House Bunny

Anna Faris quartiert sich als Ex-Playboy-Bunny in einem Verbindungshaus ein, um den Studentinnen einige Lektionen in Sexyness beizubringen. Das beginnt einigermaßen witzig, ignoriert aber über weite Strecken das satirische Potential der Story.

House Bunny

Wer immer schon einmal wissen wollte, wo die Altersgrenze für Playboy Bunnies eigentlich liegt, hier kann man’s erfahren: Einen Tag nachdem sie 27 geworden ist, wird Shelley (Anna Faris), von der rauschenden Party noch etwas benommen, von ihrem Gönner und Gastgeber „Hef“ aus dem Playboy Mansion geworfen. Sie sei jetzt schlichtweg zu alt – „59 in Bunny-Jahren“, sekundiert der fesche Hausdiener und begleitet sie zum Auto.

Gut aufs Leben vorbereitet scheint die Protagonistin von House Bunny zunächst nicht zu sein. Intelligenz und Bildung spielen traditionsgemäß in Hugh Hefners Villa keine besonders große Rolle, und so kann Shelley, die seinerzeit direkt vom Waisenhaus zum Playboy kam, eigentlich nur zwei Sachen: gut aussehen und gut gelaunt sein.

House Bunny

Sex gehört nicht wirklich zum Repertoire; zwar deutet der Film an, dass Shelley auch da einiges an Erfahrung mitbringt, belässt es aber bei verschämt-schlüpfrigen Andeutungen. Stattdessen verlegt sich der Film auf ein Portrait von Sexyness als konstituierendem Element playboy’scher Weiblichkeitsnorm, und Shelley als ihrer Repräsentantin und Evangelistin.

Einer willigen Gemeinde tapst sie alsbald rein zufällig auf ihren ersten Stolperschritten in die große Welt in die Arme: Die Außenseiterinnen der Studentinnenvereinigung Zeta brauchen dringend eine Stilberatung. Die ersten Reaktionen der Kommilitonen auf Shelley, deren Alltagskleidung nur wenig mehr verbirgt als ein Bikini, überzeugen die Zeta-Frauen davon, in ihr die Richtige gefunden zu haben.

House Bunny

Von diesem Moment an dreht sich House Bunny eine ganze Weile lang nur um die Herstellung äußerlicher Schönheit als Mittel zur Beliebtheitssteigerung. Die Drehbuchautorinnen sind thematisch schon durch ihre Bücher für She’s the Man – Voll mein Typ (She’s the Man, 2006) und Natürlich Blond (Legally Blonde, 2001) bekannt geworden. Auch ihnen war aber wohl bewusst, dass man diesen Plot in Zeiten, in dem Frauen zu Recht Wert darauf legen, vor allem für ihre intellektuellen Leistungen geschätzt zu werden, noch begründen müsse.

Und das geht so: Bis zu einem bestimmten Datum muss die Zeta-Sorority dreißig Neuzugänge vorweisen, sonst wird ihre Verbindung geschlossen. Das beste Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, ist, da sind sich alle schnell einig, bei den jungen Männern möglichst beliebt zu sein, denn wo die Jungs sind, wollen auch die Nachwuchsstudentinnen hin. (Ganz am Schluss des Films geht es dann doch noch einmal um Werte und Charakterbildung und dergleichen; aber das ist ein aufgesetzter Twist, eine Werterettung ex machina, die durch wenig im Film wirklich vorbereitet und unterstützt wird.)

House Bunny

So viel plumper Heterosexismus ist eigentlich schwer zu ertragen, aber House Bunny macht viel Boden durch konsequente Albernheit und eine gewisse Leichtigkeit wett. Das ist vor allem Anna Faris zu verdanken, die mit großem Mut zur Dummheit, zum peinlichen Moment und zur grotesken Aussage („the eyes are the nipples of the face“) durch den Film stelzt, immer in High Heels, mit lockig-blonder Haarmähne und knappster rosa Bekleidung.

Wie sehr sie damit hergerichtet wird, fällt umso deutlicher auf, wenn man einen Blick auf Anna Faris’ vorheriges Filmprojekt Smiley Face (2007) wirft, der just dieser Tage auf DVD erscheint. Faris wankt durch diesen dramaturgisch etwas verunglückten Slackerfilm als kontinuierlich im THC-Rausch befindliche Nachwuchsschauspielerin, und ihr ganzes Äußeres – hängende Schultern, glatte, strähnige Haare, weite T-Shirts – ist eine einzige Antithese zu Shelley aus House Bunny.

House Bunny

Selbstverständlich ist auch das vermeintlich nachlässige Äußere ihrer Jane aus Smiley Face nur eine sorgfältige, filmisch hergestellte Konstruktion; aber House Bunny zeigt zumindest auch die Arbeit, die in ihr Erscheinungsbild gesteckt werden muss, wenn Shelley ihre Zeta-Studentinnen unterweist, welche Körperteile sichtbar zu sein hätten. Mit welchen Mitteln und Mittelchen welche Regionen besonders betont werden können; Wie man auf einem Date verführerisch wirkt.

Solche einfachen Ratschläge und Regeln bringen dann auch Shelley bald an ihre Grenzen, so dass sie auch noch einiges von den Studentinnen lernen kann. Gleichwohl sind die im Film vorhandenen selbstkritischen Momente stark unterentwickelt. Zwar wehrt sich eine der Zeta-Frauen dagegen, dass Shelley sie in „conventional archetypes of beauty“ verwandeln wolle, sie macht dann aber doch bald gerne mit.

Die Ansätze von Intelligenz und Witz, den sie und ihre Mitbewohnerinnen zeigen, gehen so im leicht hysterischen Taumel des Films fast völlig unter; Regisseur Fred Wolf und seine Drehbuchautorinnen entscheiden sich für ziemlich schlichte Wohlfühl-Auflösungen statt für das satirische Potential, das anfangs in den Szenen immer wieder aufblitzt.

Was bleibt, ist die Geschichte von einer Schar hässlicher Entlein, die an Farbe und Flamboyance hinzugewinnen, aber leider nicht an Profil. Und hübsch waren sie unter all den grauen, unförmigen T-Shirts auch vorher schon.

Trailer zu „House Bunny“


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Kommentare


ANDRA

KANN MIR JEMAND SAGEN WIE DER FILM IST ?!


Alex

andra - so ähnlich wie`s in der kritik steht: der anfang ist ganz gut, aber richtig witzig wird`s nicht.


Miriam

Am anrang ist es nicht ganz so witzig
aber dann wird es richtig cool!!!!!


Natalie

ich fand er war absolute verschwendung! Einfach nur stumpf






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