Kampf der Königinnen

Die Titelverteidigerin geht dreimal die Woche joggen, sie startet als erste ins Training. Heute jubeln ihr 10.199 Zuschauer zu.

Kampf der Königinnen 01

Nein, trotz des ähnlich klingenden Titels – Kampf der Königinnen hat nichts mit dem Film über Boxweltmeisterin Regina Halmich zu tun. Die Damen, die sich hier sportlich betätigen, kämpfen zwar auch in verschiedenen Gewichtsklassen, die Kategorie Fliegengewicht gibt es allerdings nicht.
Eine Gruppe von Nachwuchsbikern, ein Zürcher Radiomoderator und ein Züchter machen sich auf zum großen Kuhwettkampf in Orsières. Regisseur Nicolas Steiner verdichtet ihre Anreise in einer stimmigen Montagesequenz. Es soll nicht die letzte gewesen sein. Immer wieder werden in diesen Momenten Stimmungen erzeugt, wird mit dem Dehnen und Komprimieren von Zeit – viele Bilder sind verlangsamt – gespielt. In solchen Augenblicken wird die Stimmung zusätzlich von der sonst abwesenden Musik kreiert. Ansonsten dominieren Hintergrundgeräusche die Tonebene. Dialoge sind rar und kaum verständlich. Der Regisseur setzt ganz auf die Bildgewalt seiner Schwarzweißkompositionen, was zumindest bedingt aufgeht.

Kampf der Königinnen 02

Im Wechselspiel des Panoramas der Walliser Alpen und des urtümlichen Treibens steht Kampf der Königinnen, und dies ist natürlich denkbar hoch gegriffen, in seinen stärksten Momenten zwischen den Beobachtungsfilmen eines Harun Farocki und den Collagen eines Thomas Heise. Nur dass die politische Dimension gänzlich fehlt. Eher setzt Steiner auf den komischen Effekt, ohne seine Figuren dabei vorzuführen. Eine Kuh namens Shakira, eine ominöse Tombola und eine Lautsprecherdurchsage im besten M.A.S.H-Stil – Elemente, die der Folklore den Spiegel vorhalten, sich des verschwörerischen Amüsements der Zuschauer gewiss sein können. Vorausgesetzt, der ist zwischenzeitlich nicht ausgestiegen. Denn Kampf der Königinnen dauert länger als ein Halmich-Fight. Die Prämisse ist dabei ähnlich reduziert.

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