Die syrische Braut

In Die syrische Braut erzählt Regisseur Eran Riklis eindringlich von den privaten und politischen Konflikte einer drusischen Familie in den Golanhöhen, die seit 1967 von Israel besetzt werden, eigentlich aber zu Syrien gehören.

Die syrische Braut

Die Golanhöhen, ein von Israel seit dem Ende des Sechs-Tage Krieges 1967 besetzter, ursprünglich zu Syrien gehörender Landstrich, sind der Handlungsort der konfliktreichen Geschichte einer drusischen Familie. Die Drusen, eine dem Islam nahestehende Religionsgemeinschaft, leben zumindest in dem kleinen Dorf Majdal Shams in einer geordneten, hierarchischen Gemeinschaft. Dort werden die letzten Vorbereitungen für Monas (Clara Khoury) Hochzeit getroffen, die am Nachmittag die Grenze nach Syrien passieren soll, um zu ihrem Verlobten, einem syrischen Fernsehstar, den sie bis jetzt nur auf dem Bildschirm gesehen hat, zu gelangen. Mit der Ausreise nach Syrien verliert sie jedoch auch das Recht auf Wiedereinreise in die Golanhöhen und so ist die Fahrt zu ihrer Hochzeit zugleich ein Abschied für immer von der eigenen Familie.

Regisseur Eran Riklis verbindet die privaten Konflikte innerhalb dieser Familie mit den politischen Unmöglichkeiten des besetzten Landes. Er konzentriert sich ganz auf die Konstruktion der Geschichte, führt die groteske Politik Israels und Syriens am Grenzübergang vor: Regeln, die das Zusammenleben der Bevölkerung ordnen sollen, werden ad absurdum geführt. Riklis benutzt einfache visuelle Mittel, konzentriert sich vor allem auf die Schauspielkunst seines starken Ensembles. Die syrische Braut ist ein politischer Film, der sich mit den Auswirkungen der zwischenstaatlichen Entscheidungen auf das Privatleben der betroffenen Menschen auseinander setzt und diese auf unspektakuläre, aber sehr wirkungsvolle Weise kritisiert.

Kommentare


Sarsura

Ich habe heute den Film gesehen und er hat mich wirklich bewegt. Der Film stellt die Probleme zwischen Israel und Syrien sowie die Probleme innerhalb der arabischen Gesellschaft sehr gut dar.

Er verbirgt eine gute und überdachte Kritik.


Martin Z.

Hier wird das Drama der Bewohner der Golan Höhen an einem Beispiel einer Hochzeit zwischen Vertretern beider Seiten ad absurdum geführt. Nachdem man die komplexen Familienverhältnisse und die Grenzsituation der Betroffenen verstanden hat, beginnt man nicht nur das ganze Ausmaß der Tragödie zu begreifen, sondern auch ihre menschenverachtende, administrative Sturheit, mit der jeder auf sein Recht pocht. Aber es gelingt dem Regisseur auch ironische Elemente einzubauen, die die Handlungsweise der Lächerlichkeit preisgeben. Ebenso finden sich subtile menschliche Beziehungen am Rande, die den Blick etwas weiten und zur Unterhaltung beitragen. Und dann gibt’s noch überraschenderweise eine ganz einfache Lösung, damit die Hochzeit doch stattfinden kann.






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