Die Könige der Nutzholzgewinnung

Einige arbeitslose Waldarbeiter aus dem Harz schließen sich zusammen, um durch einen Holzfällerwettbewerb an Geld und ihre verloren gegangene Männlichkeit zu kommen.

Die Könige der Nutzholzgewinnung

Die Könige der Nutzholzgewinnung unternimmt den Versuch, ein aktuelles gesellschaftliches Problem wie Arbeitslosigkeit in eine publikumswirksame Familienkomödie zu übertragen. Ganz neu ist die Idee nicht, so erzählte schon Ganz oder Gar nicht (The Full Monty, 1997) von einigen Losertypen, die sich vom Strippen nicht nur Geld versprechen, sondern auch Bestätigung für das Ego.

Die Geschichte dreht sich um Krischan, der nach zwölf Jahren wieder in das Waldarbeiterdorf Tanne im Ostharz zurückkehrt, wo er nicht gerade mit offenen Armen empfangen wird. Seinen Kumpels Ronnie und Bert schuldet er noch Geld und seine damalige Freundin ist kurz nach seiner Abreise schwanger geworden. Da hat Krischan die Idee, einen Holzfällerwettbewerb für Arbeitslose ins Leben zu rufen.

Die Könige der Nutzholzgewinnung

Was auf den ersten Blick wirkt wie eine harmlose Komödie, die niemandem weh tut, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Träger einer unheimlich reaktionären Botschaft. Dabei liegt das Hauptproblem vor allem in der Figur des Krischan, der als liebenswerter Taugenichts angelegt ist und dem man wegen seines Hundeblicks gerne sein großspuriges und chauvinistisches Gehabe verzeiht. Dass sich Krischan nach zwölf Jahren Abwesenheit als Vater aufspielt, ist die eine Sache, dass der Film ihm dabei auch noch Recht gibt, die andere. Neben der Lektion, dass eben doch jedes Kind Mutti und Vati braucht und allein erziehende Mütter nur verweichlichte Söhne großziehen, darf man als Zuschauer auch Zeuge davon werden, wie der Vater seinem Sohn auf unglaublich alberne Weise Nachhilfe in Sachen Männlichkeit gibt. Es ist nichts daran auszusetzen, patriarchale Strukturen in der Provinz aufzuzeigen, sehr wohl aber sie durch die Romantisierung des kleinen Arbeiters mit den großen Visionen zu legitimieren.

Letztlich darf auch eine Figur wie der Hausmann Ronnie, der eigentlich die im Film gefeierten Klischees immer ein wenig gebrochen hat, wieder ein richtiger Mann werden und seiner arbeitenden Frau und Kindern endlich einmal sagen, wo es langgeht.

 

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