Dogtown Boys
Catherine Hardwicke inszeniert die Geschichte der legendären Z-Boys, die neue Maßstäbe im Skateboarden setzten und nun als Protagonisten eines adretten Teen-Movies versuchen, zwischen den Verlockungen von Ruhm und Geld den richtigen Weg zu finden.

Es ist solch eine schöne Geschichte! Eine Handvoll Jungs aus dem heruntergekommenen Küstenviertel Dogtown zwischen Santa Monica und Venice Beach surfen und skaten dem tristen Alltag davon, aus ihren Kinderspielen wird kunstvoller Extremsport und sie selbst entwachsen zu berühmt-berüchtigten Gründungsvätern, die sich heute bequem auf ihrer Unsterblichkeit im Skateboard-Himmel ausruhen können.
Die Wallfahrt durch das Leben der nach ihrem Treffpunkt „Zephyr Surfboard Shop“ benannten Z-Boys beginnt Anfang der 70er Jahre, als die damals in etwa Dreizehnjährigen sich bei schlechten Surfwellen die Zeit auf ihren Skateboards vertreiben. Mit der Einführung von Urethan-Rollen verlagert sich langsam der Fokus der Gruppe vom Wasser auf den Asphalt, der dank neuer Bodenhaftung ungeahnte Manövermöglichkeiten verspricht. Der Rest ist, wie man an dieser Stelle üblicherweise zu sagen pflegt, Geschichte. Ihr von Surfprofi Larry Bertleman abgeschauter aggressiver „low-the-ground-style“ revolutionierte den bis dahin vornehmlich kerzengerade auf dem Deck stehend ausgeübten Skatesport, der mit Hilfe von Mutter Natur und der kreativen Verspieltheit der Jungs aus Dogtown schließlich auch noch in die Vertikale gehen sollte. Die Dürre des kalifornischen Sommers hatte die Schwimmbecken in den Gärten der illustren Nachbarschaft von Beverly Hills und Pacific Palisades ausgetrocknet, deren hellblaue Betonwellen von den Z-Boys nun heimlich geskatet wurden. Die Erschütterung der Skateboardwelt durch Fotos dieser Pool-Sessions war enorm und aus den Ghettokids wurden international anerkannte Stars, die noch heute ikonenhafte Positionen in der Branche inne haben.

Das Beste an dieser Geschichte ist, dass sie wahr ist, und noch besser, dass sie nun von einem der Z-Boys selbst erzählt wird. Dogtown Boys ist das Resultat der autobiografischen Rekonstruktionsarbeit des Drehbuchautors Stacy Peralta, der sich nach seiner Karriere als Skater und Mitbegründer der Skatemarke Powell-Peralta, dem Filmemachen zugewandt hat (zuletzt im Kino mit seiner Surfdokumentation Riding Giants, 2004). Die street credibility des Autors, der Traumfaktor des „vom Außenseiter zum Helden“-Stoffes und die Fotogenität des Skateboardens haben unter der Regie von Catherine Hardwicke (Dreizehn, 2003) einen eingänglichen, runden Film enstehen lassen, der sich wohl mit dem Hauch des Authentischen schmücken darf.
Die Darsteller der drei Hauptfiguren Tony Alva (Victor Rasuk), Jay Adams (Emile Hirsch) und Stacy Peralta (John Robinson, dem auratischen Hauptdarsteller aus Gus van Sants Elephant, 2003) haben brav Nachhilfeunterricht im Skaten bei den echten Z-Boys genommen, während das Produktionsteam sich um das minutiöse Nachbilden der Originalschauplätze bemühte und die Skate-Doubles den Z-Boy-Stil meisterhaft kopieren lernten. Stellt man den Dokumentarfilm Dogtown and Z-Boys (2001), den Peralta quasi als Vorbereitung für den Spielfilm im Jahr 2001 gedreht hat, Hardwickes Arbeit gegenüber, dann ist die Deckungsgleichheit der nachgestellten mit den Archivbildern bestechend.

Nach einer ersten Filmhälfte mit dynamisch montierten Skatesequenzen und Nahaufnahmen der virtuosen Urethan-Rollen in Aktion, nimmt, für Skateboarding-Fans enttäuschend, im Zuge des fulminanten sportlichen Aufstiegs der hollywoodianische Erzählstrang mit Konkurrenzkämpfen, Eifersucht, Frauen- und Geldgeschichten im zweiten Teil überhand und lässt Dogtown Boys als herzerweichende Freundschaftssaga stranden. Obgleich mit Dogtown Boys ein durchaus glaubwürdiger, unterhaltsamer und interessanter Film entstanden ist, tritt die Geschichte jedoch als etwas zu rundgeschliffen auf die Leinwand. Die verklärende Piratisierung der eigenen Jugendzeit und die Erhöhung der Ereignisse zur Skateboardlegende übertönen am Schluss die problembehafteten Elternhäuser sowie die Allgegenwart von Drogen und belassen die Karrieren des nicht ganz so berühmten, größeren Teils der Z-Boys-Gruppe im Dunkeln.
Aber die Jugend braucht schließlich Vorbilder und so skaten sich die drei rebellischen, aber dennoch sanftmütigen Protagonisten in die Herzen der Zuschauer, wie etwa John Travolta als Tony Manero versuchte, sich in Nur Samstag Nacht (Saturday Night Fever, 1977) seinen Aufstieg heißblütig zu ertanzen, Rocky (1976) sich den Weg nach oben gewaltsam freiboxte oder unlängst Eminem in 8 Mile (2002) sich aus der Gosse rappte.

Im Übrigen betreibt die dokumentarische Version des Stoffes ebenfalls diese Art der Mythenbildung, wenn die Ereignisse auch weitaus differenzierter vorgestellt werden. Und so schreiben die Z-Boys unter Stacy Peraltas Anleitung an ihrer eigenen Legende, stilisieren sich selbst durch die Einbettung ihrer Geschichten in einen stromlinienförmigen Filmroman zu lebenden Mythen hoch und tanken gleichzeitig noch einmal die gutgeschmierte Vermarktungsmaschine auf, die durch die Fiktionalisierung im Spielfilm ihre Absolution erhält. Als Abziehbild des Ganzen hält Johnny Knoxvilles Auftritt her, Erfinder von Jackass und Meister der Selbstinszenierung, der in Dogtown Boys die Rolle eines reichen Skateboard-Mäzens spielt.
Indes ist das Mausoleum des Zephyr Skate Teams trotzdem ganz hübsch anzusehen, denn die Geschichte, sie ist tatsächlich gut.
Filmkritik von Marguerite Seidel
Veröffentlicht am 18.08.2005
Kommentare zu Dogtown Boys
gazmir lipoveci 03.02.2006 10:36
HALLO ICH HABE SELBER DEN FILM DOGTOWN AND Z-BOIS.
DESHALB WEIS ICH FIEL ÜBER DEN FILM ICH SCHAUE IHN EINMAL AM TAG AN. ER IST SPIZE DER BESTE FILM DEN ICH JE GESEHEN HABE. ICH SKATEBOARDE AUCH SELBER ABER WEGEN DIESEM FILM HABE ICH NICHTZ ANDERES IM KOPF ALS DOGTOWN UND SKATEN.UND JEZT WILL ICH AUCH SOWIE DER DOGTOWN STYLE SKATEN ICH HABE SOGAR SELBER EIN PER SKATEBOARDS GEMACHT SOWIE SI TONY ALVA, STACY PERALTA ONDER JAY ADAMS HATTEN. DER FILM IST DER BESTE FILM VON ALLEN UND ICH WEIS DAS MIT MEINEN 12 JAHREN. DER FILM IST EINVACH SUPER. BYE BYE
gazmir lipoveci 03.02.2006 16:09
hallo ich bin es wider der film ist super. wenn einer mit mir schreiben will und msn hat kann ruig meine E-mail adresse nehmen.
disser film ist so cool
sascha 26.04.2006 20:04
best movie ever!!!
Previ 08.05.2006 17:39
Der Film ist wirklich gut!
Vince 17.07.2006 13:10
echt ein guter Film, nur das typische lovestory ding und das einer stirbt, ich weiss nicht, hätte man denk ich auch anderes präsentieren können. Aber sonst ein Film den ich mir auch noch ein 2-3 mal anschauen würde ;)
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Blog: Berlinale im Dialog

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Film-Angaben
Titel: Dogtown Boys
Originaltitel: Lords of Dogtown
USA 2005
Laufzeit: 107 Minuten
Regie: Catherine Hardwicke
Drehbuch: Stacy Peralta
Produktion: John Linson, Art Linson, David Fincher
Darsteller: Emile Hirsch, Victor Rasuk, John Robinson, Heath Ledger, Michael Angarano, Nikki Reed, Rebecca De Mornay, Johnny Knoxville
Kinostart: 08.09.2005
DVD-Angaben
Titel: Dogtown Boys – Extended Version
Vertrieb: Sony Pictures
Bild: 1,85:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Polnisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Spieldauer: 106 Minuten
Extras: Verschiedene Trailer; Musik-Video; Making Of; Interview mit dem Regisseur; Filmdokumentationen; Entfallene Szenen; Featurettes: „Die besten Versprecher“, „Ungeschnittene Filmkommentare: Regisseur, Schauspieler“, „Storyboards-Vergleiche“
Verleih ab: 07.03.2006
Verkauf ab: 04.04.2006
Copyright Dogtown Boys
Fotos: © Columbia Tristar
BERLINALE 2012

Unser Special zur Berlinale 2012 - mit Kritiken, Empfehlungen und Trailern. www.critic.de/berlinale/
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