In meinem Himmel

Sollte es tatsächlich einen Himmel geben wie den in Peter Jacksons Literaturverkitschung, schickt mich in die Hölle.

In meinem Himmel

Wobei die meiste Zeit gar nicht der Himmel, sondern ein Reich zwischen Erde und Himmel per Computer animiert wurde, das aussieht, als hätte sich Dalí ins Land der Teletubbies verirrt. In diese Übergangsstation, das „in-between“, gelangt die Protagonistin Susie Salmon (Saoirse Ronan, Abbitte, Atonement, 2007), als sie im Alter von 14 Jahren von einem Nachbarn (Stanley Tucci) ermordet wird, den der geschulte Kinogänger auf den ersten Blick als Serienkiller erkennt, während sämtliche Filmfiguren dafür erstaunlich lange brauchen. Ganz zum Schluss geht’s dann weiter in den Himmel, und der erinnert mit Weizenfeld, Sonnenschein und lauter lächelnden Menschen stark an Rama-Werbung aus der 80ern – plus Kind mit Blockflöte.

Für Regisseur und Co-Drehbuchautor Peter Jackson (King Kong, 2005) scheint seine Vision des Zwischenreichs allerdings eine „perfekte Welt“ zu sein: In der Eröffnungsszene von In meinem Himmel (The Lovely Bones) hat die kleine Susie Mitleid mit einem Plastikpinguin, der ganz allein in einer Schneekugel gefangen ist. Vater Jack (Mark Wahlberg) beruhigt das besorgte Kind daraufhin mit den Worten, „Don’t worry, kiddo, he’s trapped in a perfect world“ – ein Schicksal, das Susie nach ihrem gewaltsamen Tod ebenfalls ereilt, bis sie und ihre Familie einen Weg gefunden haben, zu akzeptieren und loszulassen.

In meinem Himmel

Anstatt sich auf die Schwierigkeiten des Abschiednehmens und auf die Entwicklungen der Figuren zu konzentrieren, wie es Alice Sebold in der gleichnamigen literarischen Vorlage (2002) tut, verwandelt Jackson das Familiendrama in einen Fantasy-Thriller, der ständig in Aktion und Effekte flüchtet, wenn es zwischenmenschlich kompliziert und unangenehm werden könnte, und dabei abrupte Tonfallsprünge zwischen Komik, Sentiment und Spannung hinlegt. Mutter Abigail (Rachel Weisz) ist „not coping well“, weshalb erst Susan Sarandon als trinkende und rauchende Chaos-Oma einen deplatzierten comic relief absolviert, bevor die durchweg vernachlässigte Figur der Mutter in ferne Weinberge abgeschoben wird. Vater Jack geht derweilen mit dem Baseballschläger auf Mörderjagd, und Schwester Lindsey (Rose McIver) macht zur Verlustbearbeitung Liegestütze.

In meinem Himmel

Nun ist Sebolds Roman keine bedeutende Weltliteratur und war in den USA vielleicht vor allem deshalb ein Bestseller, weil er kurz nach den Anschlägen des 11. September veröffentlicht wurde und mit seiner überirdischen Trauerbewältigungsgeschichte eine tröstende Botschaft aussendet. Im Gegensatz zum Film hält sich die Kitschdosis des Buches aber in erträglichen Grenzen, und die Autorin verwendet nicht viel Zeit darauf, den außergewöhnlichen Aufenthaltsort der Ich-Erzählerin zu beschreiben. Für Jackson scheint das Bebildern dieser Zwischenwelt aber der größte Reiz an der Umsetzung gewesen zu sein, was bei der Filmografie des neuseeländischen Effekt-Junkies nicht überrascht, im Ergebnis aber mit aufgeblähter Einfallslosigkeit und albernem Infantilismus enttäuscht. Blätter, die sich in Vögel verwandeln, überdimensionale Schmetterlinge, pastellfarbene Sonnenuntergänge und grüne Wiesen scheinen eher der Vorstellung eines Vorschulkindes zu entsprechen als der einer 14-Jährigen, die hier im Voice-over das Geschehen mit andächtiger Stimme kommentiert und deren Hauptfunktion es ist, mit aufgerissenen Augen in die Kamera zu staunen.

In meinem Himmel

Der Regisseur hat schon einmal in Himmlische Kreaturen (Heavenly Creatures, 1994) die Fantasiewelt von zwei heranwachsenden Mädchen erschaffen, die schließlich zu Mörderinnen werden. Die blühende Imagination der Teenager bildete dort aber einen Kontrast zu ihrer nüchternen Realität und zur emotionalen Reserviertheit der Eltern und trug außerdem mit Mario Lanza als riesiges Knetmännchen und Orson Welles als Schreckgespenst weniger bierernste Züge als es hier der Fall ist. In Jacksons neuem Film fehlen die Gegengewichte zum kitschig-artifiziellen Computerjenseits und jegliche Ambivalenzen in der Erzählung. Die Familie Salmon ist bis zu Susies Tod eindeutig happy und der gestörte Nachbar mit blutrotem Vorhang und als Bastler von Puppenhäusern eindeutig creepy, gleichzeitig aber PG-13-tauglich (bei uns frei-ab-12-geeignet). Seine Vergewaltigung des Mädchens, die im Buch ungeschönt geschildert wird, wurde für die Filmversion gänzlich gestrichen.

In meinem Himmel

Unverfänglich und unmissverständlich ist die gesamte Inszenierung von In meinem Himmel. Als überdeutliche Metaphern dienen ausgehende Kerzen und geköpfte Cola-Flaschen. Die Kamera ist permanent am schwenken und zoomen. Tonspur und Soundtrack möchten uns fast ohne Pause dazu drängen, wechselweise betroffen oder beängstigt zu sein. Waren die Spezialeffekte in Jacksons Der Herr der Ringe-Trilogie (2001-2003) noch wirkungsvoll in die Handlung integriert, sind sie hier ähnlich wie zuletzt im gigantischen Affentheater King Kong oft nur substanzlose Stimmungsmache und sinnfreies Spektakel.

Zugunsten des Effektes lässt Jackson mehrfach ein dem Thema angemessenes Feingefühl vermissen. In einer auf Spannung geschnittenen Sequenz, in der Susie auf ihren zukünftigen Mörder trifft und realisiert, dass sie in der Falle sitzt, zeigt der Regisseur parallel dazu Aufnahmen ihrer Familie beim Abendessen. Das plumpe Nebeneinanderstellen von Schrecken und Normalität, Todesangst und Spaß, von der Ahnung des Mädchens und des Zuschauers, was gleich passieren wird, und der aufkommenden Sorge der Familie um das abwesende Kind, wirkt mehr grausam als mitfühlend.

In meinem Himmel

Gegen Ende folgt eine weitere missstimmige Parallelmontage, die vielmehr bizarr, statt bewegend ist: Susie kehrt noch einmal auf die Erde zurück, indem sie in den Körper eines anderen Mädchens fährt, um sich den verpassten ersten Kuss von ihrem Schulschwarm abzuholen. Als wäre diese dem Buch entliehene Liebesszene nicht schon grotesk genug, präsentiert Jackson zudem den Mörder, wie er zeitgleich Susies zerstückelte, in einem Safe aufbewahrte Leiche verschwinden lässt. Nachdem Überresteentsorgung und übersinnliche Romantik gemeinsam vollzogen sind, kann die Protagonistin dann endlich in den sonnigen CGI-Himmel einziehen. So sieht Kindsmord als Wohlfühlkino aus.

Trailer zu „In meinem Himmel“


Trailer ansehen (1)

Kommentare


Stefan

Ich kann der Rezension nur Zustimmen: substanzlose Effekthascherei mit allerlei infantiler, bis ins Groteske gesteigerten Verkitschung. Von einigen Logiklöchern mal ganz zu schweigen...
Abgesehen davon, welche Quintessenz soll dem Film zugrunde liegen? Ich meine, wie die bezaubernde, von kindlicher Naivität geprägte Protagonistin mit ihrem Mörder im Erdloch sitzt und schlagartig begreift, dass sie diese Nacht wohl nicht überleben wird, fand ich sehr grausam und unbehaglich. Man konnte ihr die Todesangst förmlich ansehen. An dieser Stelle musste ich kurz eine Pause machen. An diesem Punkt stellte sich mir die Frage, warum ich mir den Film überhaupt ansehe...das ist nicht die Art Unterhaltung, für die ich ins Kino gehe. Und ich bin leidenschaftlicher Horrorfilm-Fan...

Ein solch anspruchsvolles Thema zu Verfilmen setzt eine ganze Menge filmischer Komptenz voraus, ein Anspruch, dem Jackson leider zu keiner Zeit gerecht wird. Die digitalen Effekte wirken plump, überladen und aufgesetzt und passen irgendwie nicht zum Thema.
Die Auflösung der Geschichte fand ich absolut unbefriedigend.
Außer einem unangenehmen Gefühl hat dieser Film bei mir nichts hinterlassen.


Stephane

Ich konnte, ohne vom Buch "Lovely Bones" zu wissen, dem Film ansehen, dass grosses Erzählpotential verschenkt wurde und, schlimmer, sämtliche der Geschichte angeknüpfte Problematik gänzlich gemieden wurde.

Da hatte Jackson wirklich mal die Chance, eine doch nicht uninteressante Geschichte (wie ein 14 jähriges Kind zwischen Rache und Familienglück muss entscheiden, und das im Jenseits) in metaphorisch reiche und clevere bilder umzusetzen, doch er is daran gescheitert es nicht mal versucht zu haben. Statt sich der Thematik zu bemühen, hat er diese durch eine knackige Fantasy-Welt geradezu ersetzt.

Ich stimme dem critic.de Kommentar zum Film voll zu, denn ich war verdammt enttäuscht von diesem Streifen, obwohl ich ihn mir unfreiwillieg ansehen "musste".

Der Rythmus, die Musik, die Regie: eine Katastrophe.


Jane

Ich bin ja sehr erleichtert, dass offensichtlich noch andere Menschen auf diesem Planeten meine Meinung zu diesem katastrophalen Film teilen!
Normalerweise schreibe ich keine Filmkritiken - obwohl ich sehr häufig ins Kino gehe.
Aber ich habe mir diesen Film heute angeschaut und kann es noch immer nicht fassen!
Wie mein Vorredner schon sagte: "Von den Logikfehlern mal ganz abgesehen" - dieser Film ist mehr als flach!
Und das Ende fand ich gänzlich ... furchtbar!

Nach 45 Minuten hatte ich das Gefühl, die Geschichte würde nicht weitergehen - nach einem starken Anfang hat meine Zuversicht rapide abgenommen.
Diese "Zwischenwelt" wurde nicht nur unlogischer, sondern auch nervig!

"Sollte es tatsächlich einen Himmel geben wie den in Peter Jacksons Literaturverkitschung, schickt mich in die Hölle." - ich bin dabei!


Marko

Mal ganz vorweg zur "Unterüberschrift": soweit ich weiß ist die Hölle der Inbegriff alles Negativen (endlose Qualen und Leid, etc...).Ich verstehe beim besten Willen nicht wie man die Hölle vor Jacksons idyllischen, kitschigen Himmel vorziehen kann. (...)

Ich fand Susies Zwischenwelt/Himmel eigentlich recht gut in Szene gesetzt. Dass es kitschig, theatralisch, farbenfroh und CGI-lastig wird, war mir von Anfang an klar. Was mir jedoch besonders gefallen hat sind die wiederkehrenden Symbole wie z.B. die Rose oder der Leuchtturm. Ein anderer Punkt ist auch der Bezug zur realen Welt.(z.B. wenn Susies Vater seine Flaschen-boote zerstört und im Himmel ebenfalls kaputt gehen). Meiner Meinung nach ist der Himmel recht gut durchdacht und geschickt drapiert. So sieht man den Pinguin vom Anfang als eine riesige Hecke im Hintergrund in Susies Himmel, oder das Feld in Susies Albtraum sieht genauso aus wie das, wo sie umgebracht wurde(Ich glaube diese Aspekte wurden von den meisten Zuschauern übersehen).
Vom Visuellen her hatte ich das Gefühl,(wie schon erwähnt) dass man sich wirklich Gedanken darüber gemacht wie man alles in Szene setzt und es mal eine Abwechslung zu den stumpfen Hollywood-Filmen ist.

Das was die Autorin "plumpe Nebeneinanderstellen" nennt, nennt man auch Antithese und ist ein Stilmittel, das vor Allem in der Barock-Literatur verwendet wurde. Wer sich kaum mit Literatur befasst, wird daher wahrscheinlich auch nicht wissen, dass das "plumpe Nebeneinanderstellen" zeigt, wie "anspruchsvoll" ein Werk ist. Möglicherweise wollte man ja auch die Grausamkeit der Situation zeigen anstatt Mitgefühl zu erzeugen...
Den Film hab ich auch wegen diesen Stilmitteln, wie den Metaphern, gelobt. Dass die Verfilmung dem Buch nicht das Wasser reichen kann ist selbstverständlich, aber das wichtigste, die Botschaft, konnte der Film, jedenfalls bei mir, übermitteln.
Filmmusik hat ja, bekanntlicherweise, den Zweck Emotionen hervorzurufen und Peter Jackson ist das bei In meinem Himmel gut gelungen. Mir persönlich hat die Filmmusik sehr gut gefallen und, bis jetzt, habe ich auch nur positive Kritik über sie gelesen. Dass die Musik uns in diesem Film dazu drängt "wechselweise betroffen oder beängstigt zu sein" ist, kurz gesagt, Quatsch...Aber jeder hat eben seinen eigenen Geschmack (...)
Die Schauspieler haben super Arbeit geleistet. Den Film werde ich mir definitiv kaufen, auch wenn das Ende etwas enttäuschend und bizarr ist.

Ein kleiner Anhang: Ich hab ja schon ein paar Kritiken über diesen Film gelesen...mir ist aufgefallen, dass diese hier und einige andere mit selben Aussagen kommen die zu speziell sind, dass ich glaube der eine oder andere hat wo abgekupfert (z.B. die Erwähnung von Dali, ein Künstler der zu unbekannt ist als dass einige Leute "zufällig" auf ihn kommen...und die "überdimensionalen Schmetterlinge" oder "Blätter die sich zu Vögeln verwandeln", die als Beispiel der Kitsch-Welt genommen werden).


Frédéric

Aus Markos Kommentar habe ich die persönlichen Beleidigungen gestrichen.


Lea

Dieser Rezension kann ich für meinen Teil in keinster Weise zustimmen. Die Autorin scheint sich nicht ganz im klaren gewesen zu sein, was genau sie sich von dem film erhofft hat. Beispielsweise kritisiert sie zuerst die zu grausame Darstellung der Szene, in der Opfer und Mörder das erste Mal aufeinander treffen, später mault sie, dass der "Kindsmord als Wohlfühlkino" aussieht.
Mord ist nunmal eine grausame Sache. Es so darzustellen, wie Peter Jackson es tat, ist einfach real.

Nun gut, über die Darstellung des Himmels kann man sich jetzt streiten. Alice Sebold hat sich kaum mit dem Thema auseinandergesetzt. Doch wie will man als Regisseur den Zuschauern den individuellen "Vorhimmel" Susies näher bringen, ohne ihn zu verwirren? Als ich zum Beispiel das Buch las, konnte ich mir ihren Himmel nicht vorstellen. Peter Jackson hat mir die Geschichte viel näher gebracht und ziemlich gut gelöst.

In vielen Kritiken heißt es "Mal ganz abgesehen von den Logikfehlern". Mir sind keine gravierenden aufgefallen. Vielleicht könnten ja ein paar genannt werden.

Viele Kritiker unterstreichen besonders die ach so grausame und gefühllose "Erdloch-Szene". Hier noch mal ein paar Fragen:
Ist Mord nicht grausam?
Warum sollte die Szene mitfühlender sein? Man sieht doch das sie Angst hat und weiß dass sie sterben wird, also ist man gespannt.

Von dem Ende war ich auch nicht überragend begeistert, aber der Film an sich war für mich wieder einmal eine hervorragende Leistung Peter Jacksons.


Mareike

Ich frage mich ernsthaft, ob die Kritikerin den Film und die Absichten hinter den Inszenierungen verstanden hat.
Ein Beispiel: die parallel laufenden Sequenzen von Susie auf der einen und er Familie auf der anderen Seite.Das soll zum Ausdruck bringen, wie banal eine Situationen sein kann,während woanders zur gleichen Zeit möglicherweise etwas grausames geschieht. Das hat nichts mit Grausamkeit von seiten des Regisseurs zu tun sondern mit purer Realität. Des weiteren ist der hier dargestellte Himmel nicht kitschig sondern hochmetaphorisch. Selbst die ach so kindischen Farben haben in diesem Fall eine Aussage. Ich fand den Film hervorragend,es passt alles zusammen auch die Musik,welche numal in Filmen bekanntermaßen als Unterstreichung der Szene dient und deshalb auch natürlich entweder Trauer oder Freude vermitteln soll. Das ist bei diesem Film nichts neues sondern wird immer so gehandhabt...wem das noch nicht aufgefallen ist, der sollte sich vielleicht weniger abstrakte Filme anschauen und lieber auf sinnloses Actiongeballer umsteigen.Da braucht man sich dann auch nicht mehr soviel Gedanken um die Aussage des Films machen.


Jenni

WO KANN MAN DIESEN FILM GUCKEN !!!!!!!


Padi

Ich habe den Film soeben gesehen und weiß ehrlich gesagt nicht, was ich dazu sagen soll.Mir erging es ähnlich wie Stefan, die ganze Zeit hatte ich bei diesem Film ein eher unbehagliches Gefühl, zwischendurch bin ich auch mal in die Küche gegangen, hab den Film weiterlaufen lassen,die Tatsache,das so ein schreckliches Schicksal sowohl diesem als auch den anderen Mädchen aus der Zwischenwelt widerfahren mußte,stellt einem die Frage, warum der Regisseur diese Kinder als glücklich veranschaulicht, wo doch jeder Mensch weiß,das diese Kinder alles andere als glücklich sein müssen.Es ist alles ziemlich grotesk und banal dargestellt, von der Unlogik ganz zu schweigen, das Ende war total enttäuschend.Da ich überzeugt bin,zu beurteilen, was qualitativ hochwertig ist oder einfach nur miserabel gestrickt,kann ich die wenigen Befürwörter dieses Filmes nicht vestehen,wie kann man so eine grausame Geschichte auf der einen Seite und diese Art Heile-Welt Märchen auf der anderen Seite so miteinander verknüpfen?Entweder mache ich als Regisseur ein herzzerreisendes Drama aus dieser Geschichte, oder ich mache einen quietschfidelen Märchenfilm fernab von Sexualverbrechen - und morden.Einfach nur geschmacklos.Diesen Film werde ich mir garantiert nicht mehr anschauen,denn ich schaue mir nur mehrmals einen Film an,der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.


Joerg

Es gibt mehrere Gründe den Film anzusehen. Ein Grund ist Saoirse Ronan, das Mädchen ist einfach brilliant. Ein anderer ist Stanley Tucci, der zwar mit einigen Ungereimtheiten leben musste, aber er hat das gemeistert und nicht umsonst eine Oscar-Nominierung bekommen.So fragt man sich: Wie kann er ein so großes Loch in einen Acker buddeln? Ohne Bagger, ohne Hilfe, und ohne dabei gesehen zu werden? Wie bekommt er den Zentnerschweren Safe aus dem Keller ins Auto? Leider bleiben die anderen (guten) Schauspieler blass, nur Susan Sarandon konnte etwas mithalten, was aber, wie oben schon erwähnt, Saoirse Ronan und Stanley Tucci zu verdanken ist. Ich bin kein umbedingter Ronan Fan, aber hier kann man eins nur unterstreichen: Du bist wunderschön, Susie Salmon. In diesem Film ganz sicher!


Felix

Danke, dass von meinem Vorredner zum ersten mal auf einen der Logikfehler eingegangen wurde. Im Anschluss daran würde mich interessieren, wenn man sich schon Gedanken darüber macht, ob so ein Mann ein Loch ausheben kann, was innerhalb von mehreren Wochen sicherlich machbar ist, wieso man sich nicht weiterer im Film gezeigten Dinge bewusst wird, anstatt auf Kleinigkeiten rumzureiten, die an der Aussage in keinster Weise rütteln.
Ich wusste nicht worum es in dem Film ging, sondern sah ihn mir unbefangen an und muss sagen, dass es seit langer Zeit mal wieder ein Film war der mich zum Nachdenken brachte und in mir eine Regung verursachte.
Das Geschmäcker verschieden sind, mag wohl sein, aber kannman den Himmel auch nicht kitschig darstellen?
Denn wenn man sich Gedanken über die Darstellung des Himmels macht, es gibt, alleine Ethnisch gesehen, Unmengen an Vorstellungen wie der Himmel sein könnte, ergo kann man den Himmel nicht s darstellen, dass es einem passt, weil sich jeder etwas anderes darunter vorstellt.
Ich fand es sehr mutig von Peter Jackson sich diesem Thema anzunehmen und ich finde er hat es, gerade wegen der zum Teil kritisierten Szenen, genial umgesetzt.
Die Szene im Erdloch, die Schwester im Schlafzimmer, die Zuschüttung der Grube, ich wurde von einem Film selten Emotional so aufgewühlt.
Ja er war partiel grausam, aber wie schon erwähnt wurde, Mord ist grausam und Mord an Kindern, so einem Thema kann man an grausamkeit in einem Film nicht gerecht werden.
Die Himmelsszenen mit den glücklichen und lachenden Kindern ist genau das, was Susie erreichen muss. Sie wurde in der Zwischenwelt gehalten und konnte nicht vorranschreiten. Ebenso wenig ihre Familie, weil es nicht aufgeklärt war. Am Ende der Kuss war sicherlich wieder etwas kitschig, aber die parallele Szene in der der Safe in die Grube rollte... Genau darum geht es in Filmen, Emotionen zu wecken und genau in diesem Moment des Films, wurde einem bewusst was alls passiert ist und das dieses kleine Mädchen aus dem Leben gerissen wurde.
Das Ende ohne Frage war keine wirkliche Befriedigung zumal ich das Gefühl hatte, dass es erzwungen war. Man kann es dem Publikum nicht antun einen mehrfachen Kindermörder ungestraft davon kommen zu lassen. Wobei ich mir auch hier die Frage stelle, was hätte passieren müssen, so dass es mir gefällt?

Alles in allem ein sehr guter Film, den ich mir definitiv nochmal ansehen werde!


Matt

Ich fand den Film ganz gut, bin auch gerade dabei das Buch zu lesen und finde es härter als den film (aber auch besser bis jetzt). Es ist vollkomen klar, das eine Romanverfilmung nie ganz an die Vorlage herranreichen wird (denkt nur mal an Harry Potter oder Twilight) in einem Buch sind Gefühle und Gedanken der Protagnisten meist detailreich beschrieben, man kann sich besser in sie hineinversetzen und zusammenhänge verstehen, doch in einem Film von höchstens 3h kann man diese Gedanken und Gefühlsstränge nicht so leicht einbauen, man muss auch einiges verzichten oder anderes ändern damit man es umsetzen kann.
Ich finde es gut das Jackson den Himmel von Susie so umgesetzt hat, denn im Buch ist dieser nicht so sehr beschrieben und man kann sich schwer ein Gebilde davon machen (owohl ich mit dem Buch noch nicht durch bin)ein bisschen blöd fand ich, das die Vergewaltigung Susie's, welche im Buch beschrieben ist im Film nicht erwähnt wird, dort ist sie 'nur getötet' worden (ich meine nicht dass man die Tat hätte zeigen sollen, nicht umbedingt, aber zumindest auf eine Art und weise erwähnen...auch denke ich nicht das 'nur getötet' zu wenig ist oder nicht so schlimm oder so aber im Gegensatz zum Buch ist es zu harmlos dargestellt...)

Ach und zum Kommentar der Kritikerin,über Susie's Mörder, "den der geschulte Kinogänger auf den ersten Blick als Serienkiller erkennt, während sämtliche Filmfiguren dafür erstaunlich lange brauchen"kann ich nur sagen, das die Darsteller im Film wahrscheinlich keine geschulten Kinogänger sind, auserdem passierten sochle Sachen in der damaligen Zeit nicht so häufig wie heute, ich denke damals war es weitaus schwieriger zu 'erkennen' wer ein Serienkiller war und wer nicht, weil solche sachen damals halt nicht gängig waren und auch heute erkennt man nicht immer wer ein potenzieller Serienkiller ist, das Zuschauer im Kino das leichter erkennen, weil die Filme meist so ausgerichtet sind, dürfte klar sein(...)


NoName

Ich habe den Film gestern gesehen und muss immernoch ständig daran denken, besonders an den letzten Satz des Filmes. Ich kann die negativen Meinungen der Kritiker hier kein bisschen verstehen. Was ist so falsch an ihrem Himmel? Susi ist ein 14 jähriges Mädchen, das in "ihrer eigenen perfekten Welt" lebt. Wie stellt ihr euch denn die Fantasie einer vierzehnjährigen vor? Logikfehler sind mir auch aufgefallen, allerdings erst, nachdem der Film zuende war, sie haben also die Handlung nicht gestört ( Etwas merkwürdig war z.B., dass die Polizei weder das Erdloch, noch Fingerabdrücke gefunden hat, bei so einem Fall müsste man eig viel schneller auf den Täter kommen - aber diese paar Fehler waren für mich persönlich überhaupt nicht von Bedeutung)
ICh finde jedefalls, dass dem Regisseur ein richtig, richtig guter Film gelungen ist, der die Geschichte eines Mordes von allen Seiten zeigt. Gerade wenn es darum geht das Thema Mord möglichst nah zu schildern,ist etwas Fantasie (meiner Meinung nach) unverzichtbar - sie ist die einzige Möglichkeit, das erlebte zu verkraften.
Ich weine sonst nie bei Filmen, "The lovely bones" hat mich ergriffen wie kein anderer.


Gerry

Ich fand diesen Film teilweise klasse, teilweise verstörend und irgendwie wurde ich aus dem Streifen nicht so richtig schlau. Tolle Aufnahmen, ohne Frage, und auch eine tolle Susie Salmon. Aber man muss dieses Streifchen nicht gesehen haben.


Nadja

Wow, einige hier sind wirklich viel zu pessimistisch! Klar, manche Animationen der Zwischenwelt sind total unrealistisch, nichts desto trotz ist der Film trotzdem gut gelungen! Ganz ehrlich, an die Kritiker, die wirklich nur bemäkeln können: Stellt euch selbst mal hin & macht's besser!


cabguy

Ich habe den Film, von dem ich vorher nichts wusste, sondern mich nur vom Klappentext neugierig machen ließ, völlig unbefangen begonnen. Dummerweise zusammen mit meiner 12-jährigen Tochter und meiner Frau. Kurz nach der Erdlochszene haben wir ausgemacht. Ich war entsetzt, wie ein Film mit solchen massiv unter die Haut gehenden Psychohorrorszenen eine FSK 12 Freigabe erhalten kann. (wie man dann noch die "fehlende" Vergewaltigung bemängeln kann, geht mir völlig ab..., das Blutbad lässt ja wohl keinen Zweifel mehr...) Ich werde den Film noch mal ohne meine Tochter sehen, um mir ein endgültiges Urteil zu machen, zumal ich glaube, dass der Film besser ist, als einige negative Kritiken hier meinen. Aber ich kann alle Eltern nur warnen, diesen Film nicht mit 12,13,14 oder 15-jährigen Kindern anzusehen, geschweige denn, ihnen den Film etwa alleine zu überlassen.


Albert

Was hätte ein Bergman oder ein anderer am Menschen interessierter Regisseur aus diesem Stoff machen können.
Ein visueller Achterbahnfahrer wie Peter Jackson entgleist da schon in den ersten Minuten.
Der Film erinnert stark an einen ähnlichen mit Robin Williams, in dem es auch um die Jenseits-Erfahrung ging. Leider hab ich den Titel nicht mehr im Kopf. Ganz ähnliche Bilder übrigens auch im Finale von "Knowing" , das wogende Kornfeld mit dem einsamen Baum. Vielleicht möchte man das in unserer leer geräumten und flurbereinigten Landschaft wieder einmal sehen?
Die Schauspieler sind hervorragend und ertragen alles mit Fassung, die beste Rolle hat natürlich der "villain" als Massenmörder mit Kassenbrille und Sardellenfrisur...


Frédéric Jaeger

@Albert:
Solche Gedankenspiele sind in der Tat sehr verlockend, gerade wenn es ganz offensichtlich die Imaginations- und Inszenierungssubtilität sind, die einem Film so vehement abgehen wie hier.
Den Film, an den Du denkst, der auch mit Kitsch nicht gerade zimperlich umging, ist "Hinter dem Horizont" ("What Dreams May Come", 1998). Da sucht Williams seine Ehefrau im Jenseits.


Martin Zopick

Der Originaltitel ist wohl ironisch gemeint, denn welche menschlichen Knochen sind schon hübsch? Da gefällt mir der deutsche schon besser. Peter Jackson hat die Romanvorlage von Alice Sebold mit viel Animation eindrucksvoll verfilmt. Wie kann man auch sonst den Bereich zwischen Himmel und Erde darstellen? Dazu braucht man jede Menge Fantasie. Da hat Gewalt keinen Platz. Die eigentliche Tat sieht man daher auch nicht genau. Dafür viele Tränen. Vor allem von den Eltern Mark Wahlberg und Rachel Weisz. Die können ihr Talent hier nicht beweisen. Dafür kommt die Auflockerung von der durchgeknallten Oma (Susan Sarandon). Sie ist so toll, dass sie fast ihren eigenen Film macht. Und zur Verhinderung des familiären Zuckergusses gibt es gegen Ende noch eine gehörige Portion Spannung. Stanley Tucci ist der böse Massenmörder, angepasst aber mit einem Touch Diabolik. Susie wird von Saoirse Ronan hervorragend gespielt. Sie kann staunen, weinen oder sich fürchten, kann sich verlieben, anhimmeln oder durch zeitlose Räume schweben. Obwohl sie tot ist, will keine Trauer aufkommen. Es sieht alles viel zu schön aus und der Übergang vom Hier zum Jenseits ist fließend. Wenn so der Himmel ist, will wohl jeder dahin.
Ein spannendes Märchen, in dem Sebold ihre eigenen schlimmen Erfahrungen verarbeitet hat, die fast so gravierend waren wie der Tod.


MaRonie

Ich habe den Film gestern gesehen und weiß noch nicht genau, wie ich ihn für mich bewerte. Vor allem das Ende fand ich komisch. Was soll es denn aussagen- dass man sich besser auf "das gute Leben" konzentriert und nicht an schlechten Erlebnissen verhaftet bleiben soll-? Dass man am besten nicht aktiv werden soll, sondern auf das Schicksal und Karma vertrauen soll, dass den Täter letztendlich richtet-? Die Verarbeitung von Susie und ihrer Familie wird komplex dargestellt, der Vater kommt fast in seinem Wunsch nach Rache um, die jüngere Schwester trainiert sich zur maximalen Wehrhaftigkeit und findet letztendlich den Beweis des Verbrechens in der Realität. Trotzdem finde ich das Ende des Kusses und der Vernichtung des Tresors frustrierend und in seiner Verzückung fast schmerzhaft ironisch.- Mich hat die Kitschigkeit von Susies Traumwelt nicht gestört, bsi auf den Sat1-Ball im Eismeer. Ich fand es gut, dass ihr dort eine Freundin an die Seite gestellt wird. Auch die Szene mit den erscheinenden Kindern, die sich aus der Opferrolle befreiten fand ich ergreifend. Auch das Kind mit der Blockflöte war für mich nur kurz amüsant, weil es im zweiten Moment den Gedanlen auslöste, dass diesem Mädchen die mögliche Weiterentwicklung und der Umstieg auf ein ernstzunehmendes Instrument geanuso verwerrt blieb, wie Susie lange ihr erster Kuss. Was mich an der Zusammenkunft der zumindest in der Zwischenwelt überlebenden Mädchen irritiert hat, war, dass es keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen ihnen gab. Dadurch, dass sie unversehrt und individuell "wiederkehrten"
fiel besonders auf, dass es außer ihrer Kindlichkeit und leicht unsicheren Kind-Frau-Zwischenphase nichts gemeinsam hatten. Dass hat mich irritiert- haben Serientäter nicht meistens ein durchgängiges Suchmuster? Deshalb hat mich auch das Umschwenken auf die Susies Schwester verwundert.

Obwohl ich die Schwester am sympathischten und nachvollziehbarsten fand, hatte die Schauspielerin auch die Last, Lindsey als Kind, Teenager und junge Frau darzustellen. Ich fand das nicht immer glaubhaft und hab sie in den ersten Familienszenen immer als älter als Susie wahrgenohmen. Dieses Wandelproblem, an einer Person und dem Ältern die vergehende Zeit darzustellen, hatte ich auch bei der Mutter. Das Altern wurde bei ihr ja nur durch minimal veränderte Frisuren behauptet. Gerade in der Rückkehrszene fand ich sie im Vergleich zur Tochter sehr jung wirkend. Obwohl die Schauspielerin Rachel Weisz deutlich älter als die der Tochter ist. Das fand ich etwas seltsam.






Kommentare der Nutzer geben nur deren Meinung wieder. Durch das Schreiben eines Kommentars stimmen sie unseren Regeln zu.