JCVD

Subtile Komödie, ironisches Portrait und Polizeidrama: Diese Hommage an Jean-Claude Van Damme ist das alles zusammen und wirkt doch nie überladen.

JCVD

So muss er natürlich beginnen, ein typischer Jean-Claude-Van-Damme-Film, mit ordentlich Action. In einer nicht näher bezeichneten, aber offensichtlich feindlichen Industrielandschaft tritt, schlägt und schießt er sich durch Welle um Welle von Angreifern, in einer einzigen, schier endlosen Einstellung. Seltsam nur, dass Van Damme langsamer zu werden scheint, zuletzt wirkt er gar fast unbeholfen.

Dann entpuppt sich die Szene, eine Kulissenwand fällt um, als Film im Film, und ein sichtlich erschöpfter Van Damme wendet sich an den völlig desinteressierten Regisseur: Ob denn diese lange Szene ohne Schnitt wirklich nötig sei? Er sei schließlich 47 Jahre alt.
Spätestens da ist klar: Ein Film, der das Alter seiner Hauptfigur thematisiert, seine Schwächen und Unzulänglichkeiten, ist natürlich kein gewöhnliches Van-Damme-Vehikel. Stattdessen handelt er von der Figur dieses belgischen Prügelfilmkönigs der 1990er Jahre, dessen Initialen nicht umsonst den Titel des Films bilden. Regisseur und Autor Mabrouk El Mechri spielt raffiniert mit der „star persona“ Van Dammes und lässt sie mit einiger Wucht auf eine realistische Welt treffen, die natürlich auch wieder hochgradig fiktional ist.

JCVD

Jean-Claude Van Damme, gespielt also von sich selbst, trifft zu einem kurzen Urlaub in Belgien ein, nachdem er bei einem Prozess in den USA das Sorgerecht für seine kleine Tochter verloren hat. Auch seine Karriere gibt kaum Anlass zur Hoffnung, sein Agent bietet ihm nur noch billigste C-Filme an, und finanziell wird es knapp. In Belgien findet er jedoch keine Ruhe: An jeder Ecke wird er als der erkannt, der sich „durchgeboxt“ hat – und beim verzweifelten Versuch, in einem Postamt doch noch an etwas Bargeld zu kommen, gerät er mitten in einen Überfall.

Das ist nun wieder eine Situation, die man von diesem Schauspieler kennt; man wartet schier, dass er sich gegen die bewaffneten Männer zur Wehr setzt, dass der Befreiungsschlag kommt, aber er kommt nicht; der „Jean-Claude“ dieses Films, wie er auch für die Räuber heißt, ist ja nicht mit seinem Image und seinen Filmfiguren identisch. Stattdessen wird er durch einen unglücklichen Zufall von der Polizei selbst für den Posträuber gehalten.

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El Mechri konfrontiert seine Hauptfigur immerfort auf nicht unbedingt schmeichelhafte Weise mit der medialen Präsenz des realen Jean-Claude Van Damme: Im Gerichtssaal werden die verschiedenen Tötungsformen aus seinen Filmen als Gefahr für die Jugend aufgezählt, und wir erfahren, dass sich die Schulkameraden seiner Tochter über ihn lustig machen. Im Inneren des Postamts muss er hingegen für einen der Räuber, der ein großer Fan ist, Kunststückchen machen wie ein dressierter Hund.
JCVD ist, man kann es nicht anders sagen, gesättigt mit Verweisen auf Van Dammes Arbeit im Filmgeschäft und darauf, wie sehr wir unsere Realität bereits durch Filme vermittelt wahrnehmen; da ist es ein hübscher Kommentar, dass die Polizei ihr Einsatzzentrum in einer Videothek einrichtet; etwas intimere Absprachen finden in der Pornoabteilung statt.

Zugleich tut der Film alles, um eine Aussage seiner eigenen Hauptfigur – „das ist nämlich kein Film, sondern die Wirklichkeit“ – zu unterlaufen. In manchen Einstellungen, in wackeligen Handkameraführungen zitiert er Standards des aktuellen Polizei- und Agentenfilms; das eher grobkörnige, in weitgehend entsättigten Farben gehaltene Bild hingegen verweist tendenziell aufs artifizielle Arthouse-Kino – ebenso wie Van Dammes großartiger, anscheinend improvisierter minutenlanger Monolog in der zweiten Filmhälfte.

JCVD

In diesem Zwiegespräch mit dem Zuschauer, das ganz wörtlich aus der sonstigen Filmhandlung herausgehoben ist, spricht er über seine Verletzlichkeiten, Ängste und den Wert menschlichen Lebens. Mit Blick auf Van Dammes filmisches Werk ist das zugleich hochgradig ironisch und sehr, sehr komisch wie auch von subtiler Traurigkeit. Das alles in mehr Worten, als manch früherer Film des Belgiers insgesamt an Dialog aufzubringen vermochte. JCVD wird so zu einem sympathischen und sehr selbstreflexiven, seine Fiktionalität immer ausstellenden Portrait Jean-Claude Van Dammes; vor allem aber zu einer Hommage, die den Schauspieler nicht nur würdigt, sondern zum Leuchten bringt. Van Damme mag kein großer Charakterschauspieler sein; sich selbst aber kann er spielen wie kein Zweiter.

Und offenbar, seine Verächter wollten davon nie etwas wissen, kann er auch mehr als Prügeln und Schießen. Dies jedenfalls ist sein bisher zartester Film.

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Kommentare


Stefanii Auch

Dieser Jean-Claude Van Damme Film ist der größte Müll der je auf einer Blu Ray Disk war. Eine absolut Hirnlose Geschichte die von schlechten und sogar von misserablen Darstellern getragen wird.
Die Regie und somit auch die Kameraführung erinnert an die Versuche eines Kleinkindes einen Film zu drehen.
Die Filmqualität ist unter aller Würde, mal zu Grün mal zu Rot und Verwaschen. Und das auch noch auf Blu Ray.
Und da steht auf der Blu Ray auch noch, das Jean Claude Van Damme für diesen Müll hoch drei einen Oscar verdient hätte.
Ich glaube es nicht.
Na ja habe ich eben eine neue Blu Ray Hülle für 6,99 Euro.


Angel

KLasse Film jCVD weiter so


Tom

Van damme 4 ever!!!
das sind doch alles nur neider... die sagen der film sei müll!!! Er kann wenigstens über sich selbst lachen im gegensatz zu anderen B- Promis...
TOP!!!






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