Die wilden Hühner und das Leben
Kein Hahn kräht mehr nach dem wilden Hühnerleben: obwohl bereits tot geglaubt, wurde es reanimiert und geht nach einem kraftlosen letzten Aufbäumen vorerst zu Ende.
Eine schöne Zeit in ein Marmeladenglas schließen, um es später öffnen und daran riechen zu können – das war eine Vorstellung von Frieda in Die Wilden Hühner (2006). Die Macher und Macherinnen dieses und des folgenden Films Die Wilden Hühner und die Liebe (2007) sowie die Autorin der Romanvorlage, Cornelia Funke, setzen dieses Fantasiebild mit einem dritten Teil der Reihe in die Realität um.
Die Anhängerinnen der Mädchenbande Frieda (Lucie Hollmann), Melanie (Sonja Gerhardt), Wilma (Jette Hering) und Trude (Zsa Zsa Inci Bürkle) um Oberhuhn Sprotte (Michelle von Treuberg) stecken inzwischen mitten in der Pubertät. Eine Klassenfahrt bringt die ersehnte Befreiung aus der Vormundschaft der Eltern – nur Sprotte hat Pech, denn ausgerechnet ihre Mutter (Veronica Ferres) springt als Busfahrerin ein. Kaum am Ziel angelangt, hat Sprotte und ihre Bande jedoch mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen: dem Erwachsenwerden ...
Die Hühnerschar hat sich gemausert, doch das Charakteristischste hat sie verloren: ihre titelgebende Wildheit und mit dieser den Einfallsreichtum ihrer lausbubenhaften Streiche. Aus der Rasselbande von damals sind lahme Glucken geworden, deren Rollenverhalten klischeehafter nicht hätte ausfallen können. Kaum flügge geworden, wird bereits fleißig an dem eigenen Nest gebaut. Darüber hinaus mangelt es der Story an Substanz.
Der wesentliche Stoff der Jugendbuchreihe Funkes ist bereits verarbeitet worden. Ein neues Drehbuch, das lediglich einzelne Motive wie die Klassenfahrt aus dem zweiten Band (Die Wilden Hühner auf Klassenfahrt, 1996) oder die Begegnung mit den Wilden Küken aus dem vierten Band (Die Wilden Hühner und das Glück der Erde, 2000) aufgreift, musste erst entwickelt werden, und genau das, dieses künstliche Anfügen einer eigentlich bereits zu Ende erzählten Geschichte, ist dem Film anzumerken. Abgesehen von bekannten Namen auf der Besetzungsliste hat er wenig zu bieten. Eine junge Schauspielerin ist für den Neuaufguss jedenfalls nicht mehr angetreten: Paula Riemann – die Melanie der ersten beiden Teile. Gerade ihre Rolle (neu besetzt mit Sonja Gerhardt) ist mit der Fortführung der Filmreihe zunehmend ins Negative, in das Stereotypenbild der hübschen Zicke, verkehrt.
Nachdem das Erbe der Wilden Hühner an eine wesentlich jüngere Bande übergeben und weitere Erzählstränge geknüpft sind, hat man die Vorahnung, dass eine Fortsetzung mit dem Titel „Die Wilden Küken“ folgen könnte.
Filmkritik von Arwen Haase
Veröffentlicht am 26.01.2009
Kommentare zu Die wilden Hühner und das Leben
Maureenchen 25.02.2009 13:24
Also ich finde der Film war absoluter Hammer und man solte ihn sich unbedingt anschauen die alte Melanie fande ich hat aber ein bisschen Zickiger spielen können aber die neue spielt sehr verständnisvoll.
Julz 30.04.2009 16:43
Ich fand den Film schwachsinnig weil da war nichts Spannendes. Fand ich. Der Film hat sich einfach nur so rutergespielt.
Rita Heimann xD 23.08.2009 10:04
okey ich wollte die filme schon immer mal sehen aber hatte keine time zu xD also ahbe ich mir das buch gekauft ! aber ich werde das iwann mal nach holen xD
Rita Heimann xD 23.08.2009 10:21
aber eig lese ich keine Bücher xD
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Film-Angaben
Titel: Die wilden Hühner und das Leben
Deutschland 2008
Laufzeit: 112 Minuten
Altersfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Regie: Vivian Naefe
Drehbuch: Thomas Schmid, Uschi Reich, Vivian Naefe, Cornelia Funke, Marie Reich
Originalautor: Cornelia Funke
Produktion: Uschi Reich, Peter Zenk
Bildgestaltung: Peter Döttling
Montage: Christian Nauheimer
Musik: Niki Reiser
Darsteller: Michelle von Treuberg, Lucie Hollmann, Sonja Gerhardt, Jette Hering, Zsá Zsá Inci Bürkle, Jeremy Mockridge, Vincent Redetzki, Philip Wiegratz, Martin Kurz, Veronica Ferres, Jessica Schwarz, Doris Schade, Kostja Ullmann, Benno Fürmann
Kinostart: 29.01.2009
DVD-Angaben
Titel: Die wilden Hühner und das Leben
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Bild: 1,85:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1, DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Altersfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Spieldauer: 107 Minuten
Extras: Making of (ca. 20 Min.); Interviews (ca. 14 Min.); Blick hinter die Kulissen (ca. 3 Min.); Singalong (ca. 1,5 Min.); Musikvideo (ca. 3,5 Min.); Demospiel „Die Wilden Hühner – Mein Casting-Trainer“; Darsteller-Infos
Verleih ab: 06.08.2009
Verkauf ab: 13.08.2009
Copyright Die wilden Hühner und das Leben
Fotos: © Constantin Film
BERLINALE 2012

Unser Special zur Berlinale 2012 - mit Kritiken, Empfehlungen und Trailern. www.critic.de/berlinale/
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