In the Land of Blood and Honey

In Angelina Jolies Regiedebüt verliert sich eine dünne Geschichte in einer Aufzählung von Grausamkeiten.

In the Land of Blood and Honey

Wenn ein Star wie Angelina Jolie zum ersten Mal Regie führt, horchen Publikum und Filmkritiker natürlich auf – erst recht, wenn es sich um einen Film mit einem so harschen Thema wie den Vergewaltigungslagern im Bosnienkrieg handelt. Es hat wohl viele überrascht, dass In the Land of Blood and Honey ein sehr geradeheraus inszenierter Film geworden ist, der trotz seiner Story – Liebespaar aus gefangener Frau und Lagerkommandant – nicht kitschig ist. Im Gegenteil, man merkt, dass es Jolie ernst ist mit ihrem Thema. Ihr gelingen einige schrecklich realistische Szenen; doch die Liebesgeschichte wirkt zu dünn für diese Geschehnisse. Dennoch ist In the Land of Blood and Honey ein interessanter Film, weil er ein vernachlässigtes Thema aufgreift, was vermutlich auch die Motivation für die in Menschenrechtsfragen engagierte Jolie war.

Die Muslimin Ajla und der Christ Danjiel beginnen vor dem Krieg eine Romanze, doch schon ihr erstes Date endet durch einen Bombenanschlag. Als sie sich später wiedersehen, ist er der Chef des Gefangenenlagers, in dem Frauen systematisch vergewaltigt werden. Danjiel stellt Ajla unter seinen Schutz und scheint auch an den Methoden des Krieges zu zweifeln, aber er bleibt eine schwache Figur, zu unterkomplex für die verfahrene Lage, in der sie sich befindet. Erklärt wird Danjiels widersprüchliches Verhalten damit, dass er der Sohn eines berühmten Generals ist und der Autorität seines Vaters nichts entgegensetzen kann.

In the Land of Blood and Honey 1

Mehr noch stören die über die lange Laufzeit des Films (127 Minuten) immer wieder gezeigten neuen Gräueltaten, die bald keinen Zweck mehr erfüllen – weder strukturell noch inhaltlich – sondern nur noch jeweils eine Schrecklichkeit dazu addieren. Ein verfilmtes Pamphlet gegen Gewalt an Frauen ist In the Land of Blood and Honey zwar nicht geworden, eine das Sujet wirklich durchdringende Geschichte hat er aber auch nicht zu erzählen.

Trailer zu „In the Land of Blood and Honey“


Trailer ansehen (2)

Kommentare


Stefan

Sehr interessanter Film, vorallem finde ich es sehr überraschend den Namen Angelina Jolie in diesem Zusammenhang zu lesen; eigentlich taucht ihr Name doch nur in der Regenbogenpresse auf.

Ich bin sehr gespannt wie diese Glamour-Lady es geschafft hat einen solch anpruchsvollen Stoff spannend zu erzählen.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.