I am Legend

I am Legend ist die dritte Verfilmung eines Romans gleichen Titels aus den fünfziger Jahren. Nach Vincent Price und Charlton Heston ist nun Will Smith als letzter Mensch auf der Erde zu sehen.

I am Legend

Mal ist es seine Aggression, mal sein gut gemeinter Machbarkeitswille – stets aber ist es der Mensch selbst, der seinen Untergang herbeiführt. In Richard Mathesons Roman Ich bin Legende (I am Legend), erschienen 1954, wurde eine tödliche Seuche indirekt durch einen Atomkrieg verursacht. In der Filmversion Der Omega-Mann (The Omega Man, 1971) starb die Menschheit durch biologische Kampfmittel aus. In der aktuellen Version I am Legend ist die Ursache ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft: Ein Heilmittel gegen Krebs entpuppt sich als Büchse der Pandora. Emma Thompson spielt in einem Kurzauftritt die Wissenschaftlerin, die in einem Fernsehinterview von ihren Forschungen berichtet, und die auf eine so hoffnungsvolle wie ungläubige Frage antwortet: „Yes, we have.“ Den Krebs besiegt. Sie sagt das zögerlich und schaut dabei verunsichert zur Seite, als werde ihr ganz mulmig bei dem Gedanken.

Von der Utopie der Gesundheit zur totalen Krankheit ist es nur ein einziger Schnitt. Das nächste Bild zeigt ein menschenleeres New York. Eine Einblendung weist auf einen Zeitpunkt drei Jahre später hin. Mehr Erklärung braucht Regisseur Francis Lawrence nicht. Wo Vincent Price in der ersten Verfilmung des Stoffes The Last Man on Earth (1964) noch umständlich aus dem Off erklären musste, was passiert war, ergibt sich in I am Legend vieles aus dem Gesehenen.

Zu den atemberaubenden Bildern des ausgestorbenen Manhattan – gedreht am Originalschauplatz in für den Verkehr gesperrten Straßen und angereichert mit Computertricks – ist nichts zu hören als ein leiser Wind. Dann nähert sich von fern ein Motorengeräusch, und schon bald sieht man Robert Neville (Will Smith) mit Vollgas durch die Straßen rasen, auf der Jagd nach Rehen, die sich ängstlich hinter Trümmern verstecken wie im Unterholz.

I am Legend

Es ist bestimmt unpassend für einen Blockbuster, aber trotzdem: In den ersten Minuten – die kraftvolle Jagd mit dem Auto natürlich ausgenommen – erinnert I am Legend an Ozu Yasujiro und dessen langsames Herantasten an eine Geschichte. Die Kamera bewegt sich kaum, eine Abfolge statischer Ansichten etabliert den Ort des Geschehens, und schließlich sieht man Neville bei der Verrichtung seines Alltags: nach Nahrung suchen, essen, DVDs ansehen, den Hund baden. Auch hier gibt es nur wenige Schnitte, und in simpler Aneinanderreihung wird eine meditative Qualität erreicht. Das muss man sich als Action-Spektakel-Regisseur – Lawrence kommt vom Musikvideoclip, sein Spielfilm-Debüt war Constantine (2005) – erst einmal trauen. In diesen Sequenzen sieht man eine Studie über Einsamkeit. Will Smith, der fast den ganzen Film allein tragen muss und über weite Strecken nur mit einem Hund kommuniziert, gibt seiner aus anderen Filmen bekannten Redseligkeit eine überzeugend verzweifelte Note. Rührend ist der Moment, wenn Neville eine DVD in den Laden zurückbringt und ordentlich einsortiert, bevor er die nächste ausleiht. Charlton Heston musste in der Version aus dem Jahr 1971 mangels Heimvideomarkt noch mutterseelenallein im Kino sitzen.

Dass alle drei Verfilmungen von Mathesons Roman angesichts ihrer Endzeit-Vision Zuflucht in der Religion suchen, liegt nahe. Stets ist die Hauptfigur eine Inkarnation von Jesus, teilweise mit einer an die Kreuzigung erinnernden Sterbeszene. Und die Rettung liegt in ihrem Blut, aus dem ein Mittel gegen das Virus gewonnen werden kann. Aber wenn der von Vincent Price dargestellte letzte Mensch Kruzifixe an die Eingangstür nagelte, dann gleich neben die Knoblauchzehen und schlicht als Abschreckung gegen die Vampire, die erst in späteren Verfilmungen zu Mutanten und Zombies wurden. Wenn Will Smith dagegen ein Kruzifix von einem Autorückspiegel baumeln sieht, dann ist es das Symbol einer göttlichen Rettung.

I am Legend

Zwar wird Charlton Hestons Neville sogar an einer Stelle gefragt, ob er Gott sei. Doch religiöse Propaganda ist die Siebziger-Jahre-Version des Stoffes keinesfalls. Die Mutanten werden als extremistische Christen gezeichnet, die wie eine mittelalterliche Mönchsgemeinschaft auftreten, mit Kutten und Hexenverbrennungen, und die gegen alles Technische fanatisieren, auch gegen die Kunst.

Das Christentum, in Der Omega-Mann also mindestens ambivalent angelegt, ist in I am Legend zur Erlösungsphantasie geworden, die in einem aus dem Bilderbuch evangelikaler Fundamentalisten stammenden Schlussbild mündet: einer Kirche in einer ländlichen Gemeinde. Im Gegensatz zur gescheiterten Utopie der Gesundheit und technisch-medizinischen Machbarkeit vom Anfang des Films wird diese spirituelle Utopie, die auch eine der christlichen Urgemeinschaft ist, als ernst gemeinte Möglichkeit präsentiert.

Die Figur des Robert Neville ist im Zuge dessen völlig umgedeutet: vom Spiegelbild der Vampire zum Erlöser. Aus Sicht der Mutanten war Neville nämlich stets das Monster, weil er bei Tag loszog, um sie zu töten. „I am Legend“ damit war ursprünglich die Legende gemeint, zu der Neville für die Vampire geworden war – so wie die Vampire für die Menschen ein bedrohlicher Mythos sind. Die Legende in der Neuverfilmung wird am Schluss deutlich ausgesprochen, es ist die des Retters der Menschheit – die Sicht der Vampire kommt nicht mehr vor.

Wie hieß es noch in Der Omega-Mann? Als Neville als weltweit letzter Kinobesucher allein vor der Leinwand sitzt und der Projektor leise surrt, da sagt er: „They sure don’t make this kind of movies any more.“

Kommentare


Dennis Wiesner

I am Legend ist wohl das schlechteste Remake, dass ich seit langem gesehen habe. Dabei kannte ich zuvor noch nicht mal das Original von 1964 mit Vincent Price. Diese habe ich mir direkt im Anschluss besorgt und mich von der dichten Atmosphäre einsaugen lassen.

Nicht nur an Atmosphäre fehlt es allerdings dem WilliBoy-Film nicht nur, dass wir die gesamte leere Stadt Szenerie bereits besser in 28 days later gesehen haben, so sehen auch die Löwen, welche anfangs durch die Stadt streifen so real aus wie in Tierisch Wild(Disney). Auch die Zompiere haben sicherlich schon einen Auftritt in Van Helsing oder der LIGA gehabt. der Oberzombie könnte auch der Bruder von der Sommers Mumie sein.

Trotzdem konnte man wieder mal sehen, dass die geeignete PR-Kampagne einen mittelprächtigen Film für ein breites Publikum aufbereiten kann.

Gratulation:-(


ALC-Clan-Member

I Am Legend War Meiner Meinung Nach Ein Klasse Gemachter Film, Wenn Auch Etwas Lang Gezogen, Dennoch Ergreifend, Ich Denke Da An Szenen Wie Denen In Denen Er Seinen Hund Töten Musste Oder Mit Sich Selber Spricht Beim Notizen Machen - So Als Würde Es Nochmal Einer Sehen - Oder Auch Ganz Traurig Wie Er Mit Den Puppen In Der Videothek Spricht, Weil Es Keine Menschen Mehr Gibt.

Meine Beurteilung: Ganz Guter Film, Sehenswert - Wenn Auch Etwas Lang Gezogen.


Atominator

Hmm.. Die beiden ersten Verfilmungen waren sicherlich (für damalige Verhältnisse uns Ansichten(!)) sehr gelungen. Allerdings war ich überrascht, wie gut diese neuste Version auf mich gewirkt hat. Die Kamera-Einstellungen, Lichteffekte und Anspielungen auf Hintergründe erinnern an Merkmale von Regie-Giganten wie Hitchcock oder Kubrick. Der neue Umgang mit Religion im Film ist sehr gelungen und die Tatsache, dass ein Schwarzer (herrausragend, Will Smith) die Hauptrolle übernimmt ist äußerst sinnvoll und wäre zu Zeiten der ersten Filme noch nicht gesellschaftsfähig gewesen.

Meiner Meinung nach, die beste verfilmung und ein klasse Film für sich!


irgendwer

Ich bin nicht wirklich von diesem Film überzeugt. Gewisse stärken aus der Filmemacherschule hat er dank gutem Regiseurhandwerk bekommen. Allerdings drengt sich mir der Gedanke auf das die Katholische Kirche hier Millionen für Propaganda ausgegeben hat. Momenteweise wurde dieses Filmereigniss eine Mahnung an unser gutes Religiöses verständniss was den Film Thematisch wirklich ins aus stellt. Ansonsten wie immer solide Schauspielleistung von Will Smith. Trotzdem eine Bitte an Hollywood lasst diese Fußnoten, wir Europäer sind etwas aufgeklärter.


Melanie

I AM LEGEND ein echt schlechter Film...Abgesehen von der kurzen Spieldauer, war das echt der schlechteste Film seit Jahren...
Wenn ich die Karten nicht umsonst bekommen hätte, würde ich mich schwarz ärgern..
Also Leute, lohnt sich echt nicht ins Kino zu gehen...


tom

der schlechteste film seit langem...jeder euro ist umsonst....no action...lots of stupid religion...just
incredibly stupid...


aarschlochi

bitte niemand hineingehen...so eine schiesse halten nu die dummen aus..


Frody

reine Zeitverschwendung - egal ob jetzt im Kino oder später mal im TV...

Will Smith hat sich damit wohl nebenbei seine Urlaubskasse aufgebessert.


Frederik

Ich mag Will Smith eigentlich wirklich sehr als Schauspieler, aber meiner Meinung nach werden die FIlme mit Will Smith immer schlechter, schon das Streben nach Glück hat mich nicht wirklich umgehauen, aber I Am Legend naja.... was mich an dem Film am meisten gestört hat, sind die Computeranimierten Mutanten, welche einfach so unauthentisch rüberkammen. Das ganze sah fast aus wie ein neuer Animationsfilm für Kinder, einfach sehr entäuschend. Hätte ein richtig toller Film werden können, es ist leider für mich ein trauriges Beispiel wo Computaeranimationen in diesem Ausmaß völlig fehl am Platze waren bzw. einfach zu unecht aussahen das man diese in dem Film einsetzen hätte dürfen. Kaum zu glauben, das dieser Film auch noch so erfolgreich war.






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