Hide and Seek - Du kannst dich nicht verstecken
Psychologin Katherine glaubt, dass Charlie, der neue Freund von Emily, der Tochter ihres Psychologen-Freundes David, nur ein imaginiertes Trauma-Produkt ist. Ein tödlicher Irrtum, denn in diesem kruden Mix aus Shining (1979) und Angel Heart (1988) agiert Charlie äußerst blutrünstig.

Hide and Seek beginnt mit einer unmotivierten Kameraspielerei und endet mit einer gleichsam unnötigen wie unsinnigen Schlusseinstellung. Diese Klammer ist Ausdruck einer Stilunsicherheit, die Regisseur John Polson (Swimfan, 2002) über den gesamten Film bestätigt.
Nach der Eingangssequenz setzt der Film mit dem Vorspann zu einem zweiten Beginn an. Dieser erscheint einem, unterstützt durch die Banalität der Musik, wie ein missglücktes Remake des berühmten Anfangs von Stanley Kubricks Shining (1979). Der Eindruck bestätigt sich, denn David Calloway (Robert De Niro) kommt aus der Großstadt und zieht mit seiner Familie, nur noch bestehend aus Tochter Emily (Dakota Fanning), in die Peripherie, genau: in ein großes verlassenes Anwesen; und wird schon bald vor der Einsamkeit gewarnt. Die Umgebung ist unheimlich und ein provisorisches Tor scheint zum Friedhof der Kuscheltiere zu führen. David setzt sich wie Jack Torrance aus Shining zum Schreiben ins Büro, doch auch er schreibt nicht auf, was er denkt und verfolgt irgendwann die eigene Tochter im Haus.

Um nicht völlig zu einem Shining-Abklatsch zu verkommen, entnehmen Drehbuch und Regie zusätzlich noch Elemente aus Alan Parkers Angel Heart (1988), die De Niro noch bekannt vorgekommen sein dürften, da er dort höchstpersönlich den Antichristen mimte. Immerhin hat die Geschichte um Emily, die nach dem Tod ihrer Mutter Freundschaft mit Charlie schließt, den die attraktive Psychologin Katherine (Famke Janssen) als imaginiert und Folge eines Traumas deutet, einige spannende Momente und Gastauftritte von Elisabeth Shue sowie Amy Irving zu bieten.
Filmkritik von Sascha Keilholz
Veröffentlicht am 05.02.2005
Kommentare zu Hide and Seek - Du kannst dich nicht verstecken
JF 05.04.2005 14:15
Worum geht es in dem Film eigentlich? Der Autor hat durch übermäßige Kritik doch glatt die Inhaltsangabe vernachlässigt. So scheint es zumindest.
ein surfer 06.04.2005 03:09
Für mich ist das eigentlich relativ klar - es geht um ein Mädchen, welches einen mehr oder minder imaginären Freund hat und um einen Psychothriller rund um sie und ihren Vater in einem verlassenen Anwesen - oder ist das nicht so zu verstehen? Kritik und Inhalt vermischen sich eben...
M@ster 13.04.2005 14:48
Ich kann da dem herrn braunbär nur zustimmen! Es kann mir bei diesem film keiner erzählen er wisse bereits nach 15 min wohin sich die ganze handlung des filmes beläuft!Für mich ist zuersteinmal zu vermuten, dass Emily einen imaginären freund hat!Es ist aber nich vorhesehbar, das der Vater david schizophren ist! Wenn das einer ihrer redakteure vorhersehen kann ist dieser glaub ich im falschen beruf und sollte wahrsager werden!
Mfg
M@ster
braunbär 13.04.2005 17:24
danke für die zustimmung
hir noch mal eine bessere kritik von mir:
Das gewisse Parallelen zum Anfang von Shining bestehen mag sein aber meiner Meinung nach nur in der Kameraführung. Die aufgeführten, scheinbaren Parallelen zu Shining verlaufenden Handlungsstränge sind meines Erachtens nach nicht sichtbar. Während in Shining Vater, Mutter und Sohn über Winter auf ein Hotel aufpassen sollen und dort rätselhafte Dinge passieren, ziehen in Hide and Seek Vater und Tochter nach dem Selbstmord der Mutter aufs Land und dort beginnt die immer stärker werdende Spannung. In Shining hingegen wird der Vater, für alle offensichtlich wahnsinnig ,durch die Stimmen in seinem Kopf dazu aufgerufen Frau und Kind zu töten. Der Wahnsinn wird durch ein mystisches Element hervorgerufen. In Hide and Seek hingegen wurde auf mehrere Möglichkeiten hingespielt. Es könnte die Tochter, einer der skurrilen Nachbarn ,ein Geist oder ähnliches sein. Das wird im Film fast bis zum Schluss aufrecht erhalten. Den Zaun als Parallele zu Friedhof der Kuscheltiere zu sehen ist, denke ich,etwas weit hergeholt.Sonst könnte ich auch sagen das in Terminator Autos vorkommen reicht um Parallelen zu ziehen. Nur weil ein Psychiater seine Notizen im Arbeitszimmer macht ist es gleich ein Abklatsch. Danach wäre es doch auch richtig wenn ich sage, das in diesem Film am Esstisch gegessen wird reicht um ihn mit Pulp Fiction zu vergleichen.Einfaches normales Verhalten kann man nicht gleich als Abklatsch aus einem anderen Film bezeichnen, es sind Handlungen die normal sind und nichts spezifisch mit dem Film zu tun haben.Sonst könnten viele Filme als Abklatsch bezeichnet werden.
sascha keilholz 13.04.2005 19:05
es freut mich, dass die kritik so eine starke resonanz hervorruft. meinen frühen eindruck, es handelt sich um keinen imaginierten freund,verdankte ich weniger telepathischen oder wahrsagerischen fähigkeiten als einer dramaturgischen handlungslogik: im film muss sich eine reale gefahr etablieren, es werden tatsächliche schmerzen, schäden, etc. folgen müssen. die tochter wurde von anfang an als zu suspekt, verstört, verstörend und "andersartig" gezeichnet, als dass sie die gefahr sein konnte. es ist -bei einem klassischen hollywoodgenrefilm- naheliegend, dass am ende das schwächste glied selbst - die tochter - in gefahr gerät. die nachbarn waren eine zu offensichtlich gelegte fehlspur. aufgrund der guten besetzung des sheriffs ging von ihm eine gewisse verunsicherung aus. wie gesagt, für mich vollzog sich die logische kette a)-der freund ist nicht imaginiert und b)-es kann nur der zunächst am unverdächtigsten scheinende - der vater, sein, recht schnell. die auflösung fand ich nicht nur konventionell, sondern abgekupfert. ganz konkret: es wird ein bild gezeigt, das wir kennen (vater im büro) und dann die wahrheit: er schreibt gar nicht. (wir haben uns also geirrt, weil wir uns irren mussten, man hat uns zunächst ein falsches, irreführendes bild gezeigt) das ist formal filmen wie angel heart, auch fight club oder eben secret window entlehnt. inhaltlich ist die parallele zu shining evident: der mann am schreibtisch gibt vor, zu tippen und am ende sehen wir, es war ganz anders.
allen kommentatoren noch viel spass im kino, vielleicht ergibt sich ja beim nächsten film mal wieder eine diskussion!?
braunbär 17.04.2005 19:53
wenn du meinst.
Drago 20.04.2005 09:30
Der Film ist so schlecht. Am Ende wird der zuschauer verarscht.
airwalker 28.04.2005 10:28
Warum bitte wird der Zuschauer verarscht? Wenn Sie der Auffassung sind, sollten Sie den Film nochmals sehen.
Herzlichst,
AW
Maus 17.08.2005 20:48
Ich fand den Film richtig klasse... spannend bis zur letzten Minute! Wer von euch wär denn überhaupt von selbst darauf gekommen, dass der Vater eine gspaltene Persönlichkeit hat!? Also ich nicht... echt nur zu Empfehlen, der Film! Und die Kleine ist ja wohl der Hammer!
I love spoilers! (sarkasmus-mode off) 09.08.2007 22:39
@ maus
toll, die nummer!
Lauf ich nach star wars aus dem Kinosaal und staune vor den Zuschauern, die den Film gleich sehen werden, dass Darth Vaider Lukes Vater ist???
Nein, sowas macht man einfach nicht!
Achja, falls du Dr Jekyll und Mr Hyde noch nicht gelesen hast, JEKYLL UND HYDE SIND EIN UND DIESELBE PERSON!
Martin Z. 01.12.2009 15:08
Regisseur John Polson bemüht sich, Spannung aufzubauen. Und das gelingt ihm auch in gewisser Weise. Weil sich die Story und die Kamera aber auf Robert De Niro konzentrieren gerät dessen enthüllende Wandlung vom Paulus zum Saulus etwas unglaubwürdig. Wer sollte denn die ganzen grässlichen Morde sonst schon verübt haben? Doch nicht die kleine Emily!? Die schaut immer nur mit großen, rot-umränderten Augen in die Gegend. Daher verblüfft die Auflösung auch nicht besonders. Da wären viele kleine versteckte Hinweise hilfreich gewesen, die es aber nicht gibt. Es wird ein Popanz aufgebaut, bei dem die recht überzeugenden Schauspieler ihr bestes geben und so den Zuschauer am Bildschirm halten. Und der Gag mit dem unsichtbaren Charly ist auch nicht neu.
Belta 04.03.2010 22:48
Was für eine misslungene Kritik!!! Der Kritiker hat den Film und seine Inszenierung wohl nicht ganz verstanden!
Und wenn Parallelen zu 'The Shining' ersichtlich sind, was macht das schon? Der Film ist hervorragend inszeniert, allen Schauspielern kauft man ihre Rollen ab und der Film ist höchst spannend und schafft es bis zum Ende den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu bringen. Das sind die entscheidenden Kriterien für einen Film, er soll den Zuschauer unterhalten, und das tut 'Hide and Seek' zu 100%. Zudem spricht er noch eine äußerst seltene aber umso schlimmere psychische Krankheit an, d.h. er ist noch nicht mal so ganz unrealistisch.
Ich denke eine Filmkritik sollte objektiv und argumentativ sein, nicht nur die Meinung des Kritikers darstellen!
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Film-Angaben
Titel: Hide and Seek - Du kannst dich nicht verstecken
Originaltitel: Hide and Seek
USA 2004
Laufzeit: 100 Minuten
Regie: John Polson
Drehbuch: Ari Schlossberg
Produktion: Barry Josephson
Darsteller: Robert De Niro, Dakota Fanning, Famke Janssen, Elisabeth Shue, Amy Irving, Dylan Baker
Kinostart: 07.04.2005
DVD-Angaben
Titel: Hide and Seek – Du kannst dich nicht verstecken
Vertrieb: 20th Century Fox
Bild: 2,40:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Spieldauer: 96 Minuten
Extras: Audio-Kommentar von Jon Polson (Regisseur), Ari Schlossberg (Drehbuch), Jeffrey Ford (Schnitt); vier alternative Enden; Making of; 14 bisher unveröffentlichte Szenen; drei Vorab-Sequenzen
Verleih ab: 25.08.2005
Verkauf ab: 01.09.2005
Copyright Hide and Seek - Du kannst dich nicht verstecken
Fotos: © 20th Century Fox
BERLINALE 2012

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