert die Akten ungelöster Fälle, sitzt abends allein mit seiner Waffe am Esstisch und sucht in seiner Freizeit - natürlich - nach dem Mörder seiner Frau. Dabei stößt er zunächst auf Menschen mit seltsamen Tätowierungen, unter anderem Natascha (Olga Kurylenko), die bald darauf, brutal in kleine Stücke zerhackt, tot im Schnee liegt, und Max' Brieftasche liegt daneben.

Max Payne ist die Verfilmung eines einigermaßen erfolgreichen Computerspiels, in dem viel geschossen wird; in dieser Hinsicht könnte die Zielgruppe womöglich etwas enttäuscht werden. Es gibt zwar einige Actionszenen, sie dominieren den Film aber nicht. Das könnte eine gute Nachricht sein, wenn Max Payne auf der Handlungsebene nicht so eklatant nichtssagend und abgegriffen wäre.

Max Payne

Die Geschichte vom einsamen Cop, der immer noch seine Familie rächen will, ist schon unzählige Male besser erzählt worden; auch die absurde Rahmenhandlung, die die Droge „Valkyr“, den amerikanischen „war on terror“ und ein gerüttelt Maß an oberflächlichst verhandelter nordischer Mythologie miteinander verquirlt, langweilt vor allem. Im Trailer zum Film wird noch angedeutet, das Mythologische könne gar eine metaphysische Ebene im Film eröffnen: Dem ist aber nicht so.

Mit anderen Worten: Max Payne ist ein allenfalls durchschnittlicher Actionfilm, der durch unerträglich dramatisierende Musik und ästhetisierte Schusswechsel mehr zu sein vorgibt, als er ist. Sogar der oberste Bösewicht, zu dem Max Payne sich, computerspielgleich, von Gegner zu Gegner vorkämpft, ist eher lachhaft. Die meisten Zuschauer sind aber vermutlich bis dahin in der dicken Schicht computergenerierter Watte, die den Film umgibt, visuell ertrunken.

Trailer zu „Max Payne“


Trailer ansehen (1)

Kommentare


Chris

Aha. Und mit Kritik könnt ihr auch nicht umgehen und löscht einfach mal so meinen Beitrag. Sehr fein... ganz wunderbar liberal hier.


Frédéric

Wenn Sie bei Ihren Kommentaren unsere Regeln befolgen und sachlich, ohne Beleidigung und vulgäre Ausdrücke Ihre Kritik vortragen, dann können Sie Ihre Ansicht hier natürlich präsentieren. Liberal sein heißt nicht gleichgültig sein.


Burtonfan

Zu allererst muss ich sagen, dass ich ein großer Fan des Computerspiels "Max Payne" bin. Und der Film hat - abgesehen vom Titel und dem sehr schönen Look - nicht viel mit dem Spiel gemeinsam. Vorallem Wahlbergs Payne hat rein gar nichts mit der Figur aus den Spielen zu tun. Die Story ist zwar an den ersten Teil der Gamereihe angelegt (was mir als Fan persönlich sehr gut gefällt) ist aber wirr konstruiert und ohne Spannung erzählt. Außerdem bieten die Action-Szenen nicht das, was man von einer Max Payne-Verfilmung eigentlich erwartet. So wird zum Beispiel der berühmte Bullet-Time-Slowmo-Effekt kaum angewendet und und ein paar Faustkämpfe sind eher schlecht Choreografiert. Genau wie vorher schon "Hitman" ist auch "Max Payne" ein Film, der weder die Fans der Spiele, noch die unvoreingenommenen Kinogänger zufrieden stellen kann.


Joe

Enttäuschung pur! Das Spiel bietet eine düstere Stimmung, die in dem Film lediglich durch die Farbwahl erreicht werden soll, und die Story ist im Spiel um einiges besser. Und die erhofften "Payne-Effekte" aus den Spielen werden nur 3 Mal benutzt!
Die Figur Max Payne ist lediglich ein flacher Komparse im Versuch den Fans die Kohle aus der Tasche zu ziehen!
Sorry, da wäre wesentlich mehr gegangen!


zetting

ich finde es mehr als schade, dass sogenannte kritiker so ziemlich jeden film schlechtreden MÜSSEN. filme dienen der unterhaltung.die leute wollen nunmal farbfilter und slowmotion. regisseure geben den leuten wonach sie verlangen
ich kann nicht verstehen warum nun jeder film ein kunstwerk sein muss! sie sollten sich an ihre eigene nase packen und nicht vorgefertigte floskeln in ihre kritik stopfen um besonders klug zu klingen. ich war von dem film nicht sonderlich begeistert und habe dennoch ein wort des lobes übrig. die story war klar ein altes model (nun leider gottes sind fast alle filme plagiate oder gemischte geschichten in der literatur ist es nicht anders) dennoch kann man sagen dass die optischen effekte gut umgesetzt waren und die richtige stimmung vermitteln.
schade, dass sie veehrter herr "kritiker" in ihrem dunklen kämmerchen filme nur mit geschlossenen augen betrachten.


Morti

Hui....Schade das Kritiker so ziemlich alles dürfen..und schade das Kritik an Kritikern immer untergeht...






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.