Fast & Furious Five

Höher, schneller und weiter: Mit seinem dritten Beitrag zum Auto-Raser-Franchise setzt Justin Lin auf Erprobtes und Bewährtes und furiose Showeffekte.

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Legendäre Autos, Muskelmänner, dekorative Frauen, jede Menge Action, Stunts und Autorennen am Rande des physikalisch Machbaren – das sind die Zutaten für das erfolgreiche Franchise, das sich seit Rob Cohens The Fast And The Furious (2001) nun in der fünften Auflage fortsetzt. Regisseur Justin Lin setzt inhaltlich direkt beim Vorgänger Fast & Furious – Neues Modell, Originalteile (Fast & Furious, 2009) an, indem er in das Schlussbild des Vorgängers einsteigt: Der zu langjähriger Haftstrafe verurteilte Dom Torreto (Vin Diesel) wird von seiner Schwester Mia (Jordana Brewster) und Ex-Antagonist O’Conner (Paul Walker) in einer rasanten Aktion befreit, wonach sich die Gruppe nach Südamerika absetzt. Dort wartet der alte Bekannte Vince (Matt Schulze) mit einem letzten Auftrag, nach dessen Abschluss sich alle endlich zur Ruhe setzten wollen.

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Beim Auftrag geht es natürlich um Autos, insbesondere um den legendären Ford GT40, und natürlich geht alles schief, denn an Antagonisten mangelt es nicht. Da ist zum einen der sinistre Mafioso Reyes (Joaquim de Almeida) mit seinen bewaffneten Horden und zum anderen – ein Novum in der turbulenten Menagerie – der rabiate US-Fahnder Hobbs (Dwayne „The Rock“ Johnson), der Torreto und O’Conner von Gesetzes wegen nachstellt. Erwartungsgemäß sorgt das Aufeinandertreffen der muskelbepackten Haudraufs für jede Menge Kleinholz oder genauer für Verfolgungsjagden und Materialschlachten jenseits der Grenzen jeglicher Logik.

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Der actionerprobte Regisseur Jason Lin bleibt seinen bisherigen Inszenierungen treu und versucht gar nicht erst, der substanzlosen Story Facetten jenseits der plakativen Schauwerte zu entlocken, denn Prioritäten liegen genretypisch woanders. So gibt es wenig Neues in der fünften Auflage von The Fast And The Furious, sieht man mal von der weiteren Variation des Titels und den – entsprechend dem Stand der Technik – noch schnelleren, noch furioseren Actionsequenzen ab – und von der Spur der Verwüstung, die diese hinterlassen. Die Schauwerte sind stimmig und handwerklich überzeugend.  Vor allem in Tempo und Schnittdichte, legt Fast & Furious Five (Fast Five) gegenüber seinen Vorgängern nochmal zu.

Auch wohlkalkuliert trägt der Film dem Umstand Rechnung, dass die Fangemeinde älter wird, denn es kündigt sich alsbald Nachwuchs an, und damit – so absurd das zunächst auch anmutet – klingen nun auch Familienwerte an. Doch keine Angst, hierüber tiefer zu reflektieren lässt sich Fast & Furious Five keine Zeit. Das gilt auch für die sozialen Kontraste: Der Film spielt größtenteils in den Favelas von Rio De Janeiro, wo die Armut zu den hochgetunten Edel-Rennmaschinen einen krassen Widerspruch darstellt. Doch Steven F. Windons Kamera bleibt an der Oberfläche und lässt die Realität nur so weit zu, wie sie als spaßerhaltender Hintergrund für das temporeiche Spektakel herhalten kann. In diesem fügt immerhin Dwayne „The Rock“ Johnson als US-Fahnder eine neue Note hinzu: Der schauspielende Ex-Wrestler (The Scorpion King, 2002) stellt erstmalig einen optisch überragenden Gegner zu Vin Diesels Torreto dar. Und da Johnson nach der politisch korrekten Genrekonvention als US-Fahnder ja eigentlich ein Good-Guy ist und Torreto & Co. nicht ewig Outlaws bleiben können, findet der Film zuletzt auch hier eine alles harmonisierende Konfliktlösung.

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Ansonsten schmeckt das filmische Gericht recht altbekannt und funktioniert nach der Methode, bloß keine Enttäuschungen zu generieren. So bleiben Autos testosteronanreichernde Männerfetische und Frauen bloßer Zierrat – rundum also die Perpetuierung des tumben, wenn auch erfolgreichen Macho-Klischees. Sofern man auf diesem (geistigen Low-)Level nahezu ironiefreie Unterhaltung konsumieren will, erreicht Fast Five die gesetzten Ziele vollends und sorgt für 130 Minuten schnelle und furiose Kurzweil. Und keine Sorge, wenn Torreto verkündet: „One last job, then we disappear forever.“ Solange die Kinokasse klingelt, wird das nicht passieren.

Übrigens: Ob Fast & Furious Five – wie schon sein Vorgänger – als Prequel zu The Fast and The Furious: Tokyo Drift anzusehen ist, lässt sich wohl nicht mit Sicherheit sagen, denn in dieser Serie stehen Tote schneller wieder auf, als man denkt – wie der gut im Abspann versteckte Ausblick auf den unvermeidlichen nächsten Teil offenbart.

Trailer zu „Fast & Furious Five“


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