Marseille

Marseille ist die sehr langsam erzählte Geschichte der jungen Photographin Sophie, die, unzufrieden mit ihrem Leben in Berlin, einige Tage in Marseille verbringt. Sie möchte ihr Leben verändern, muss aber, wieder in Deutschland, erkennen, dass dies nicht so einfach ist.

Marseille

Ein Gedicht von Rainer Maria Rilke stand Pate für Marseille, den vierten Film der Schauspielerin und Regisseurin Angela Schanelec: Archaischer Torso Apollos. Da lautet die letzte Zeile: Du musst dein Leben ändern. Das beschließt auch die Photographin Sophie (Maren Eggert) und willigt in einen Wohnungstausch mit einer Französin aus Marseille ein. Dort bleibt sie zunächst zehn Tage, läuft durch die Strassen, photographiert, lernt einen jungen Mechaniker kennen. Die Kamera beobachtet sie dabei, teilnahmslos, ohne zu Sophies Komplizin zu werden. Es sind Momentaufnahmen aus dem Leben einer einsamen Frau. Zurück in Berlin sieht man sie mit ihrer besten Freundin Hanna (Marie-Lou Sellem) und deren Sohn. Auch Hanna ist trotz Freund und Kind einsam. Als Sophie, die Hannas Lebensgefährten liebt, es nicht mehr aushält, geht sie wieder zurück nach Frankreich.

Marseille, der dieses Jahr in Cannes in der Reihe “Un certain regard” lief, ist ästhetisch stellenweise ein sehr poetischer Film, was vor allem auch dem Kameramann Reinhold Vorschneider zu verdanken ist, der schon an Schanelecs Abschlussfilm mitarbeitete. Aber über große Strecken ist er langatmig. Man erfährt kaum etwas über das Leben der Figuren, wie die Kamera ist man nur Beobachter. Als Außenseiter verliert man irgendwann das Interesse an den Figuren und damit leider auch am Film.

 

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