Layer Cake
Der britische Gangsterfilm hat mit Klassikern wie Get Carter (1971) und Rififi am Karfreitag (The Long Good Friday, 1980) eine große Tradition. Für Layer Cake sind diese Fußstapfen nicht zu groß.

Mit Bube, Dame, König, grAs (Lock, Stock and Two Smoking Barrels, 1998) schoss Guy Ritchie zur hippen britischen Regienachwuchshoffnung auf und etablierte sich mit Snatch (2000), ehe er bei der Inszenierung seiner Frau Madonna in Swept Away (2002) den sandigen Boden unter den Füßen verlor und die Erfolgsspur verließ. Ursprünglich wollte ihn Matthew Vaughn, Produzent aller drei Filme, auch für Layer Cake engagieren, handelte sich jedoch eine Absage ein und übernahm den Job kurzerhand selbst. Ein ausgesprochener Glücksfall, wie man heute sagen kann.
Vaughns Regiedebüt unterscheidet sich in jeder Hinsicht von den manieristischen Spielereien Ritchies. Basierend auf einem gut getimten und spannungsvollen Buch entwickelt Vaughn eine Geschichte von fesselnder Gradlinigkeit. Trotz des auch durch den hervorragenden Score aufkommenden Tempos nimmt sich der Regisseur Zeit, entwickelt die Charaktere und führt die verschiedenen Handlungsstränge ruhig, aber stringent zusammen.

Im Handlungsmittelpunkt steht der Erzähler (Daniel Craig), ein Drogendealer mit klarem Berufsethos, der meint, genug verdient zu haben und sich nun zur Ruhe setzen möchte. Wohingegen ihm sein Boss Jimmy Price (Kenneth Cranham) gleich zwei letzte Aufträge anvertraut: das Auffinden der Tochter des Wirtschaftsriesen Edward Temple (Michael Gambon) und den Verkauf einer Unmenge Ecstasy. Die nun stammt ausgerechnet aus der Herstellung bösartigster Balkanverbrecher, die Tötungsmaschine Dragan (Dragan Micanovic) zur Wiederbeschaffung der Drogen einschalten – und ihn damit genau auf den Erzähler Mr. X angesetzt haben.
Vaughns Fähigkeiten als Regisseur zeigen sich vor allem in der meisterlich inszenierten Figur Dragan. Der Killer erlangt seine erstaunliche Präsenz vor allem über die eigene Stimme. Am nachhaltigsten prägt sich ein telefonisch ausgetragenes Wortgefecht mit Mr. X ein, bei dem es tatsächlich um Leben und Tod geht. So erlangt Dragan, ganz ohne Großaufnahme, ohne auch nur sein Gesicht zu offenbaren, eine beeindruckende Intensität.

Gerade diese kultverdächtige Szene im Park und andere Telefonate haben Anleihen bei modernen amerikanischen Genreklassikern wie Heat oder The Usual Suspects (beide 1995), wobei Layer Cake seine Eigenständigkeit nie einbüßt und sich vor allem durch die zynischen Dialoge, pointierten aber spektakulären Gewalteinsatz und eine britische Ausnahmeschauspielerriege in die Tradition royaler Gangsterfilme von der Insel stellt.
Ebenso wie Dragan profitieren auch die anderen Protagonisten von den geschliffenen Dialogen und sensationellen Darstellern, neben dem überragenden Michael Gambon noch George Harris und Colm Meany. Der Blickfang des Films allerdings ist Sienna Miller als Tammy, die sich für den erzählenden Drogendealer als Femme Fatale erweist.
Nach dem überraschenden Ende bleibt nur eine Definition für Layer Cake: Very tough, very well paced and very stylish. Also: very british. Wie lange haben wir auf so einen Film gewartet!
Filmkritik von Sascha Keilholz
Veröffentlicht am 02.11.2005
Kommentare zu Layer Cake
me 24.04.2007 22:49
ganz ok, aber kommt nicht an Snatch oder Bube, Dame, Gras ran.
clarky 28.11.2007 00:00
wer den nicht gesehen hat, hat was verpasst!
zzzz 03.12.2007 21:15
super film, einfach nur der hammer.....daniel craig ist ein sehr talentierter schauspieler, dass kann er auch hier wieder unter beweis stellen!
aber nicht nur er auch das drehbuch, die handlung, der schnitt....alles ist sehr gut gelungen!
William 29.11.2009 18:58
Einfach der Hammer dieser Film!!! Muss man gesehen haben...einer meiner Lieblingsfilme.
Franny 26.05.2010 08:06
ich muss sagen, dass ich L4yer cake allgemein als meinen Lieblingsfilm bezeichnen muss, da er sehr realistisch ist! Hätte ihn Guy Ritchie gedreht, wäre wieder eine Gangsterkömodie herausgekommen, welche Filmen wie Snatch oder Lock, Stock nahe gekommen werden; diese Filme sind nämlich fast die gleiche Geschichte (ich liebe diese Filme jedoch!)
Vince Vaughn dagegen ist ein super Drogenthriller gelungen, und obwohl er zeitweise sehr ernst ist, hat er trotzdem humorige Szenen! Dieser Film ist einfach klasse und wird deshalb auch zu einem Klassiker werden
Definitif ein Film, den man gesehen haben muss.
PS: Das Buch ist ebenfalls hammer!
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Blog: Berlinale im Dialog

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Film-Angaben
Titel: Layer Cake
Großbritannien 2004
Laufzeit: 105 Minuten
Regie: Matthew Vaughn
Drehbuch: J.J. Connolly
Produktion: Adam Bohling, David Reid, Matthew Vaughn
Darsteller: Daniel Craig, Kenneth Cranham, Tom Hardy, Jamie Foreman, George Harris, Dragan Micanovic
DVD-Angaben
Titel: Layer Cake
Vertrieb: Sony Pictures
Bild: 2,40:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Spieldauer: 101 Minuten
Extras: Audiokommentar des Regisseurs und des Autors; entfallene Szenen; zwei alternative Enden; Interview mit Matthew Vaughn und Daniel Craig; Making of; Postergalerie
Verleih ab: 25.10.2005
Verkauf ab: 22.11.2005
Copyright Layer Cake
Fotos: © Sony Pictures
BERLINALE 2012

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