Kung Fu Panda

„Everybody was Kung Fu Fighting” sang einst Carl Douglas. Ob er da bereits ahnte, dass eines Tages ein kampfsportbegeisterter Panda die Leinwand erobern würde?

Kung Fu Panda

Er ist groß, tapsig, gemütlich und einfach nur zum Knuddeln: Der Panda, Chinas sorgsam gepflegtes, inoffizielles Maskottchen, wird aufgrund seines putzigen Aussehens gerne idealisiert und romantisiert. In einem Jahr, wo die Welt ohnehin permanent nach China blickt – die bevorstehende Sommer-Olympiade und die Querelen um den Fackellauf sind respektive waren mediales Dauerthema – schenkt uns Dreamworks das dazu passende Animationsabenteuer, das wie zuvor Quentin Tarantinos Kill Bill Vol. 1 (2005) auf die goldene Ära des Hongkonger Martial-Arts-Kinos anspielt. Bruce Lee und die Filme der Shaw Brothers zementierten in den siebziger Jahren den Ruf der ehemaligen britischen Kronkolonie als das Mekka aller Kampfkunst-Junkies.

Offenbar sind nicht nur Menschen empfänglich für die Faszination des Kung Fu. Auch der junge Panda Po träumt davon, irgendwann seinen Idolen, den Kung-Fu-Meistern Tigerin, Kranich, Viper, Gottesanbeterin und Kranich zu begegnen und die alten Techniken chinesischer Kampfkunst zu erlernen. Doch das sind zunächst nur Hirngespinste. In Wirklichkeit muss er tagein, tagaus im Nudelgeschäft seines Vaters aushelfen. Das ändert sich, als eine uralte Prophezeiung bekannt wird, die ihn zum Retter über das Tal des Friedens auserwählt hat. Po soll den finsteren Schneeleoparden Tai Lung besiegen und dazu beim legendären Kung-Fu-Meister Shifu in die Lehre gehen. Dieser sieht sich mit der scheinbar unlösbaren Aufgabe konfrontiert, einen gefräßigen Faulpelz in einen furchtlosen Krieger zu verwandeln.

Kung Fu Panda

Den pummeligen Panda Po zum legitimen Nachfolger Bruce Lees zu krönen, mag zuviel des Guten sein. In jedem Fall dürfte das schwarz-weiß gefleckte Fellknäuel aber weltweit die Kinokassen zum Klingeln bringen: Kung Fu Panda erzählt eine geradlinige Geschichte, die sich vorrangig über ihren tapsigen Hauptdarsteller definiert und ansonsten auf die Konstanten familienkompatibler Unterhaltung setzt. Selbstverständlich enthält das Ganze eine pädagogisch wertvolle, dabei aber alles andere als neue Botschaft. Man sollte nie aufgeben, an sich und seine Fähigkeiten zu glauben. Schon gar nicht sollte man sich von anderen einreden lassen, was das Beste für einen sei. Der gemütliche Po ist für diese Aussage der ideale Botschafter.

Im Original leiht Jack Black dem ersten Kung Fu Panda der Filmgeschichte seine Stimme. In seiner ganzen Art, seiner Gestik und Mimik erscheint Po wie Blacks Alter Ego. Dieser Wiedererkennungswert, den bereits frühere Dreamworks-Animationsfilme wie Bee Movie – Das Honigkomplott (2007) und Antz (1998) in der engen Verbindung zwischen ihrem tierischen Hauptdarsteller und der prominenten Stimme dahinter besaßen, reduziert sich in der deutschen Fassung, für die Hape Kerkeling als Sprecher engagiert wurde.

Kung Fu Panda

Der slapsticklastige und dabei stets kindgerechte Humor sowie die temporeichen Actionsequenzen – darunter eine augenzwinkernde Montage in klassischer Rocky-Manier – verleihen Kung Fu Panda ausreichend Schwung, um ohne größere Konditionsschwächen das Ziel zu erreichen. Lediglich in den kurzen Augenblicken, in denen Knuddelbär Po eine Verschnaufpause einlegt und die Bühne allein seinen Mitstreitern, den „Furiosen Fünf“, überlässt, leisten sich die Regisseure Mark Osborne und John Stevenson einige stilistische Durchhänger. So wirken die Animationen der tierischen Nebendarsteller vergleichsweise lieblos. Zeit, um länger darüber nachzudenken, hat man jedoch nicht. Spätestens bei Pos nächstem Auftritt ist dieser Makel vergessen, und es regiert der Spaß an der One-Panda-Show des Jack Black.

Trailer zu „Kung Fu Panda“


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Kommentare


Harry

"Sommer-Olympiade" ... meinen Sie die Olympiade oder die Olympischen Sommerspiele ? ;)






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