Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Von der bedingungslosen Treue des Hundes: Lasse Hallström verlegt die Geschichte des berühmtesten Akita-Hundes der Welt in das Amerika der 90er und erzählt eine Parabel von der Unbegreiflichkeit des Todes.
Der elfjährige Ronnie (Kevin DeCoste) hält einen Schulvortrag über Heldentum: Sein Held ist aber nicht Kolumbus oder die Feuerwehrmänner vom 11. September, sondern Hachi, der treue Hund seines Großvaters. Eingebettet in diese Rahmenerzählung fängt die Geschichte um einen kleinen Akita-Welpen an, dessen Reise in einem japanischen Kloster beginnt und vorerst auf einem amerikanischen Vorortbahnhof endet. Dort findet der Musikprofessor Parker Wilson (Richard Gere) das umhertapsende knuffige Fellknäuel, und es ist Liebe auf den ersten Blick. Basierend auf einer wahren Begebenheit aus Japan, war die anrührende Geschichte des berühmten Akita-Hundes Hachiko, der zehn Jahre lang täglich vor dem Tokioter Bahnhof Shibuya vergeblich auf seinen verstorbenen Herren wartete, bereits Thema des japanischen Blockbusters Hachiko monogatari (1987) von Seijiro Koyama. Für Lasse Hallströms Remake hat Drehbuchautor Stephen P. Lindsey die Handlung in die USA der 90er verlegt.
Hallström (Mein Leben als Hund, Mitt liv som hund, 1987; Chocolat, 2000) erzählt den Film mit der seinem Werk eigenen, redlichen, nicht effektheischenden und bemerkenswert undramatischen Art. Der Fokus der Geschichte des Hundes, der seinen Herren alltäglich vom Bahnhof abholt, liegt auf den Beobachtungen des Alltags in ihrem wiederkehrenden, ritualisierten Lauf: Hachi wächst im Hause von Parker, seiner Frau Cate (Joan Allen) und Tochter Andy (Sarah Roemer) familiär voll integriert und wohlbehütet zu einem ausgewachsenen Akita heran und ist dabei stiller Zeuge der kleinen und großen Veränderungen des Lebens. Harmonie und privates Glück mit Hund obwalten allerorts, was jedoch behutsam, leise und dadurch glaubhaft dargestellt wird.
Die Figuren der menschlichen Protagonisten sind typisiert, und das Spiel des Ensembles ist auf ein Minimum zurückgenommen. Parker und Cate sind ein Paar, das offenbar alle Höhen und Tiefen des Ehelebens kennt, wo Verständnis und Zuneigung glaubwürdige stille Errungenschaften sind. Wie sie treten auch die anderen Figuren sämtlich als Nebenakteure hinter den stillen Protagonisten Hachi zurück, der gleichsam als emotionales Subjekt hervortritt. Der „beste Freund des Menschen“ wird hier zur Projektionsfläche für menschliche Gefühle.
Parkers plötzlicher Tod ist mithin auch kaum Gegenstand exaltierter Emotionsausbrüche. Der Film widmet sich von nun an der stillen Darstellung der Leere, die ein Verstorbener hinterlässt und die für Hinterbliebene und, für diese stellvertretend, Hachi unbegreiflich bleibt. Waren zunächst stilles Glück und simpelste Harmonie Gegenstand des Films, ist es nun die Unbegreiflichkeit des Verlusts, die sich im Verhalten Hachis spiegelt, der mit entwaffnender Uneinsichtigkeit täglich um 17.00 Uhr auf seinen Herren am Bahnhof wartet. Mit diesem Bild – das über den stereotypen Begriff „Treue“ weit hinausgeht – erzielt der Film seine starke emotionale Wirkung. Hieran ändert auch die musikalische Illustration von Jan A.P. Kaczmarek wenig, die sich in monoton repetitiven Minimalismen für Cello und Klavier mit streichorchestraler Umfärbung ergeht und dem Film hierdurch eine gewisse Gleichförmigkeit aufzwingt. Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft ist reduziertes und deshalb anrührendes Emotionskino.
Filmkritik von Robert Zimmermann
Veröffentlicht am 13.10.2009
Kommentare zu Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Norbert 16.11.2009 09:13
Dieser Film ist einfach zum Heulen schön. Man verspürt Wärme und nach des Professors Tod Leere. Von der Beharrlichkeit kann man einfach nicht unberührt sein. Es ist lange her, dass ich im Kino Tempos brauchte und mich gut gefühlt habe. Bei diesem Film war es wieder soweit. Wer keine Effekte aber Effekt haben will: Reingehen!!
Marcel 18.11.2009 22:22
Ich kann Norbert da nur zustimmen. Normalerweise ist das nicht mein Filmgenre, aber als ich die Hintergundgeschichte des Filmes im Fernsehn gesehen hatte musste ich ihn unbedingt sehn. Und obwohl ich durch den Fernsehbericht das Ende kannte und die Story an sich auch sehr einfach ist, konnte ich ebenfals einige Tränen nicht verdrängen. Dieser Film geht einem einfach sehr nahe und ich glaube niemand, der nur ein Funken gute Seele in sich trägt, kann von diesem Film gänzlich unberührt bleiben. Muss man einfach gesehen haben!
Jennifer 24.11.2009 05:06
Wunderschön, schon fast Herzzerreißend.
Dieser Film ist wirklich empfehlenswert.
Ich bin auf Hachiko aufmerksam eig. nur aufmerksam geworden, weil ich auf dem Kino Plakat den Akita gesehen habe.
Ich finde diese Rasse ca. seit Mai ´09 schon sehr anziehend^^ und jetzt nach dem ich den Film gesehen hab... bin ich noch "verliebter" als vorher.
Ich bin sowieso ein kleiner Japan Fan.^^
dirkK 28.11.2009 03:36
Hachiko - ein wunderbarer Film!
Die Story wurde sehr liebevoll und rührend umgesetzt. Viele Leute werden sich denken dass die Geschichte zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist - und müssen dann erstaunt feststellen dass eben jene Geschichte über diese unfassbare Liebe und Treue zu seinem Herrn keinem Tränendrüsen-Schreiberling entsprungen ist der ein bisschen zuviel Dramatik hat einfliessen lassen - sondern auf einer wahren geschichte basiert und sich so vor fast 80 Jahren in Japan zugetragen hat.
Grade dieser Hintergrund macht die Geschichte noch viel emotionaler und selbst der "härteste" Mann wird nicht um ein Taschentuch herumkommen.
Ein sehr ehrlicher, emotionaler, trauriger aber dennoch sehr schöner Film!
Stefan 28.11.2009 15:01
Dieser Film is so wunderschön die erste Hälfte war toll aber die 2te Hälfte hab ich die Tränen nicht unterdrücken können!
Sehr Empfehlenswert
Belkiz 15.05.2010 18:12
Der Film zeigt, dass man keine große Handlung braucht um tiefe Gefühle hervor zu holen. Konnte es kaum aushalten gegen Ende.
Sehr bewegend.
Gaby 19.05.2010 14:29
Ich heule schon beim Lesen der Kommentare! Der Trailer zum Film ist so anrührend, das kein Auge trocken bleibt. Heute werde ich mich mit Kleenex bewaffnen und den Film mit meinem geliebten Hund ansehen.
Für jeden Hundefreund ein absolutes Muss!
NM 21.05.2010 13:33
Der Film ist einfach umwerfend!
Habe mir den Film als DVD geholt und angesehen, sicher nicht zum letzten Mal ;-)
Für Tier- und Hundeliebhaber einfach ein muss.
Filmgucker 18.07.2010 22:56
"Wer keine Effekte aber Effekt haben will: Reingehen!!"
- gut auf den Punkt gebracht, Norbert ;)
Ich bin, was Filme angeht, nicht nah am Wasser gebaut, aber hier sind mir die Tränen gekommen ;)
Kommt ohne Effekthascherei und übermäßigen Schmalz aus, sondern einfach ein schöner, beschaulich erzählter und berührender Film, der sich meiner Meinung nach nicht nur für Hundefans lohnt.
socccero 04.10.2010 09:44
Hackiko ist einer der schönsten Filme die ich je gesehen habe!
Ich habe zwar die letzte hälfte fast nur noch geheult wie ein Schlosshund(was für einen 2m Typen mit 100kg nicht normal ist(= ) aber ein guter Film soll ja auch bewegend sein!
Unbedingt kaufen gucken ansehen .......
Daniel 01.11.2010 22:31
ACHTUNG GEFÄHRLICH!!!!!
Ich habe den Film 3 mal gesehen ich stehe ja absolut nicht auf dramas aber das....
ich bin tierschützer und sowas zeigt doch das so manch ein mensch vom tier lernen kann
wenn es eine note dafür gibt und da bin ich mir sicher dann ja wohl die 1+
also an alle leute die nicht weinen können und tiere lieben besonders hunde seht ihn euch an(packt aber taschentücher parat)
Mario 20.12.2010 21:38
Also habe noch nie bei einen Film geweint und bin eigentlich einer der nicht so viel Gefühle ausdrückt, aber bei den Film flossen sogar mir die Tränen. er geht einen einfach ans Herz. Den Film müsste man mal Hundehassern/ Tierquäler zeigen. Dann würden sie sehen wie wundervoll Hunde sind...
Einfach nur zu empfehlen...aber Taschentücher bereit halten;)
Fanny 07.01.2011 22:01
einfach ein wunderschöner film. der ist jetzt schon seit 15 minuten zu ende und mir kullern immernoch die tränen.
der film ist ein absolutes muss!!!
Luise 16.01.2011 18:50
dieser film ist einfach sooo schön : ich habe die ganze zeit geweint und ich empfehle es sehr sehr weiter.Es ist einfach so toll ein Hund zusehen der sooooo zutraulich ist!!!!!Und das es sogar eine wahre geschichte ist finde ich tolll.Ich bin zwar noch ein kind aber grade für Kinder ist es ein toller film wo auch MALL JUNGS WEINEN DÜRFEN!!!!
AnonymZuschauer 02.03.2011 18:47
ist der Film so ans Herz gegangen dass ich 2 Tage lang mit WEinen und Nachdenken beschäftigt war. Ich habe selber Tiere derzeit sogar ein chr. krankes Tier was tierarztmässig sehr ins Geld geht ( 200 Eur Medikamente uns Futter pro Monat ) ES ist manchmal frustrierend alles zu ermöglichen und sehr kräftezehrend auch seelisch weil man mit seinem Tier immer mit fühlt aber letzenendes gibt mir meine Wohungskatze so viel Liebe und Dankbarkeit und Aufmerksamkeit und Treue zurück dass ich sagen kann es lohnt sich für mich für mein Tier zu leben und es macht mich glücklich. Der Film lehrt mich, dass man für sien Tier besser vorsorgen sollte wenn man selber mal krank oder sterben sollte. Ein Tier sollte immer meherere Bezugspersonen haben das habe ich aus dem Film gelernt.Ich hab ez.B. für meinen Freund einen Therapieplan an der Pinnwnad mit allen Medikamenten aufgelistet für den Fall der Fälle.
Man trägt Verantwortung für sein Tier man muss vorsorgen besonders wenn man Alleinstehend oder schön älter ist ....
Und ich verstehe auch nicht warum die Widtwe das Land verlassen hatte statt sich dem Tier anzunehmen und mit dem Tier zusammen weiter zu leben. Ich finde es grausam wenn Tiere so hin und her geschoben werden und sie am End enur noch in der Vergangenheit leben wie es auch manchen Menschen im Leben passiert.Die story hätte schöner ausgehen können so denke ich... Mein Appell ann Euch : Bitte sorgt ernsthaft für den Notfall vor und sorgt dafür dass Euer Tier auch eine weitere Bezugsperson hat ( Gatte, Kinder, Geschwister oder ein Nachbar ) damit das Tier am Ende nicht der Leidtragende ist.Das Tier muss zu Lebzeiten schon meherere Bezugspersonen haben, es ist fatal ein Tier nur auch sich selber zu fixieren. Man muss besser vorsorgen egal ob man jung oder alt ist weil man das seinem Tier einfach schuldig ist!!Das ist meine persönliche Meinung dazu.ICh hab ebereits auch für den Notfall vorgesorgt und ich könnte das nicht erttagen wenn mein Tier mir so lange nachtrauen würde wenn ich sterben würde.ICh weiss wie wichtig es ist dass ein Tier mind. 2 Bezugspersonen hat man kann ja auch mal im
Krankenhaus liegen!!!!!!
Gerry 17.03.2011 18:10
Klasse Film, heul...
Akira 22.03.2011 15:30
Der Film ist echt toll!
Ich heule normal nie bei 'nem Film (das einzige mal war vor 10 jahren als ich könig der löwe das erste ma alleine gesehen habe ^^' ) Aber das war so schööön... Bevor ich den Film geguckt habe hab' ich mir erstma infos durchgelesen und mir gefiel es sofort , die handlung ist zwar ziemlich simpel aber da diese geschichte grob gesehen mal wirklich so geschehen ist macht das ganze noch viel schöner ....der arme hund hatte so ne sehnsucht und wartete 9 jahre lang immer pünktlich dort auf sein herrchen bis man ihn tot auf der straße fand (so ist es wirklich gewesen) ich glaube es gibt kaum so gute filme wie diesen
Akira 22.03.2011 23:55
@AnonymZuschauer
ich denke eher das es in dem Film eher darum geht wie unglaublich treu Hachiko seinem herrchen war , den ees gab verwandte (nicht nur im film sondern auch als es wirklich gescehen ist) verwandte die ihn bei sich aufgenommen haben , dennoch ist er immer abgehaun und hat hoffnungsvol auf sein herrchen gewartet bis man halt hachiko tot auf der straße liegen fand
uwe 28.06.2011 22:42
Kein Kitsch sondern eine autentische Darstellung des Charakters eines Akita. Auch wenn diese Hunde als stur und eigenwillig gelten, wenn man mit viel liebevoller Kosequenz das Vertrauen eines Akita gewonnwn hat ist er der beste und loyalste Freund den man nur haben kann und diese Freundschaft ist unbeschreiblich tief wenn der Hund alt wird leidet man mit und wenn wie es mir geschehen ist sich von seinem geliebten Akita verabschieden muss bleibt das Gefühl dass er immernoch da ist. Der Film zeigt dass es Treue über den Tod hinaus gibt. Dre Film macht mich traurig weil ich an meinen Miko (05.04.1998 -01.03.2011) denken muss aber auch glücklich weil ich die Freunschaft und Treue eines solchen Hundes erfahren durfte.
julia 26.12.2011 18:26
ich habe diesen film letztens gesehen und konnte nicht mehr aufhören zuheulen immer müssen die filme die so schön sind so ein tragisches ende haben dieser film war wirklich wunderschön und hat mir gezeigt worauf es im leben ankommt...ich bin ein grosser fan!
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Blog: Berlinale im Dialog

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Film-Angaben
Titel: Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Originaltitel: Hachiko: A Dog's Story
USA 2009
Laufzeit: 93 Minuten
Regie: Lasse Hallström
Drehbuch: Stephen P. Lindsey
Basierend auf dem Drehbuch zum Film Hachiko monogatari (1987) von: Kaneto Shindo
Produktion: Vicki Shigekuni Wong, Bill Johnson, Richard Gere
Bildgestaltung: Ron Fortunato
Montage: Kristina Boden
Musik: Jan A. P. Kaczmarek
Darsteller: Richard Gere, Joan Allen, Sarah Roemer, Cary-Hiroyuki Tagawa, Jason Alexander, Erick Avari, Davenia McFadden
Kinostart: 12.11.2009
DVD-Angaben
Titel: Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Vertrieb: EuroVideo
Bild: 1,85:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Altersfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Spieldauer: 93 Minuten
Extras: Making Of; Interview mit Richard Gere; Interview mit Lasse Hallström; Trailer
Verleih ab: 06.05.2010
Verkauf ab: 12.05.2010
Copyright Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft
Fotos: © PROKINO
BERLINALE 2012

Unser Special zur Berlinale 2012 - mit Kritiken, Empfehlungen und Trailern. www.critic.de/berlinale/
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