Das Streben nach Glück
Gabriele Muccino inszeniert die wahre Geschichte über Fall und Aufstieg Chris Gardners, der sich aus der Armut zum erfolgreichen Börsenmakler hocharbeitet, als wärmespendendes Wintermärchen.

Schon seit geraumer Zeit tourt der reale Chris Gardner durch die Talkshows in Amerika und erzählt seine Lebensgeschichte, die er auch als Buch herausgebracht hat. Die Geschichte eines Schwarzen, der aus prekären Umständen den Aufstieg zum Börsenmakler und schließlich den Multimillionendollarabschluss geschafft hat. Trotz zerbrochener Ehe und obwohl er alleinerziehender Vater war. Der Produzent Mark Clayman war begeistert von der Story, die der Inbegriff des American Dream vom Tellerwäscher zum Millionär ist, warb den Drehbuchautor Steven Conrad, den italienischen Regisseur Gabriele Muccino und ein Team dazu für die Verfilmung an. Chris Gardner selbst war oft am Set und steuerte Anekdoten bei.

Realität und Fiktion treffen nicht nur an dieser Stelle aufeinander. Das Drehbuch setzt seinerseits den Schwerpunkt der Handlung auf den harten Kampf ums tägliche Brot und die doch eher skurrilen Widrigkeiten, die Chris Gardner zu meistern hat, darüber hinaus vor allem aber auf die Beziehung zwischen dem Protagonisten (Will Smith) und seinem fünfjährigen Sohn, nachdem die Mutter beide verlassen hat. Tatsächlich war Chris Gardners Sohn zu jenem Zeitpunkt noch ein Baby. Im Film setzt sich die Verquickung mit der Realität auf der Ebene der Schauspieler fort, denn bei dem kleinen Newcomer, der Sohn Christopher spielt, handelt es sich um Will Smiths eigenen Spross Jaden Christopher Syre, der seinem Vater geradezu die Show stiehlt.

Ebenfalls real sind die Armenviertel und Obdachlosenheime San Franciscos, in denen einige Szenen gedreht wurden. Während Chris Gardner tagsüber den wohlhabendsten Bürgern als unbezahlter Praktikant die Fonds des Finanzdienstleisters Dean Witter verkauft, kann er selbst seine Miete nicht mehr zahlen und muss abends rechtzeitig in der Schlange stehen, um für sich und Christopher im Obdachlosenheim ein Bett zu ergattern. Doch wo dieser Film einen kritischen Blick auf die Spaltung einer Gesellschaft oder auf die schier unendlichen Leiden, die einzelne auf sich nehmen, um Erfolg zu haben, hätte werfen können, entwickelt er eine unausgegorene Mischung aus slapstickartigem Klamauk, der stark anekdotenhafte Erzählelemente trägt, und einem süßlichem Weihnachtsmärchen um die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn, erzählt in Episoden, die immergleich beginnen mit „This part of my life, this little part of my life, is called...“.
Der Vater versucht, seinem Jungen die harte Realität mit phantasievollen Geschichten annehmbarer zu machen – und drängt sie dabei genauso an den Rand der Wahrnehmung, wie der Film es tut. Zwischen all den realen Armen wirken die beiden Smiths dann doch nur wie zwei Schauspieler, die sich wie zufällig hierher verirrt haben. Und nur vorübergehend. Geschönt schwebt über allem so ein Hauch von Wärme, von grenzenlosem Vertrauen, dass am Ende doch nur das Gute siegen kann. Trotz aller Einbrüche kommt daran kaum ein Zweifel auf. Denn auch die Chefs und finanzschweren Kunden sind alle wahre Buddies und freuen sich immer, wenn sie einen netten schwarzen Fondsverkäufer und seinen Sohn am Wochenende in ihre Fankabine zum Footballspiel einladen können. This is America and you are not alone.

Nur punktuell gelingt es Gabriele Muccino, subtile Kritik zu üben. Besonders deutlich tritt dies in der Passage hervor, in der Chris Gardner erreicht, wonach er rund 110 Minuten gestrebt hat: die Festanstellung. „This part of my life, this little part of my life, is called happiness”. Er ist in diesem Moment am Höhepunkt seiner körperlichen und mentalen Erschöpfung angelangt. Die Augen spiegeln all das wider, den Moment des Glücks als Ausdruck der größten Verzweiflung. Einen kurzen Augenblick meint der Zuschauer, nun wird Gardner endlich den Vorgesetzten ins Gesicht springen und ihnen seinen Kummer ins Gesicht schreien. Doch nichts geschieht. Der Moment verpufft. Der Film schließt mit harmonischen Vater-Sohn-Bildern und dem Multimillionendollarabschluss zwanzig Jahre später im Abspann. Der enorme Zeitsprung von den achtziger Jahren der Handlung bis zu dem Erfolgsjahr 2006 lässt einen langen, mühsamen Weg der Arbeit zu leicht zusammenschnurren. Die Dream Factory hat sich durchgesetzt.
Filmkritik von Claudia Wente
Veröffentlicht am 16.01.2007
Kommentare zu Das Streben nach Glück
Lena 23.01.2007 22:03
na super, jetzt wurde der schluss des filmes auf dieser seite verraten! DANKE!"
saublöd!
Andreas 24.01.2007 00:31
einer der BESTEN filme aller zeiten. jeder der den film dumm findet hat aufgehört zu träumen oder ist neidisch.
seht ihn euch an, will smith spielt überragend!
Christiane 29.01.2007 22:21
Wie kann man nur so eine schlechte und belastete Kritik schreiben?
Belkiz 08.02.2007 16:22
Diese Kritik ist einfach eine Frechheit!! Der Film war absolut reell. Die verzweifelte Situation von Chris Gardner sprang auf mich über. Ich kann jedem diesen Film ans Herz legen.
Sandy 10.02.2007 23:40
Wer immer diese Kritik geschrieben hat, düfte den Film nicht richtig gesehen haben?! Der Film war echt spitzenklasse und ist jedem zu empfehlen. Ich war anfangs skeptisch, wie Will Smith denn wohl in so einem gefühlvollen Film auftreten wird, aber er hat mich total begeistert!!! Ein echt toller Film!! Absoulut sehenswert!
Frau Feli 29.03.2007 18:10
Kann das sein, dass wir es hier mit einer klassischen Hollywood- Schmonzette zu tun haben, die auch entsprechend besprochen werden darf?! Macht mal nen Punkt.Und der Schluß ist ja ziemlich voraussehbar, denke ich. Schnulzen mag man oder nicht, aber warum sollte man unbedingt was besseres daraus machen, vor allem in einer Kritikk. Versteh ich nicht. Sagt Frau Feli.
Petra 26.05.2007 23:21
Jeder der in seinem Leben nach Zielen strebt, der Werte hat und nach diesen Werten lebt.Jeder der mehr möchte, als ein resignierender Teil der Mitnehmergesellschaft zu sein, sollte diesen Film zur Entwicklung seiner Persönlichkeit nutzen.Denn er zeigt den Willen und die Einstellung alles zu schaffen, wenn man weis was man will und bereit ist den Preis dafür zu zahlen. Liebe Frau Wente- ich hoffe Sie werden irgendwann in ihrem Leben einen Moment der Glückseligkeit empfinden durch das was Sie selber geleistet haben. Und dann..... dann werden Sie auch diesen Film verstehen.
Liebe Grüße von Menschen, die in den Genuß der Glückseligkeit gekommen sind unbeschreiblich emotionale Momente, die man nur als leistungsbereiter Mensch bewerten kann!!!!!)!
Ina 22.06.2007 15:31
Man kann ja seine eigene Meinung haben, doch dieser Film spielt nach einer wahren Begebenheit und kommt absolut reel rüber, deswegen versteh ich nicht wie man nur so eine Kritik schreiben kann. Mich persönlich hat dieser Film sehr zum Nachdenken angeregt und vielleicht...irgendwann werden Sie es auch nachvollziehen können.Ich empfehle jedem diesen fantastischen Film weiter!!!
Alyssa 06.07.2007 11:53
Ich musste richtig anfangen zu weinen als ich denn film gesehen habe.Ich habe richtig mit chris garner mitgefühlt.Er ist ein sehr starker mann.Und ich bewundere ihn wirklich.Er giebt andere menschen die in seine lange wahr kraft.Und er gibt den Menschen hoffnung das jeder es schafen kann erfolg zu haben.Ich kann den film echt empfehlen.Alyssa
live fast die young 07.09.2007 01:27
Zitat Frau Feli
"Und der Schluß ist ja ziemlich voraussehbar, denke ich"
wow, ein denker!!! das is eine wahre begebenheit und das der man später reich wird ist wohl auch jedem bewusst!!! leute die an so einem film kritik ausüben haben die botschaft die so ein film mit sich bringt nicht verstanden.
es geht nicht nur darum das der mann schwierigkeiten im leben hat und sie versucht zu überwinden, der mann geht über seine grenzen hinaus und das nicht nur wegen einem roten ferrari, er will seinem sohn ein besseres leben schenken als das, was er hatte. Chris Gardner ist ein adoptivkind und will für seinen sohn immer da sein.
wer natürlich jetzt einen action film von W. Smith erwartet ala Bad Boys wird enttäuscht sein (aber das ist ja wohl jedem bewusst das es kein action film ist).
wer im moment irgendwelche ziele verfolgt und denkt er schafft es nicht, sollte sich diesen film angucken und mal überlegen warum er ziele hat und warum er daran arbeiten muss. mich hat es voll inspiriert und ich hoffe jeden anderen auch.
"Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen"
hannah 13.01.2008 15:51
Dieser Film ist so schööööööön!!!
Und der kleine Junge ist so süß!!!ich liebe diesen film!!
mocanic 12.02.2008 18:34
der film ist der hammer.
und wollt gern mal wissen wie dei titel musik von dem film heißt ???
Claire 08.08.2010 23:14
Wie kann man so eine Kritik schreiben??!! DAS ist einer der BESTEN filme, die ich je gesehen habe!! Und für diejenigen, die den film noch nicht gesehen haben, und es vorhaben: LEST ES NICHT!! ES VERRÄT DIE GANZE GESCHICHTE!!!!! Ich liebe diesen film, und ich hoffe, das die, die die Kritik geschrieben hat, sich den film nochmals genau durch den kopf gehen lässt. Das Streben nach Glück- 4-EVER!!!!! <3<3<3
nina 28.05.2011 23:16
genau der artikel den ich gesucht habe! wollte wissen, ob wirklich alles der wirklichkeit entspricht... natürlich ist der film super, aber eben hollywood.. wenn es nur fiktion wäre... finde es nur schade, wenn ein film "der auf einer wahren gegebenheit beruht" zu sehr von der realität abweicht... und darum finde ich diese kritik super! da kann ich mir dann ein besseres bild davon machen und den film nach wie vor lieben :-)
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Blog: Berlinale im Dialog

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Film-Angaben
Titel: Das Streben nach Glück
Originaltitel: The Pursuit of Happyness
USA 2006
Laufzeit: 118 Minuten
Regie: Gabriele Muccino
Drehbuch: Steven Conrad
Produktion: Todd Black, Jason Blumenthal, Steve Tisch, James Lassiter
Darsteller: Will Smith, Thandie Newton, Jaden Christopher Syre Smith, Kurt Fuller, Brian Howe, Dan Castellaneta, Kevin West
Kinostart: 18.01.2007
DVD-Angaben
Titel: Das Streben nach Glück
Vertrieb: Sony Home Entertainment
Bild: 2,40:1, 16:9
Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Altersfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Spieldauer: 113 Minuten
Extras: Audiokommentar mit Regisseur Gabriele Muccino; Ein Italiener stellt sich Dem „Amerikanischen Traum“; Vater & Sohn: Im Film und Privat; Der Mann hinter der Geschichte: Im Gespräch Mit Chris Gardner; Faszination - Zauberwürfel (Rubik’S® Cube); „I Can“ Musik-Performance
Verleih ab: 22.05.2007
Verkauf ab: 22.05.2007
Copyright Das Streben nach Glück
Fotos: © Sony Pictures
BERLINALE 2012

Unser Special zur Berlinale 2012 - mit Kritiken, Empfehlungen und Trailern. www.critic.de/berlinale/
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