Der Teufel trägt Prada

Einmal mehr bestätigt sich, dass die Schurken die interessantesten Rollen sind. So glänzt Meryl Streep als herrlich fiese Chefin eines New Yorker Modemagazins in einem Film, der halb Satire und halb Mode-Phantasie ist.

Der Teufel trägt Prada

Böser hätte ein Film über die glitzernde Modewelt wohl nicht ausfallen können als Robert Altmans Satire Prêt-à-Porter (1994). Nach reichlich Sticheleien und Verwirrungen hinter den Kulissen lässt Altman die Models für die abschließende Modeshow ohne jegliche Kleider auftreten. Deutlicher hätte man seine Meinung kaum äußern können, und dementsprechend beleidigt verweigerten zahlreiche Modedesigner ihre Mitarbeit am Projekt. Anders in Der Teufel trägt Prada (The Devil wears Prada, 2006): Während sich die Modewelt am Ende von Prêt-à-Porter hüllenlos präsentiert, geht Der Teufel trägt Prada den umgekehrten Weg und beginnt mit dem Anziehen und Schminken.

Der Film kreist um Andy Sachs (Anne Hathaway), eine junge Frau, die mehr aus Versehen als aus Absicht einen der begehrten Assistenten-Jobs bei Miranda Priestly (Meryl Streep) bekommt – und das obwohl sie von Mode im Grunde keine Ahnung hat. Miranda ist die erfolgreiche Chefredakteurin der New Yorker Fashion-Bibel „Runway“; kühl und unnahbar in ihrer Art fordert sie von ihren Angestellten das Letzte. Wie nicht anders zu erwarten, mausert sich Andy im Verlauf des Films vom schüchternen Mädchen in eine mode- und selbstbewusste junge Frau, für die Designer-Marken wie Donna Karen, Chanel oder Valentino keine Unbekannten mehr darstellen.

Der Teufel trägt Prada

Der Teufel trägt Prada beginnt als bissige Satire im Stile eines Robert Altman. Die Modewelt und besonders die Runway-Redaktion werden als ein hektisches und oberflächliches Universum dargestellt, bevölkert von Modesklaven, die alles für die alljährliche Fashion-Week in Paris geben würden. Parallel zu Andys Anpassung an ihr neues Umfeld wandelt sich jedoch dieses Bild, und besonders ihre Chefin wird in ein neues Licht gerückt. Dass Meryl Streeps Figur der wahrhaftige Teufel ist, daran zweifelt der Film zu Beginn nicht, und passend zum Bild des Satans mit dem Pferdefuß wird Mirandas Auftritt durch eine Großaufnahme von ihren Stöckelschuhen eingeleitet. Mit fortschreitender Handlung wird sie immer mehr zu einer Sympathieträgerin – aus dem Originaltitel The Devil wears Prada wird „Sympathy for the Devil“.

Mit Andys Freude an den Diktaten der Modewelt verschiebt sich jedoch nicht nur die Wahrnehmung bezüglich ihrer Mitarbeiter, sondern was als Satire begonnen hat, verwandelt sich immer mehr in eine Traumjob-Phantasie. Zu Beginn des Films naiv, dann verzaubert von der Modeszene und am Ende am Ziel ihrer Träume – an diesem klassischen Grundschema verändert Der Teufel trägt Prada nichts. Anne Hathaway knüpft dabei an ihre erste große Hauptrolle in Plötzlich Prinzessin (The Princess Diaries, 2001) an, wo sie sich ebenfalls vom unschuldigen Mädchen in eine gestandene junge Frau verwandelte.

Der Teufel trägt Prada

Basierend auf der Romanvorlage von Lauren Weisberger, welche als Assistentin für die berüchtigte „Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour gearbeitet hat, leidet der Film nicht nur unter einer vorhersehbaren Dramaturgie. Trotz einiger gelungener Einfälle, wie dem ersten Auftritt Meryl Streeps, hält sich die visuelle Umsetzung eng an die gängige Fernsehästhetik, und so dominieren überwiegend Nah- und Großaufnahmen. Was jedoch auf dem kleinen Bildschirm gut funktioniert, mutet auf der Leinwand zuweilen etwas schal und langweilig an. Ein Vergleich zu Sex and the City (1998 – 2004) liegt in diesem Zusammenhang besonders nahe, und tatsächlich entstammen neben Regisseur Frankel ebenfalls Kameramann Florian Ballhaus und Kostüm-Designerin Patricia Field dem Sex and the City-Umfeld. Nicht weiter überraschend entspricht das Bild New Yorks – hektisch, trendy und überaus modebewusst – so dem, welches auch in der Serie vermittelt wird. Der Teufel trägt Prada bleibt letztendlich eine leicht verdauliche Kost, in der die Oberflächlichkeit der Geschichte einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Modewelt im Wege steht.

 

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Kommentare


Sandra

EINFACH KLASSE! Viele (u.a. sarkastische) witze, die einfach zum totlachen sind. Ich kann ihn nur empfehlen!


Maren

ich fand ihn flach. die wenigen witze waren schmunzelig aber totlachen kann ich mich da nicht. alles in allem ein filmchen das vor allem modefreaks begeistert. schade dass meryl streep für so was ihr engagement gibt, sie hat besseres verdient.


Caro

Der Film war spannend, lustig,...!!
ich bin total begeistert und ich habe mir den film auch schon mehrere male angesehen!!


Lisa

°°°Ich finde das es ein lustiger Film ist und ich würde ihn sehr weiter empfehlen!°°°






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