Hans im Glück - 3 Versuche, das Rauchen loszuwerden

Der Schweizer Peter Liechti hat in seinem Film Hans im Glück drei Fußmärsche von Zürich nach St. Gallen dokumentiert, die er unternahm, um seine Nikotinsucht zu bekämpfen. Diese Pilgermärsche sind nicht nur Dokumentation einer Auseinandersetzung mit dem Rauchen, sondern auch eine eindrucksvolle Collage vom Leben an sich und im Besonderen in der Schweiz.

Hans im Glück

„Doch jetzt ist Schluss. Heute ist der letzte Tag. Der letzte Zug aus der letzten Zigarette. Das letzte Glimmen, und dann kommt der Morgen und dann wird losmarschiert. Laufen gegen das Rauchen, immer gegen Osten.“ erklärt der Sprecher am Anfang von Peter Liechtis Dokumentation Hans im Glück. Der Titel suggeriert einen märchenhaften Charakter, etwas Konstruiertes, eine Metapher. In der Tat ist Liechtis Film nicht im engen Sinne eine Dokumentation, sondern viel mehr eine Collage vom Leben in der Schweiz, Roadmovie eines Fußgängers, eine konstruierte Fabel über einen Mann, der über den sprichwörtlichen Berg hinüber will, um sich von seiner Sucht zu befreien.

Liechti erzählt seinen Weg sehr langsam, wartet gerne auf das perfekte Landschaftsbild, das seine Reise wiederspiegeln soll. Es sind lebendige Photographien, Stimmungseindrücke seines Weges, den er zurücklegt, um sich selbst von seiner Nikotinsucht zu heilen, indem er sich mit der Natur konfrontiert. Ergänzt werden diese Bilder durch Super-8 Archivaufnahmen aus Russland und Afrika, Stationen vorangegangener Reisen. Wie im Grimmschen Märchen vom Hans im Glück geht es darum, sich von den materiellen Lasten der Wohlstandsgesellschaft zu befreien und sich auf das Wesentliche - das Leben mit Anderen, im Einklang mit der Natur - zu konzentrieren. Begleitet werden die Schweizer Lebenseindrücke von klugen, oft ironischen Kommentaren, die dazu beitragen, dass man dem Film seine - trotz beeindruckender Bilder - gelegentliche Langatmigkeit nachsieht.

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