Die große Verführung

Die Bewohner eines gottverlassenen Inseldörfchens in Kanadas Norden buhlen mit allen Mitteln um einen Arzt, an dessen Praxiseröffnung die Zukunft der Gemeinde hängt. Witzige, manchmal etwas platte Komödie, die in Quebec der absolute Publikumsrenner war.

Die große Verführung (La grande séduction)

Sainte-Marie-La-Mauderne ist eine vergessene 150-Seelen-Insel im Norden Kanadas. Das Dilemma ihrer Bewohner steckt schon im Namen der Insel: Sie will modern („moderne“) sein und ist doch durch ihre geographische Lage verdammt („maudit“). Einst ernährte die Fischerei die Insel, die heute unter Arbeitslosigkeit und Abwanderung leidet. Als selbst der Bürgermeister sich aus dem Staub macht, nimmt Germain (Raymond Bouchard) die Sache in die Hand: ein Unternehmen hat den Bau einer Fabrik in Aussicht gestellt – das wäre die Rettung für das Dorf! Doch als Bedingung muss zunächst ein Arzt her, der sich auf Dauer vor Ort niederlässt. Nun werden die Inselbewohner gemeinsam aktiv und beginnen, mit einem groß angelegten Plan, einen Doktor (David Boutin) vom Festland herbeizulocken.

Wer sich auf einen absolut berechenbaren Plot und eine klischeehafte Figurenzeichnung einlassen will, wird knapp zwei Stunden lang durch einen burlesken, teils schonungslosen Humor unterhalten. Die große Verführung (La grande séduction) wirkt wie eine frankokanadische Fortschreibung der französischen 70er-Jahre-Komödien von Claude Zidi und Gérard Oury. Jean-François Pouliots erste Regiearbeit war im Sommer 2003 der große Publikumserfolg in Quebec und wurde beim Sundance-Filmfestival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

 

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Kommentare zu „Die große Verführung“


Martin Z.

Von der ersten bis zur letzten Szene nimmt einen diese bezaubernde Komödie gefangen. Sie spielt in Neufundland und die Einwohner scheinen etwas hinterm Mond zu wohnen, aber sie sind warmherzige, etwas schlitzohrige, trinkfreudige Typen. Die Geschichte ist neu und macht Lust zu den Newfies zu fahren. Und wie diese liebenswerte aber schlichte Dorfbevölkerung es schafft, einen Investor und einen Arzt auf ihre Insel zu bringen ist voller authentischer Komik.
Ihre Aktionen sollten auch den letzten Humorlosen überzeugen, falls es die Kollektion der schrulligen Typen nicht schafft. Und als alles am Ende rauskommt, ist man froh über den glücklichen Ausgang und genießt schmunzelnd die letzten Bilder, die die gleichen sind wie die ersten: die Lichter gehen im ersten Stock aus und die Schornsteine des Dorfes geben stoßweise Rauch ab. Ein köstlicher Spaß, der Lust auf Urlaub macht.






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