Im Dutzend billiger 2

Im Dutzend billiger mögen auch Filme sein, aber auf zehn weitere Teile dieses Familienrührstücks für Kinder warten selbst hartgesottene Steve Martin Fans nicht.

Im Dutzend billiger 2

Was man als erstes von Steve Martin sieht sind seine Füße und Beine. In Klassikern wie Reichtum ist keine Schande (The Jerk, 1979), Solo für Zwei (All of Me, 1984) oder L.A. Story (1991) hat der Komiker unvergleichliche Kunststücke mit diesen Stelzen vorgeführt. Auch in Im Dutzend billiger 2 (Cheaper by the Dozen 2) darf er wieder tanzen, Hinfallen, das Gleichgewicht verlieren und tollpatschig gehen. Doch während es Slapstick- und Vaudeville-Künstler wie Charles Chaplin und Buster Keaton über Jahrzehnte schafften, einen zeitlosen Stil zu prägen und diesen melancholisch gemeinsam in Rampenlicht (Limelight, 1952) zu Grabe trugen, sind Martins Zoten nicht nur die immerselben, er leidet vor allem darunter, dass sie von immer schlechteren Regisseuren in Szene gesetzt werden.

Schon in Wes Cravens Scream-Trilogie (1996-2000) wurde vortrefflich über Fortsetzungen debattiert. Selten, so das Fazit, erreichen sie die Qualität des Originals. Häufig variieren sie nur die Stoffe und es gibt ein mehr – an Budget, an Action, an Stars. All dies trifft auch auf Im Dutzend billiger 2 zu. Die zwölfköpfige Familie Baker ist wieder vereint und muss sich nun im Urlaub mit der zehnköpfigen Familie Murtaugh messen, was auf ein Duell der beiden unterschiedlichen aber in Kauzigkeit, Familien- und Eigensinn sowie Siegeswillen gleichen Familienoberhäupter Tom (Steve Martin) und Jimmy (Eugene Levy) hinausläuft.

Im Dutzend billiger 2

Bereits in Haus über Kopf (Bringing Down the House, 2003), ebenfalls unter der Regie von Adam Schankman, agierten die Komiker gemeinsam vor der Kamera. Ihre Wurzeln haben beide im amerikanischen Fernsehen der siebziger Jahre, als Martin mit Saturday Night Live der Durchbruch gelang und Levy mit Second City TV an der Seite von John Candy Erfolge feierte. Überhaupt beweist Im Dutzend billiger 2, wie nahe Fernsehen und Kino derzeit in den USA wieder aneinandergerückt sind. Populäre Serien sind durchaus ein Sprungbrett auf die große Leinwand und auch die entgegengesetzte Bewegung ist nicht mehr unbedingt das Zeichen eines Karriereeinbruchs. So ließen sich Al Pacino und Meryl Streep für die Miniserie Angels in America (2003) unter der Regie von Mike Nichols gewinnen. Nach zahlreichen Emmy-Auszeichnungen wurden die Schauspieler seines darauffolgenden Filmprojektes Hautnah (Closer, 2004) nahtlos Golden Globe- und oscarnominiert. Auch die Schauspielerin Felicity Huffman, im vergangenen Jahr noch mit einem Emmy für ihre Rolle in Desperate Housewifes ausgezeichnet, ist dieses Jahr für den Oscar vorgeschlagen. Entscheidend ist, dass sich beide Serien stark von früheren TV-Formaten distanzieren und in der Inszenierung zum Teil innovativer als die aktuelle Hollywood-Kinoproduktion sind. Beide Phänomene sind bei Im Dutzend billiger virulent. Zum einen setzt sich die Schauspielerriege auch über die beiden Hauptdarsteller hinaus vorwiegend aus TV-Prominenz zusammen: Toms ältester Sohn Charlie wird von Smallville-Superman Tom Welling verkörpert, seine ältere Tochter Lorraine von Lizzie McGuire (2001-2004) Hilary Duff. Die rabaukenhaften Kisman-Zwillinge sind durch Desperate Housewifes bekannt und ihre Seriennachbarin erhält ebenfalls einen kleinen Auftritt. Auch die Darstellerinnen der beiden Ehefrauen und Mütter sind TV-erprobt: Bonnie Hunt spielte Anfang der Neunziger Jahre nicht nur in Grand und Davis Rules, sie war auch Autorin, Produzentin und Hauptdarstellerin der Serie The Building in Personalunion. Carmen Electra ist wohl vor allem als Baywatch-Nixe und, ähnlich wie die singende Duff, durch MTV-Shows bekannt.

Im Dutzend billiger 2

Interessant ist nun, dass der Kinofilm Im Dutzend billiger 2 in Sachen Narration und Gestaltung weit hinter die meisten der hier genannten Fernsehformate zurückfällt. Zwar ergeben sich aus der Handlung und Personenkonstellation viele Massen- und einige Actionsequenzen, nur übertreffen diese in ihrer Originalität und Stuntqualität nicht Ein Colt für alle Fälle (The Fall Guy, 1981-86). Die Handlung findet fast ausschließlich auf zwei Seegrundstücken statt und das Drehbuch arbeitet einen Sketch nach dem anderen ab, ohne Zwischenschritte oder Ambivalenzen.

Im Dutzend billiger (Cheaper by the Dozen) war der bislang an amerikanischen Kinokassen erfolgreichste Film Steve Martins, was, auch in Anbetracht des zweiten Teiles, wenig verwundert. Während der Schreiber, Stand Up-Comedian und Show-Host Steve Martin für seine zum Teil derbe aber häufig pointierte Gesellschaftskritik bekannt ist, feiern die Im Dutzend billiger-Filme beinahe alle amerikanischen Stereotypen. Familiensport wird großgeschrieben und für Töchter wie Eltern gleichermaßen sind erstes Date und erstes Schminken weltbewegende Ereignisse. Das wirkt auf Mitteleuropäer manchmal befremdlich und überhaupt sind diese Komödien keineswegs auf ein Erwachsenenpublikum zugeschnitten, sondern entpuppen sich als Kinderfilme, denen sich ältere Zuschauer aus gutem Grund wenn dann nur als Begleitpersonal nähern.

Trailer zu „Im Dutzend billiger 2“


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Kommentare


Deborha

ich finde den film vor allem wegen hilar duff gut


didem

ich finde den film total gut! auch weil dort hilary duff und tom welling mitspielen


LoVe

Ich habe zwar den Film noch nicht gesehen aber ich finde scho nur die Bilder cool und auch die Texte die man findet zum lesen.Der erste Film war klasse!!






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