Für immer Shrek

Shrek in der Identitätskrise. Im vierten und letzten Teil der Reihe sollen 3-D-Technik und ein dramaturgischer Kniff Ermüdungserscheinungen kaschieren.

Für immer Shrek

Nach drei Teilen Shrek (Shrek – Der tollkühne Held, Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück, Shrek der Dritte) bringt DreamWorks die Filmreihe um den liebenswürdigen Oger zu ihrem Abschluss. Wie seine Vorgänger spekuliert auch Für immer Shrek auf eine breit gefächerte Zielgruppe. Während sich das Charakterdesign vor allem an Kinder richtet, dürften die zahlreichen popkulturellen Referenzen, der respektlose Umgang mit Märchen und der sarkastische Humor eher Erwachsene ansprechen. Die Langlebigkeit der Titelfigur findet gleich in der Ausgangssituation von Für immer Shrek auf ironische Weise Anklang: Als Familienoberhaupt und Touristenattraktion gehört Shrek nun zum Establishment und wünscht sich sein Leben als gefürchteter Oger zurück.

Für immer Shrek

Als Shrek – Der tollkühne Held 2001 in die Kinos kam, war er der teuerste Animationsfilm aller Zeiten. Mit seiner computeranimierten Welt bot er eine ungewöhnlich realistische, wenn ästhetisch auch durchaus streitbare Darstellung einer Fantasiewelt. Nun geht Für immer Shrek noch einen Schritt weiter und verleiht den scharfen Bildern auch noch räumliche Tiefe. Gleichzeitig werden mit diesem Gimmick auch Ermüdungserscheinungen, die ein vierter Teil zwangsläufig mit sich bringt, kaschiert. Die üblichen 3-D-Effekte, bei denen die Grenze zwischen Leinwand und Kinosaal durchbrochen wird, werden allerdings spärlich eingesetzt, etwa mit einer Pferdekutsche, die in den Zuschauerraum steuert. Das funktioniert zwar gut, wirklich originell nutzt der Film die momentan schwer angesagte Technologie aber nicht.

Als weitere Möglichkeit, der Geschichte und ihren Figuren frischen Wind einzuhauchen, nutzt der Film einen dramaturgischen Kniff. Nachdem Shrek einen Vertrag des niederträchtigen Rumpelstilzchens unterzeichnet hat, um für einen Tag sein altes Leben wiederzubekommen, steckt er plötzlich in einer Welt fest, in der er nie geboren wurde: In dieser heruntergekommenen Version des Märchenlandes Weit Weit Weg herrscht Rumpelstilzchen als Diktator und macht Jagd auf die Oger. Die haben sich derweil in den Untergrund zurückgezogen und werden von Shreks geliebter Fiona, die in dieser Welt eine unterkühlte Amazone ist, angeführt.

Für immer Shrek

Obwohl die Handlung in einer alternativen Welt angesiedelt ist, kommt es nur bedingt zu Veränderungen. Nebenfiguren wie der geschwätzige Esel oder der Lebkuchenmann kennen Shrek zwar plötzlich nicht mehr, funktionieren aber nach bewährtem Rezept. Auch wenn vieles aus den vorigen Filmen wiedergekäut wird, gibt es dennoch einige gelungene Neuerungen. Aus dem Gestiefelten Kater, der seit dem zweiten Teil als Auftragskiller mit spanischem Akzent zum Publikumsliebling avancierte, ist etwa eine fette, faule Hauskatze geworden, die mit ihrer Bewegungslosigkeit die meisten Lacher verbuchen kann. Zudem verfügt der Film über einen neuen Bösewicht, der ihn zumindest teilweise tragen kann: Der manipulative Widerling Rumpelstilzchen, von seinen Untergebenen Herr Stilzchen genannt, inszeniert sich als hedonistischer Rokoko-Fürst, der für jede Stimmungslage eine passende Perücke besitzt. Dieser Ideenreichtum ist es dann auch, der Für immer Shrek doch zu einem recht kurzweiligen Erlebnis macht. Es gab auf jeden Fall schon weitaus schlimmere vierte Teile zu sehen.

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Kommentare


Luka

Ich finde Schrek einfach so super geil.


Christoph Janacs

Ich halte die Thematik von Shrek 4 für ziemlich anspruchsvoll, was die Auffassungsgabe von Kindern betrifft: sie erinnert an die Problematik von Max Frischs Werken und wird auch sehr ansprechend umgesetzt. Also: neben dem durchaus gegebenen Unterhaltungswert diesmal auch eine ansprechende Thematik.






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