As Luck Would Have It – Kritik

Nach einem vielfach bewährten Muster erzählt As Luck Would Have It satirisch von Sensationsgier und der Unmoral der Massenmedien. 

La Chispa de la Vida

Spanien in der Wirtschaftskrise. Der Werbefachmann Roberto (José Mota) ist seit zwei Jahren arbeitslos, und auch sein vermeintlicher Ruhm als Erfinder eines erfolgreichen Coca-Cola-Slogans hilft ihm nicht bei der Jobsuche. Nach einem außergewöhnlich miesen Tag voller erniedrigender Erlebnisse hat er einen Unfall, der ihn in eine schreckliche Lage bringt: Roberto stürzt auf einer Baustelle ab und liegt fortan auf einem Gitter, mit einer Eisenstange im Kopf, sonst aber einigermaßen wohlbehalten.

All das passiert im ersten Viertel von As Luck Would Have It (La chispa de la vida), von nun an wird der Film die Unfallstelle als Handlungsort nicht mehr verlassen. Roberto kann nicht transportiert werden, es beginnt der übliche Medienzirkus, mit Live-Übertragungen, Experten-Interviews und der großen Frage: War es der Selbstmordversuch eines von der Wirtschaftskrise gebeutelten Arbeitslosen?

La chispa de la vida 1

Was den spanischen Film von ähnlichen Mediensatiren unterscheidet (zuletzt etwa Live aus Peepli – Irgendwo in Indien), ist der Umstand, dass Roberto als Werbefachmann hier nicht nur Opfer ist. Im Gegenteil, er wittert eine Chance, genug Geld mit dem öffentlichen Interesse an seinem Schicksal zu verdienen, um seine Schulden zahlen zu können. Also lässt er, hilflos an den Boden gefesselt wie ein aufgespießter Schmetterling, fleißig Exklusivverträge aushandeln.

Um ihn herum gruppiert sich eine Phalanx von Figuren mit partikularen Eigeninteressen: der opportunistische Bürgermeister, die Museumsdirektorin (denn die Baustelle liegt in einer antiken Ausgrabungsstätte), der planlose, eitle Arzt, der smarte Medienunterhändler, der mit dem Handy filmende Museumswächter, die nach Interviews gierenden Journalisten.

La chispa de la vida 2

Selma Hayek hat als Ehefrau Robertos alle Hände voll zu tun, das moralische Gewissen des Films zu sein und die Geschäftemacherei mit dem möglichen Tod zu unterbinden. Der Film lässt weder die familiäre Verzweiflung zu kurz kommen noch die entblößenden Handlungen und Äußerungen der Sensationsgierigen, die flott und lustig inszeniert sind. Jeder einzelne dramatische Moment erhält volle Orchesterunterstützung. Das macht As Luck Would Have It unterhaltsam und komisch, als Satire bleibt er jedoch recht plakativ. Schade ist zumal, dass die aktuellen Implikationen mit der Wirtschaftskrise zwar mehrmals erwähnt, jedoch nicht ausgearbeitet werden.

Auch als Betrachtung der Mechanismen der Mediengesellschaft taugt der Film nur bedingt, weil der Fokus die ganze Zeit auf Roberto und seiner Familie liegt, mit einem nicht geringen sentimentalen Effekt. Die Reporter des Satans sind hier nur Nebendarsteller. 

Trailer zu „As Luck Would Have It“


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