Goal II
Im zweiten Teil der Trilogie hat der Fußballer Santiago Munez es bis ins Team von Real Madrid geschafft. Dort spielt er zusammen mit Berühmtheiten wie Zidane, Beckham und Raúl.

Zu Beginn gibt Regisseur Jaume Collet-Serra sich viel Mühe, die Faszination für den Fußball und für die spezielle Atmosphäre in den Stadien heraufzubeschwören. Zu Spielszenen in Zeitlupe bei Real Madrid fliegt die Kamera durch das Stadion, und von der Tonspur erklingt „Ave Maria“, der akustische Inbegriff von Erhabenheit. Auch wenn das vielleicht etwas dick aufgetragen wirkt, so könnte es doch der Anfang eines Sportfilms sein, der seinem Sujet endlich einmal Gerechtigkeit widerfahren lässt und es nicht als Vehikel für eine voraussehbare Standard-Handlung missbraucht. Ein Film, in dem zu sehen wäre, was die Faszination dieses Sports wirklich ausmacht, der einen Blick auf die Begeisterung der Spieler erlaubt und den Zuschauer an ihrer Arbeit teilhaben lässt.
Goal II ist natürlich nicht dieser Film geworden. Wie schon der erste Teil, handelt es sich vor allem um eine schematische Geschichte rund um Erfolg und die Fallstricke, die dieser mit sich bringt, garniert mit aufwändig inszenierten, aber gerade in ihrer technischen Perfektion langweiligen Fußball-Szenen. Das Filmteam drehte Material bei echten Spielen im echten Stadion (und sogar eine Szene in der echten Umkleidekabine mit den echten Spielern) und kombinierte diese Bilder mit Einsätzen der Schauspieler. Da fliegt der Ball auf die Kamera zu, die ihn in einer rückwärtigen Fahrt ein Stück begleitet, bis er schließlich im Netz landet. Da wird jeder von Erfolg gekrönte Torschuss in Zeitlupe gezeigt, so dass man immer schon vorher weiß, wer treffen wird. Und das alles spielt in einer Welt, in der ein durch die Luft fliegender Ball ein merkwürdiges, sehr lautes, elektronisch klingendes Geräusch macht. Collet-Serra, der hier nach House of Wax seinen zweiten Spielfilm vorlegt, ist ein erfahrener Regisseur von Werbespots und Musikvideos. Das sieht man Goal II teilweise deutlich an. Immer wieder werden ganze Sequenzen mit Songs unterlegt und in Videoclip-Ästhetik gefilmt, und auch die Geschichte (Drehbuch: Mike Jefferies, Adrian Butchart und Terry Loane) ließe sich problemlos innerhalb von zwei Minuten dreißig Sekunden erzählen.

Santiago Munez (Kuno Becker), das mexikanische Fußball-Talent, das einmal ein illegaler Einwanderer in den USA war und im ersten Teil für den englischen Club Newcastle entdeckt wurde, wird nun also von Real Madrid abgeworben. Dort schießt er gleich im ersten Spiel ein Tor (Volley in die rechte obere Ecke, nachdem er die Vorlage mit der Brust gestoppt hat), während seine Verlobte (Anna Friel) daheim im immer verregneten Newcastle verharrt. Santiago kommt schnell zu Geld und schnellen Autos, Partymädchen fangen an, sich für ihn zu interessieren, und in einer Nebenhandlung taucht auch noch ein kleiner Halbbruder auf, von dem er nichts wusste. Dieser Halbbruder lebt zufälligerweise auch in Madrid, spielt natürlich auch Fußball und kickt mit seinen Freunden in einem Hinterhof - in Sichtweite des großen Stadions.
So hat Santiago genug mit Fragen seiner Herkunft aus armen Verhältnissen, den Verführungen des Luxuslebens und mit den Schwierigkeiten einer Fernbeziehung zu kämpfen. Für den Fußball bleibt da nicht mehr so viel Platz. Interessante Nebenstränge wie die Angst seines Mannschaftskollegen Gavin (Alessandro Nivola) vor dem Älterwerden werden leider schnell wieder fallen gelassen.

Und dann sind da noch die echten Fußballer, Zinedine Zidane, David Beckham und Raúl, die berühmten Spieler von Real Madrid. Sie geben dem Film dieselbe Authentizität, auf die auch Videospiele immer Wert legen, in denen man dann einen kleinen Pixel-Zidane über das Fußballfeld am Fernsehschirm führen kann. Sonst haben sie nicht viel zu tun. Naja, immerhin schießt Beckham am Schluss das entscheidende Tor im Finale der Champions League. Natürlich ein Freistoß. Der noch ausstehende dritte Teil der Goal-Reihe wird während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland spielen.
Filmkritik von Thorsten Funke
Veröffentlicht am 26.04.2007
Kommentare zu Goal II
Fou 30.05.2007 19:55
Hallo liebe Filmgurus und Fußballfans,
ich bin ganz dringend auf der Suche nach der Armbanduhr, die Kuno Becker (Santiago Munes) in dem Film Goal 2 trägt, soweit ich weiß hat sie ein Metallarmband und ein buntes Ziffernblatt...
hinweise bitte an haaiii@gmx.de
vielen Dank Freunde...
Elmo 28.12.2007 19:29
Weiss jemand wie die meist gespielten Songs im Goal II heissen?
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Blog: Berlinale im Dialog

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Film-Angaben
Titel: Goal II
Originaltitel: Goal II - Living the Dream
Großbritannien 2007
Laufzeit: 115 Minuten
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: Mike Jefferies, Adrian Butchart, Terry Loane
Produktion: Mike Jefferies, Matt Barrelle, Mark Huffam
Darsteller: Kuno Becker, Anna Friel, Stephen Dillane, Rutger Hauer, Alessandro Nivola, Leonor Varela, Nick Cannon, Elizabeth Peña
Kinostart: 31.05.2007
DVD-Angaben
Titel: Goal II
Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment
Bild: 2,35:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Spieldauer: 111 Minuten
Extras: Audiokommentar vom Regisseur Jaume Collet-Serra und vom Produzenten Mike Jefferies; Interviews mit David Beckham und weiteren Stars; Deleted Scenes; Filmpannen; Die Spezialeffekte in Goal II; TV-Spots & Trailer; Bilder vom Umkleideraum im Bernabeú-Stadion; Spielerfotos
Verleih ab: 09.10.2007
Verkauf ab: 16.11.2007
Copyright Goal II
Fotos: © Kinowelt
BERLINALE 2012

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