Der Pakt - The Covenant
In Der Pakt sehen sich die mysteriösen „Söhne von Ipswich“ mit der Rückkehr einer dunklen Macht konfrontiert. Regisseur Renny Harlin zieht in diesem Fantasy-Thriller alle Register des Fachs – mit nur mäßigem Erfolg.

Der Pakt erzählt die Geschichte einer geheimnisvollen Jungen-Clique um den etwas einsilbigen Caleb (Steven Strait). Die „Söhne von Ipswich“ vereint ein geheimes Vermächtnis: sie sind die Nachfahren archaischer Geschlechter mit magischen Kräften, bei deren Gebrauch sich die Augen gespenstisch schwarz färben. Diese übernatürlichen Fähigkeiten bergen aber auch Gefahren, denn sie sind höchst verführerisch und ihr Einsatz lässt vorzeitig altern. Nun künden rätselhafte Vorkommnisse wie der Mord an einem Mitschüler und grausige Geistererscheinungen, die vor allem Caleb heimsuchen, vom Missbrauch der Kräfte. Bei ihrer Suche nach der Ursache stoßen die vier Halbstarken bald auf ihren neuen Mitschüler Chase (Sebastian Stan), ein Sprössling der verstoßenen Familie aus dem erlesenen Zirkel der „Ipswich Five“. Chase besitzt die gleichen Kräfte und giert nach noch mehr.
Regisseur Renny Harlin hat sich mit geradlinigen Actionspektakeln wie Stirb Langsam (Die Hard 2: Die Harder, 1990) und Horrorfilmen wie Exorzist – Der Anfang (Exorcist – The Beginning, 2004) einen Namen gemacht. In Der Pakt entwickelt er eine Geschichte mit Motiven aus dem Horror- und Fantasy-Fundus und bringt sie im High-School-Milieu unter. Dabei verlässt er sich ganz auf eye candy – also visuelle Reize – und setzt den im Horrorgenre klassischen, wenn auch reichlich abgegrasten Schauplatz des herbstlichen Neuenglands üppig in Szene. Die kühle Bildsprache verbreitet ein dauerhaftes Unbehagen, welches in den finsteren viktorianischen Bauten aus der Kolonialzeit und im unheilvoll umherwirbelnden Laub der Wälder um sich greift.

Auch beim Cast wurde hauptsächlich auf optische Kriterien geachtet. Die neue Mitschülerin Sarah (Laura Ramsey), die sich in den scheuen Caleb verliebt, will etwa wissen, ob es sich bei den „Söhnen von Ipswich“ um eine Boygroup handele. Eine berechtigte Frage, denn in der Tat werden die Jungs ikonographisch zu einer solchen stilisiert, als wären sie aus dem Video einer Gothic-Boygroup entsprungen. Die durchgehend schwarze Kleidung sorgt sogar für ein adäquates „Corporate Design“.
Harlin zeigt sich bemüht, den Film in eine düstere Atmosphäre zu tauchen und bedient sich einer Reihe bekannter Kniffe aus der Gruselkiste: Gewitter (ein sehr beständiges Tiefdruckgebiet, denn es blitzt und donnert den gesamten Film über), Nebelschwaden, bösartige Krabbeltiere und zerberstende Glühbirnen. Dabei versäumt er allerdings, seinem Teenie-Horror-Aufguss etwas Neues beizufügen. Die Szene etwa, in der Sarah in der unheimlichen Internatsdusche von Ängsten befallen wird, ist atmosphärisch zwar gelungen, in Anbetracht der Motive aber nicht sehr originell. Hier wird nicht etwa fantasievoll mit der klassischsten Duschszene der Filmgeschichte gespielt, geschweige denn sich vor ihr verneigt, sondern vielmehr berechnend auf Bewährtes zurückgegriffen.

Das zwanghafte Bemühen um Gruselstimmung kann die grundlegenden Schwächen von Der Pakt nicht wettmachen. So bleibt der zielgruppengerechte Spagat zwischen dem seichten High-School-Plot, in dem sich die vorhersehbare Romanze zwischen Caleb und Sarah entwickelt, und dem dunklen Geheimnis der „Söhne von Ipswich“ recht plump, da die unterschiedlichen Erzählstränge kaum gewinnbringend kombiniert werden. Zudem mangelt es den Figuren an charakterlichem Profil, welches die emotionalen Untiefen gerade der widerstreitenden Hauptfiguren Caleb und Chase erahnen ließe. Sympathien wird sich der Kreis der schönen Geheimniskrämer, die ihre Superkräfte hauptsächlich zu ihrer eigenen Belustigung einsetzen, beim Zuschauer wohl kaum erarbeiten.
Es mag unpassend erscheinen, Mystery-Filme nach ihrer inhaltlichen Stichhaltigkeit zu beurteilen. Der Pakt bemüht sich aber nicht einmal um eine durchdachte Logik. Bei den übernatürlichen Kräften fehlt jeglicher sinngebender Handlungskontext. Im Prolog heißt es lakonisch: „Niemand weiß wirklich woher die Macht kam." Und so richtig weiß denn auch niemand, wozu sie eigentlich gut sein soll. Ebenfalls schleierhaft bleibt, was nun die eigentliche Tücke bei den übernatürlichen Kräften ist: das vorzeitige Altern oder die Suchtgefahr. Die Hauptfigur Caleb scheint jedenfalls von beidem verschont zu bleiben. So verspielt Der Pakt den Aufbau einer tieferen Bedeutungsebene, in dem der Missbrauch von außergewöhnlichen Mächten verhandelt wird. Zum Schluss bleibt der Eindruck einer nicht zu Ende gedachten Story, die weder ein routinierter Regisseur noch standesgemäße Special-Effects über die Zeit retten können.
Filmkritik von Rouben Bathke
Veröffentlicht am 21.12.2006
Kommentare zu Der Pakt - The Covenant
Romaine 03.07.2010 13:44
HAMMMMER geniale geile Film !!!!!
Nur schade dass es keinen 2. Teil gibt =(
Dani 25.10.2010 00:46
Super Film. Könnte noch etwas tiefgreifender sein. Aber toll. Schade, dass es keinen 2. Teil gibt.
Achim 14.11.2010 20:32
Ein paar hübsche "Teenager" machen noch keinen guten Film...Schade, die Story an sich hätte Potential gehabt!
Nicole 30.07.2011 12:33
Finde den Film super...... Bitte einen 2. Teil
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Blog: Berlinale im Dialog

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Film-Angaben
Titel: Der Pakt - The Covenant
Originaltitel: The Covenant
USA 2006
Laufzeit: 97 Minuten
Regie: Renny Harlin
Drehbuch: J.S. Cardone
Produktion: Tom Rosenberg, Gary Lucchesi, J.S. Cardone
Darsteller: Steven Strait, Sebastian Stan, Laura Ramsey, Taylor Kitsch, Toby Hemingway, Jessica Lucas, Chace Crawford
Kinostart: 21.12.2006
DVD-Angaben
Titel: Der Pakt – The Covenant
Vertrieb: Sony Home Entertainment
Bild: 2,35:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Altersfreigabe: ab 16 Jahren
Spieldauer: 93 Minuten
Extras: Audiokommentar mit Regisseur Renny Harlin; Ende des Schweigens: Der Pakt wird durchleuchtet; Verschiedene Trailer
Verleih ab: 24.04.2007
Verkauf ab: 22.05.2007
Copyright Der Pakt - The Covenant
Fotos: © Sony Pictures
BERLINALE 2012

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