Der Typ vom Grab nebenan… oder wo die Liebe hinfällt

Romantische Komödie über eine ungewöhnliche Liebe auf Umwegen zwischen einer Bibliothekarin und einem Landwirt. Eine überraschende Begegnung, die Sehnsüchte, Leidenschaften und Träume zwischen Landluft und Kulturschock weckt. In Schweden ist der Film ein Riesenerfolg. Sympathisch, leicht, sehenswert.

Der Typ vom Grab nebenan…

Desiree Wallin (Elisabet Carlsson) ist einsam. Ihr Leben treibt dahin, zwischen Besuchen am Grab ihres verunglückten Mannes und ihrer an Alzheimer leidenden Mutter. Abwechslung findet sie nur gelegentlich im kleinen elitären Freundeskreis, wo man über die schönen Künste philosophiert. Die junge Bibliothekarin träumt von Veränderung und der großen Liebe.

Benny Söderström (Michael Nyqvist) ist Landwirt - und einsam. Sein Lebensinhalt besteht aus Besuchen am Grab der Eltern und liebevoller Fürsorge um seine 24 Milchkühe. Die sozialen Kontakte beschränken sich aufs Schnäppschen trinken mit dem befreundeten Nachbarspaar und erfolglose Flirt-Ausflüge auf Tanzabenden. Da bleibt ihm in seinem warmen Bauernstübchen nur das Sinnieren über die Liebe.

Der Typ vom Grab nebenan…

Eines Tages will es das Schicksal, dass sich diese beiden Lebens-Solisten auf dem Friedhof begegnen. Ein kleiner Augenblick, in dem sich Blicke finden, ein kurzes Lächeln, das ihr Leben verändert. Eine vergessene Mütze hilft dem Glück der beiden dabei auf die Sprünge. Benny versucht auf seine unbeholfene Art, das Herz der Städterin zu erobern und vergleicht seinen neuen Schwarm mit einer verstorbenen Lieblingskuh. Humor ist wichtig, gerade wenn es funkt. Kleine Momente, die diese nordische Begegnung zweier Mittdreißiger so lebendig machen. Was Ihnen im Wege steht, sind Unsicherheiten, Vorurteile und Karrierepläne. Landluft und Kulturschock für die feinsinnige Städterin, Sushi-Stäbchen und Ikeamöbel für den bodenständigen Landwirt. Zwei Welten prallen aufeinander, die ferner nicht sein könnten. Dennoch sind Sehnsüchte wach geküsst und Leidenschaften geteilt, so ungestüm schön und überraschend, wie nur die Liebe unser Leben kreuzt.

Der Typ vom Grab nebenan (Grabben i graven bredvid) ist die erfolgreiche Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Katarina Mazetti (1998 erschienen, Übersetzung 2001: Der Kerl vom Land) und begeisterte schon über eine Million Schweden. Zwischen Träumen von gebratenen Fleischbällchen, vergessenen Kühen und verpassten Bussen versuchen sich die beiden Liebenden im gemeinsamen Glück. Leicht, humorvoll und romantisch - eine Lovestory mit natürlichem Charme. Man identifiziert sich mit den Ängsten, Hoffnungen und Freuden der Figuren, die so sympathisch sind, weil ihre spontanen Gefühlsausbrüche lebensnah sind.

Der Typ vom Grab nebenan…

Die Darsteller sind keine Hollywood-Beauties, sie strahlen innere Schönheit aus. Elisabet Carlsson gab mit ihrer Rolle als Desiree ihr Leinwanddebüt, Michael Nyqvist ist u.a. bekannt aus Lukas Moodyssons Zusammen (Tillsammans, 2000) und erhielt für seine Rolle als flirtender Landwirt die höchste schwedische Film-Auszeichnung, den Guldbagge-Award. Die Kamera ist unauffällig und beobachtend, schwedischer Popsound verleiht der ländlichen Ruhe Schwung und Atmosphäre. Zwei Menschen haben sich gefunden. Ihr Glück ist trotz der vorhersehbaren Dramaturgie ein schönes, ein Happy-End auf Umwegen.

 

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Kommentare


Martin Z.

Das Originellste an dem Film ist noch der Titel. Gleich zu Anfang geht’s ganz oben ab auf der tränenreichen Emotionsskala los und auf der wird weitergefahren auch wenn es Tempowechsel gibt. So taucht der flotte Bauer Benny (Michael Nyqvist) danach mit anderer musikalischer Untermalung auf. Er spielt den Bauern in seiner tumben Hilflosigkeit, ohne feine Manieren recht passabel. Seine Stärken liegen ja wohl aber beim Schnackseln. Und das tut er auch immer wieder zwischendurch. Sex (ver)bindet halt. Ihn und seine Auserwählte (Elisabeth Carlsson) trennen die üblichen lokalen, kulturellen und intellektuellen Unterschiede. Und dabei ist er gar nicht ihr Typ (sagt sie!) und zickt noch ein bisschen rum. Dann schiebt er noch eine nicht besonders attraktive Ersatzfrau ein, sie einen langhaarigen Blondschopf von den Chippendales und als Benny endlich ’wie im Himmel’ ist, sind wir völlig überrascht… Ja so was! Wer hätte das gedacht! Der Liebesfilm ist anscheinend nicht tot zu kriegen.






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