Duell der Magier

Niemand geringeres als Merlins Nachfolger stellt sich dem Kampf gegen das Böse. Duell der Magier will unterhaltsame Fantasy sein, entzaubert sich aber selbst.

Duell der Magier

Regisseur John Turteltaub scheint in den letzten Jahren eine lukrative Quelle für publikumswirksame Unterhaltung gefunden zu haben. Wie schon bei seinen Kassenerfolgen Das Vermächtnis der Tempelritter (National Treasure, 2004) und Das Vermächtnis des geheimen Buches (National Treasure: Book of Secrets, 2007) liefert erneut ein Mythos das Handlungsgerüst für sein Werk. Diesmal dient die Sage um den Zauberer Merlin als Ausgangspunkt. Zuvor hatte sich Turteltaub bereits die Jagd nach dem Schatz der amerikanischen Gründerväter zum Motiv genommen. Duell der Magier (The Sorcerer’s Apprentice) erzählt nun von Merlins Lehrling Balthazar Blake (Nicolas Cage), der den Nachfolger des großen Zauberers im Kampf gegen das Böse ausfindig machen will. Den Auserwählten findet er nach langer Suche schließlich in Dave Stutler (Jay Baruchel), einem unbeholfenen und nerdigen Physikstudenten. Bevor sich Dave versieht, hat Blake ihn zu seinem Zauberschüler gemacht und bereitet ihn auf das finale Duell der Magier vor.

Dave stellt sich schnell als schlaksiger Verlierertyp mit quietschender Stimme heraus, der von Szene zu Szene stolpert und sich als Magier reichlich ungeschickt anstellt. Seine Tollpatschigkeit dient zwar als Aufhänger für anfängliche Lacher, nimmt dem überforderten Helden mit zunehmender Spieldauer aber das Potenzial, als Magier zu überzeugen. Durchgehend hechelt er seinem Lehrmeister Blake hinterher und flüchtet vor einstürzenden Hauswänden, eine Rolle spielt er in den effektreichen Auseinandersetzungen bis zum Ende nicht. Das Erlernen von Zaubersprüchen handelt der Film im Vorbeigehen ab, die Entwicklung vom Lehrling zum Magier bleibt derart kurz gehalten, dass der Held in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Nur das Nötigste scheint Turteltaub hier anbieten zu wollen, um schnell wieder zur Action kommen zu können. Die Möglichkeit, seine Figuren in einen Bezug zur Zauberei zu setzen, lässt er so vorbeiziehen.

Duell der Magier

Stattdessen wird Dave in einen Gewissenskonflikt zwischen Liebe und Magie versetzt, um noch etwas Reibungspotenzial für den Helden zu schaffen. Doch auch das perlt an der glatten Figur ab. Die Versuche, seine Jugendliebe Becky (Teresa Palmer) für sich zu gewinnen, sind genauso unbeholfen wie seine Zauberversuche, verleihen dem Film zahlreiche Längen und lenken unnötigerweise vom eigentlichen Geschehen ab. So geht von Dave nie eine geheimnisvolle, magische Aura aus, die nötig wäre, um Duell der Magier als Fantasyabenteuer stimmig wirken zu lassen.

Dass Balthasar und Dave als Magier auf Merlins Spuren wandeln, wird bei den zerberstenden Häuserwänden und pulverisierten Wohnungseinrichtungen, die effektreich und mit reichlich Pyrotechnik über die Kinoleinwand flackern, schließlich komplett zur Nebensache. Hauptsache, es kracht, und zwar laut, das scheint hier die Devise. Doch bei aller handwerklichen Routine, wie man sie von einer Bruckheimer-Produktion wohl erwarten kann, blättert schnell der Lack an der glatt polierten Oberfläche. Zu ähnlich sind die Actionszenen auf Dauer, denn trotz wechselnder Schauplätze laufen sie immer gleich ab – ob die Magier nun durch Chinatown hetzen oder Daves Physiklabor verwüsten. Nie bietet Duell der Magier eine Variation der Action, und zuletzt liegt sowieso alles in Schutt und Asche. Das sorgt beim ersten Mal noch für kurzweilige Unterhaltung, nutzt sich aber durch die ständige Wiederholung immer mehr ab. Dabei spielen die Fähigkeiten der Zauberer keine Rolle mehr. Die Magie dient nur noch als Verpackung, die mit reichlich Action gefüllt wird.

Duell der Magier

Im finalen Duell tritt Dave dann endlich zu Merlins Nachfolge gegen die böse Hexe Morgana (Alice Krige) an. Inmitten von New York City beschwört sie die Untoten herauf, ein mächtiger Feuerstern überzieht die Dächer der Stadt, und der Himmel verdunkelt sich. Doch als Dave sich der Hexe entgegenstellt, folgt schnell die Enttäuschung. Keine Überraschungen, keine doppelbödigen Zaubertricks oder bahnbrechenden Illusionen. Stattdessen wirft Dave elektrische Kugeln auf sein Gegenüber, und als das nicht wirkt, greift er lieber auf seine Physikkenntnisse zurück. Statt Magie bekämpfen Stromstöße das Böse, die Hexe ist wie der ganze Film wortwörtlich entzaubert. Das Nerdtum hat erneut gesiegt – nach den Komödien erobern die Nerds nun auch die Action- und Fantasyfilme.

Der Umgang des Films mit Magie scheint sich noch einmal präzise im Zauberer Drake Stone (Toby Kebell) widerzuspiegeln, der im Kampf Gut gegen Böse vordergründig eine Nebenrolle spielt. Ein bisschen sieht er aus wie ein blondierter David Copperfield mit Nagellack und zu viel Eyeliner. Drake lässt sich von seinen Sekretärinnen die Nägel feilen, sein Büro wird von einem riesigen Selbstporträt eingenommen, der Narzissmus treibt seine Blüten in der Scheinwelt des Berufsmagiers. Die magischen Fähigkeiten hat er für Zaubershows und effektreiche Selbstinszenierung verkauft und verdient damit gutes Geld, bis er schließlich eher halbherzig in den Kampf zwischen Gut und Böse eingreift. Zunächst wirkt Drake Stone als eine gelungene Parodie auf den Etikettenschwindel mit Zauberei. Doch gleichzeitig inkarniert die Figur das Verhältnis des Films zu seiner selbst gewählten Thematik: Ausverkauf statt stimmungsvolle Inszenierung von Magie, Blendung statt Verzauberung des Publikums.

Trailer zu „Duell der Magier“


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Kommentare


Celine

Dieser Film wird total cool ich habe alle Trailer ich freu mich einfach.


Jan

Nun habe ich mich auch durch den Trailer ins Kino locken lassen und war eeindruckt aber auch entäuscht.Sehr schön ist die Geschichte, sie klingt magisch und spannend. Auch die Effekte in diesen Film sind einfach klasse.Witz und Humor fehlt auch nicht und Nicolas Cage hat dies wieder perfekt rübergebracht.Ich war ohne Langeweile dabei, bis der Film in eine schnullzige Teenieliebesromanze abdriftete.Die eigentliche Geschichte wurde stark vernachlässigt und zu wenig in der Gesamtheit weiter entwickelt. Es wurde viel zu viel Zeit damit verschwendet die Liebesentwicklung zwischen den Teenies zu zeigen.Dieser Film hätte was besonderes werden können, wenn man darauf geachtet hätte Magie, Phantasie und Spannung von Anfang an durch den ganzen Film zu halten. Leider wurde dies nicht gemacht und der Film wurde immer langweiliger. Schade vielleicht wird es beim nächsten mal was. Gruß Jan






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