Love Vegas

Eine rauschende Partynacht und ihre weit reichenden Folgen: In dieser nach Schema F inszenierten romantischen Komödie werden Ashton Kutcher und Cameron Diaz zu sechs Monaten Ehe verurteilt.

Love Vegas

Wenn es darum geht, sich möglichst abseitige Konstellationen für eine Romantic Comedy auszudenken, kann man den Kreativen in Hollywood keinen Vorwurf machen. Weil die meisten der eher simplen Boy-meets-Girl-Geschichten bereits unzählige Male verfilmt wurden und auch das bekannte Was-sich-liebt-das-neckt-sich-Prinzip zur Genüge als Motor einer Handlung herhalten musste, werden die Ausgangssituationen immer abstruser. Drehbuchautorin Dana Fox scheint zu wissen, was sich die Studiochefs dabei wünschen: einen Stoff, der am besten ganz auf zwei Publikumslieblinge zugeschnitten ist und der nach einem turbulenten Auftakt mit einem romantischen respektive kitschigen Sonnenuntergang die Zuschauer aus dem Kino entlässt. 

Love Vegas

In Love Vegas (What Happens in Vegas) sind es die auf Komödien abonnierten Stars Cameron Diaz und Ashton Kutcher, die den Film an den Kinokassen verkaufen sollen. Das Kalkül dahinter ist leicht zu durchschauen: Während Kutcher ein vorwiegend junges weibliches Publikum anzieht, können sich die Männer auf Miss Diaz freuen, deren Charme so manche Einfallslosigkeit überdeckt. 

Unter Alkoholeinfluss geschlossene Blitz-Hochzeiten haben in Las Vegas Hochkonjunktur. Auch Joy (Diaz) und Jack (Kutcher) schwören sich schwer angeheitert ewige Liebe und Treue. Doch bereits am nächsten Morgen kommt das böse Erwachen. Und so wollen beide die Folgen dieser rauschenden Party-Nacht auch möglichst schnell aus der Welt schaffen. Allerdings – und hier fangen die eingangs erwähnten konstruierten Unglaubwürdigkeiten an – knacken sie zuvor noch in Teamarbeit den Jackpot des Casinos. Die Eheleute wider Willen finden sich im Streit um die Gewinnsumme vor Gericht wieder, wo sie ein Richter (Dennis Miller) zu sechs Monaten Ehe verurteilt. Warum und weshalb, das ist sein Geheimnis. In jedem Fall bleibt das Geld solange eingefroren, bis sich die beiden als ordentliche Eheleute erprobt haben. 

Love Vegas

Der obskure Richterspruch ist nur der Vorwand für eine Reihe reichlich pubertärer Streiche, die sich Jack und Joy fortan spielen und die den jeweils anderen zur vorzeitigen Aufgabe zwingen sollen. In seinem Humorverständnis unterscheidet sich Love Vegas nicht von vergleichbaren Studioproduktionen wie dem vor kurzen gestarteten Ein Schatz zum Verlieben (Fool’s Gold, 2007) oder der Klamotte Blind Wedding (2006). An Slapstick und deftigen Fäkalspäßchen – Jack entleert seine Blase nicht nur an dem dafür vorgesehen Ort – herrscht kein Mangel, Ironie oder smarten Wortwitz sucht man dagegen meist vergebens.  

Love Vegas fo fp folgt bei allem brav den Konventionen seines Genres. Überraschungen sind da bis zuletzt ausgeschlossen. Auch das obligatorische Personal findet sich in den Nebenrollen wieder. So fungieren Rob Corddry und Lake Bell als karikaturhafte Sidekicks, deren alleinige Aufgabe es ist, für einige zusätzliche Lacher zu sorgen. Dass Tom Vaughans Film aber selbst im Vergleich zu anderen Vertretern der romantischen Komödie nicht überzeugen kann, liegt an dem zunehmend schleppenden Erzähltempo und der gerade zum Ende hin rapide abnehmenden Gagdichte. Ohne seine beiden Stars wäre Love Vegas vermutlich nie produziert worden.

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