Kings of Rock - Tenacious D

Wie spaßig das Rock-Musical über zwei dauerhaft pubertierende Slacker mit Star-Ambitionen empfunden wird, steht und fällt mit der persönlichen Euphorie für Schauspieler, Produzent und Autor Jack Black und seine Band „Tenacious D“. Oder mit dem individuellen Drogenkonsum.

Kings of Rock - Tenacious D

Nach seinen Rollen in Stephen Frears High Fidelity (2000) als radikaler Plattenverkäufer mit Garagenband, der sich weigert, Musik an den Mann zu bringen, die er selbst für verabscheuungswürdig hält, und als erfolglos, aber passioniert rockender Rumgammler und hochstapelnder Aushilfslehrer Dewey Finn in Richard Linklaters School of Rock (2003) scheint Jack Blacks Alter Ego „JB“ in Kings of Rock - Tenacious D (Tenacious D in: The Pick of Destiny) deren autobiografisch gefärbte Quintessenz zu sein.

JB gründet mit KG (Kyle Gass) die Band „Tenacious D“, die im wahren Leben seit 1994 in dieser Konstellation besteht, auch dank Blacks wachsender Popularität als Schauspieler eine ebensolche enthusiastische bis beinah kultische Anhängerschaft hinter sich versammelt, mehrere TV-Specials in den USA absolviert hat und unter anderem als Vorgruppe für Beck, Tool und Pearl Jam aufgetreten ist. „The D“ ist gleichzeitig Heavy-Metal- und Hard-Rock-Hommage und –Parodie, ihre Texte eine Mischung aus platt und subversiv, oft sehr komisch und immer wieder gerne um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kreisend: Freunde und Frauen, Ficken und Furzen.

Kings of Rock - Tenacious D

Gass ist in seinen darstellerischen Fähigkeiten auf eine leicht überschaubare Palette von Gesichtsausdrücken limitiert und wirkt wie der dickere und glatzköpfige ältere Bruder von Black. Als Filmduo verkörpern sie die Teddybär-Variante mit Knopfaugen und Doppelkinn vom weisen Lehrmeister Yoda und seinem demütigen Schüler Luke Skywalker, die wie Beavis und Butthead auf einem speckigen Sofa abhängen, sich vorzugsweise mit „Dude“ anreden und das Trockenschwimmen für zukünftige Rockstars proben. Weil das und der von KG verordnete „Cock-Push-Up“ („Because you never know when to fuck yourself out of a tight situation.”) auf Dauer dann doch eine gewisse Monotonie aufkommen lassen und sich das Paar zu Höherem berufen fühlt, macht es sich auf die abenteuerliche Suche nach einem magischen Gitarren-Plektron („The Pick of Destiny“), dem Zahn des Satans, das den rasanten Aufstieg in den ewigen Musik-Olymp garantieren soll.

Hierbei kreuzen John C. Reilly als haarige Kiffer-Fantasie Bigfoot, Ben Stiller mit Steckdosenfrisur, Tim Robbins als ungewaschener, einbeiniger Deutscher und schließlich Dave Grohl, Frontmann der Foo Fighters, in Gestalt des Teufels, der sein lückenhaftes Gebiss vervollständigen will, ihren Weg. Neben den musikalischen Einlagen und kurzen Comic-Einschüben zählen diese Gastauftritte zu den komödiantischen Höhepunkten des Films. Der Rest ist, von einigen eher rar gestreuten originellen Einfällen abgesehen, sich wiederholende Selbstvermarktung. Ein mit der Zeit leer laufender, mäßig witziger Insider-Joke, der wohl vor allem Zugedröhnte und Hardcore-Fans von „Tenacious D“ - am besten in Kombination - zum Schenkelklopfen bringt. Und natürlich seine Erzähler Jack Black und Kyle Gass, die das Drehbuch zu ihrem größtenteils frei erfundenen Biopic gemeinsam mit dem wenig erfahrenen Regisseur Lyam Lynch (Sarah Silverman: Jesus Is Magic, 2005) verfasst haben.

Kings of Rock - Tenacious D

Lynch lehnt sich die meiste Zeit entspannt zurück, als würde er darauf setzen, dass sein Zugpferd Black nur mit den buschigen Augenbrauen zu zucken braucht und ansonsten wenig Aktion nötig ist, damit der Zuschauer kichernd unter dem Kinosessel liegt. Ähnlich einem Marihuana-Rausch geht es nach einem euphorischen und mitreißenden, viel versprechenden Einstieg - in der ein junger JB (Troy Gentile, auch Blacks Miniaturausgabe in Nacho Libre, 2006) mit seinem erzkonservativen, frommen Vater (Meat Loaf) für sein Recht zu rocken kämpft - langsam aber sicher bergab und der stark episodenhaften, etwas zu relaxten Inszenierung bald die Puste aus. „I serve society by rocking!“, lautete in School of Rock Dewey Finns liebenswertes, wenn auch größenwahnsinniges Motto. Das von JB und seinen Komplizen scheint diesmal zu heißen: „I serve myself by rocking!“

Kommentare


JB's Fan

Ich fin den Film atsch geil^^






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