Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer
Wollen zwei Fantastische heiraten. Kommt die Rettung der Welt dazwischen.
Die Sensation zuerst: Fantastic Four - Rise of the Silver Surfer ist nicht wesentlich besser als der missratene erste Teil der Comic-Saga. Liegt es daran, dass wieder Bernd Eichinger, der Literaturvernichter (Der große Bagarozy, 1999, Elementarteilchen, 2006), Geschichtsvernichter (Der Untergang) und Erfinder des Billigbusters (Resident Evil, 2002, Resident Evil: Apocalypse, 2004) seine Hände im Spiel hat? Gruselig allein der Gedanke, dass er bald mit Uli Edel als Regisseur den Baader-Meinhof-Komplex auf die Leinwand bringen will.
Oder an Tim Story, einem Regisseur, dessen Umgang mit Spezialeffekten einen über weite Strecken glauben macht, wir steckten noch tief in den achtziger Jahren? Einzige von ihm gesetzte ästhetische Höhepunkte sind die erstmals im bahnbrechenden Terminator 2 (Terminator 2: Judgment Day, 1991) verwandten Morphing-Effekte. So verwundert es auch nicht, dass einen das Gebaren des Silver Surfer instinktiv an den legendären T-1000 erinnert. Diese wenigen sehenswerten Szenen sind durch die Trailer allerdings schon hinlänglich bekannt.
Vielleicht liegt es aber auch nicht an Tim, sondern einfach an der Story (Vorsicht: Sprachwitz des Films färbt ab). Plot und Dialoge ergänzen sich: Sieb und breitmaschig-löchriges Netz auf der einen, klischeehafte Floskeln und bis zur Peinlichkeit Banales auf der anderen Seite.
Mit seinem vermutlich größten Pfund, Michael Chiklis, dem charismatischen Hauptdarsteller der TV-Serie The Shield (seit 2002) wuchert der Film erst gar nicht – ausgerechnet der einzige Mime mit schauspielerischen Fähigkeiten bleibt im Kostüm des Things gebunden. Auch die wenigen Szenen von Kerry Washington können nichts mehr retten.
Und dabei geht es doch wie immer ums Retten. Diesmal nicht nur sich oder die anderen vor sich selbst wie über weite Strecken des ersten Teils, sondern gleich die ganze Menschheit. Opponent ist wieder der unkaputtbare Victor von Doom, außerdem ein reichlich fieses Planetending.
Immerhin lernen wir, dass es im Weltall auch Wesen gibt, die wie Jessica Alba aussehen und dass nicht nur Androiden sondern auch Außerirdische Mitleid haben. Ein bisschen davon täte dem Zuschauer ebenfalls ganz gut, doch das Franchise kennt kein Erbarmen. Das Ende lässt eine weitere Fortsetzung vermuten. Rette sich wer kann.
Filmkritik von Sascha Keilholz
Veröffentlicht am 24.08.2007
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Film-Angaben
Titel: Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer
Originaltitel: 4: Rise of the Silver Surfer
USA 2007
Laufzeit: 92 Minuten
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Regie: Tim Story
Drehbuch: Don Payne, Mark Frost
Produktion: Avi Arad, Bernd Eichinger, Ralph Winter
Bildgestaltung: Larry Blanford
Montage: William Hoy, Peter S. Elliot
Musik: John Ottman
Darsteller: Ioan Gruffudd, Jessica Alba, Chris Evans, Michael Chiklis, Julian McMahon, Kerry Washington, Andre Braugher, Doug Jones, Zach Grenier
Kinostart: 14.08.2007
DVD-Angaben
Titel: The Fantastic Four 2: Rise of The Silver Surfer
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Bild: 2,40:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Spieldauer: 88 Minuten
Extras: 3 Audiokommentare (Darsteller, Regie und Crew); Blick hinter die Kulissen (ca. 8 Min.)
Verleih ab: 14.12.2007
Verkauf ab: 14.12.2007
Copyright Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer
Fotos: © Constantin Film, München
BERLINALE 2012

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