Die Super-Ex – Kritik

Eine Trennung ist immer eine schmerzhafte Angelegenheit. Besonders heikel wird es aber, wenn man Supergirl zur Freundin hatte. In Ivan Reitmans neuer Komödie bekommt Luke Wilson den Zorn seiner Ex Uma Thurman zu spüren.

Die Super-Ex

Den Superhelden gehört im Kino stets die große Bühne. Immerhin haben sie nichts weniger zu leisten, als die Welt in einem erbittert geführten Kampf zwischen Gut und Böse vor ihrem drohenden Untergang zu bewahren. Die Retter mit den übermenschlichen Fähigkeiten werfen sich in die Schusslinie, retten Leben und sehen dabei in aller Regel verdammt gut aus. Egal ob es Clark Kent alias Superman mit dem durchtriebenen Lex Luthor zu tun hat oder Batman sich auf Pinguinwesen und notorische Rätselfetischisten stürzt, das Wohl der Menschheit ist ihr Antrieb, ihre Passion.

G-Girl (Uma Thurman) steht ihren zumeist männlichen Kollegen in Sachen Großherzigkeit und Altruismus in nichts nach. Verbrecher jagen, Unfälle verhindern, fehlgelenkte Raketen abwehren, für sie ist das alles tägliche Routine. So selbstbewusst und heroisch sie in ihrem figurbetonten Lederoutfit auch auftritt, wie so viele Superhelden ist sie gezwungen, ein unauffälliges Doppelleben zu führen. Dann ist sie Jenny Johnson, eine Künstlerin, die zufällig einen adretten Mann (Luke Wilson) in der U-Bahn kennenlernt. Matt, so sein Name, ist vollkommen ahnungslos. Erst nachdem beide bereits ein Paar sind, beichtet sie ihm alles. Zu allem Überfluss muss sich Matt eingestehen, dass er sie nicht wirklich liebt. Er will stattdessen mit seiner Arbeitskollegin Hannah (Anna Faris) zusammen sein. Damit ist der Zeitpunkt erreicht, an dem Jenny/G-Girl rot sieht. Sie beschließt, ihm und seiner neuen Freundin das Leben zur Hölle zu machen.

Die Super-Ex

Die Grundidee, eine verlassene und gekränkte Ex mit gottgleichen Fähigkeiten auszustatten, gehört zu den zahlreichen durchaus charmanten Drehbucheinfällen, die, auf Spielfilmlänge ausgewälzt, nicht überzeugen können. Vergleiche mit Jim Carreys Auftritt in Bruce Allmächtig (Bruce Almighty, 2003) drängen sich auf. Die Verwandlung eines Nobody zu einem perfekten Ehemann ertrank zum Ende hin in kalkulierter Tränendrückerei und moralinsauren Dialogen. Zwar haben Reitmann und sein Autor Don Payne ähnlich Schmerzvolles nicht zu verantworten, überzeugen kann ihr Werk allerdings ebenso wenig. Dem Showdown vor dem unvermeidbaren Happy End fehlt es dazu an Dramatik und Matts plötzlicher Sinneswandel, in Hannah nicht nur eine Sex-Affäre sondern die Liebe seines Lebens zu sehen, wird nicht hinreichend nachvollziehbar motiviert. Lediglich der in romantischen Komödien fast schon obligatorische schräge Sidekick - Rainn Wilson in der Rolle von Matts sexfixierten Kumpel Vaughn - sorgt für einige unterhaltsame Momente.

Enttäuschend gestaltet sich die Integration der Superhelden-Thematik. Nur in Ansätzen spielt der Film mit der von Peter Parker bis Clark Kent weit verbreiteten Gefühlslage des Außenseiters, der seine Andersartigkeit, sein Abweichen von der Norm nicht nur als eine Gabe sondern zugleich als große Belastung und Bürde empfindet. Die von Reitman verwendete Ikonographie lehnt sich vor allem bei Superman, dem ältesten aller Comic- und Filmhelden, an. G-Girl darf im Flug wie der Retter vom Planeten Krypton die Faust gen Himmel recken und ein goldenes „G“ ersetzt auf dem engen schwarzen Dress das legendäre rote „S“. Die Visualisierung von G-Girls Schnelligkeit und Kraft erschöpft sich dabei in uniformen Spezialeffekten und Zeitraffersequenzen.

Die Super-Ex

Bleibt somit Uma Thurman als einziges Eyecandy übrig. Die Doppelrolle aus unterkühlter Intellektueller und unerschrockener Kämpferin ist eine platte Mélange der von ihr zuletzt dargestellten konträren Frauenfiguren „The Bride“ (Kill Bill, 2003-2004) und Rafi Gadet (Couchgeflüster, Prime, 2005). Sie mag durchaus Gefallen an der genüsslichen Persiflage dieser auch ihr gerne angehängten Klischees finden, als Zuschauer sehnt man sich jedoch nach den Originalen zurück.

Auch wenn das Thema „Rache am Ex“ auf der Agenda steht, bleibt Die Super-Ex (My Super Ex-Girlfriend) stets ganz zahme Hollywood-Unterhaltung. Zu den größeren Gemeinheiten zählt da bereits, dass Matt im Adamskostüm eine Präsentation vor Geschäftskunden halten muss. Wenn G-Girl zur Nemesis wird und das Zickenduell zwischen Thurman und Faris Fahrt aufnimmt, ist zudem eine Stunde des Films vergangen. Insofern würde es in die Irre führen, Die Super-Ex als bitterböse Rachekomödie zu titulieren. Eher ist die von Comedy-Spezialist Ivan Reitman (Ghost Busters, 1984; Zwillinge, Twins, 1988) angerührte Mixtur aus Liebesgeschichte und Fantasy-Märchen eine angesichts des erwachsenen Zielpublikums zuweilen äußerst alberne Angelegenheit, die sich bestenfalls als unverfängliches Date-Movie eignet.

 

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