Das Beste kommt zum Schluss

In Rob Reiners neuester Komödie wollen zwei rüstige Krebspatienten vor ihrem Ableben noch einige Jugendträume verwirklichen.

Das Beste kommt zum Schluss

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Rob Reiner zählt zweifellos zu den bekanntesten und erfolgreichsten Regisseuren Hollywoods. Seinen Namen verbindet man weniger mit einem eigenen filmischen Stil, als mit solider Unterhaltung. So finden sich in Reiners Filmografie sehr unterschiedliche Genres: Thriller und Dramen ebenso wie zahlreiche romantische Komödien. Auch wenn es sich bei vielen seiner Filme um etwas verkitschtes und belangloses Mainstreamkino handelt, gibt es doch einige Überraschungen. Mit Harry und Sally (When Harry Met Sally..., 1989) landete Reiner nicht nur einen enormen kommerziellen Erfolg, sondern lieferte auch die Grundlage für eine bis heute andauernde Welle an Beziehungskomödien. Seine beiden eindringlichen Stephen King-Verfilmungen, das Jugenddrama Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers (Stand by Me, 1986) und der Thriller Misery (1990) zählen wohl zu Reiners überzeugendsten Arbeiten.

Mit seinem neuesten Film Das Beste kommt zum Schluss (The Bucket List) nimmt sich Reiner wieder jenem Genre an, auf dessen Gebiet er am versiertesten ist: Der Komödie. Ausgangsort ist ein Krankenhauszimmer, das sich der Millionär Edward (Jack Nicholson) und der Automechaniker Carter (Morgan Freeman) teilen müssen. Die unterschiedlichen sozialen Schichten, aus denen die beiden Männer stammen, stehen gleichzeitig für zwei verschiedene Lebensentwürfe. Während sich der wohlhabende Edward mit seiner Familie verkracht hat und alleine lebt, verfügt Carter zwar nicht über Edwards Finanzen, kann aber auf den Rückhalt einer harmonischen Großfamilie zählen. Abgesehen von diesen Gegensätzen, teilen beide jedoch dasselbe Schicksal: Sie leiden an Krebs und haben nur noch wenige Monate zu leben. Nachdem die beiden eine Liste erstellt haben, auf der alle Dinge versammelt sind, die sie vor ihrem Tod noch unternehmen wollen, machen sie sich mit Edwards Privatjet auf zu einer abenteuerlichen Weltreise.

Das Beste kommt zum Schluss

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Wie die Geschichte vermuten lässt, handelt es sich hier um ein klassisches Buddy Movie, in dem die Freundschaft zweier Männer im Vordergrund steht. Dabei konzentriert sich der Film nicht nur auf die extremen Gegensätze zwischen den beiden Figuren, sondern zieht sein komödiantisches Potential vor allem daraus, dass er ältere Männer zeigt, die sich wie Teenager benehmen. Dieses Konzept wurde schon in Cocoon (1985) oder Ein verrücktes Paar (Grumpy Old Men, 1993) verwendet und lässt sich gut für einige Gags verwenden, hat aber nicht genügend Potential um einen ganzen Film zu tragen. Gerade als Komödie ist Das Beste kommt zum Schluss enttäuschend, weil er über ein paar abgestandene Witze nicht hinaus kommt. All das hat man von Reiner schon einmal besser gesehen.

Der Film setzt jedoch nicht ausschließlich auf Situationskomik, sondern schlägt mitunter auch ernstere Töne an. Immerhin geht es hier um zwei Krebspatienten, die auf den herannahenden Tod warten. Es hätte durchaus interessant werden können, wenn sich der Film auch in den ernsten Momenten noch den Galgenhumor der ersten Szenen hätte bewahren können. Stattdessen greift Reiner in gefühlvollen Situationen lieber zu einem Übermaß an Pathos.

Das Beste kommt zum Schluss

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Man könnte meinen, dass wenigstens die Schauspieler noch für einige Glanzmomente sorgen. Doch besonders Jack Nicholson scheint mittlerweile das gleiche Schicksal ereilt zu haben wie seinen Kollegen Robert DeNiro: Auch wenn er immer mal wieder in anderen Rollen zu sehen ist, legt man ihn gerne auf dieselbe Figur fest. Die Darstellung des arroganten Widerlings, der einen gewissen Charme besitzt, hat man fast identisch schon einmal in Filmen wie Besser geht’s nicht (As Good as It Gets, 1997) oder Was das Herz begehrt (Something’s Gotta Give, 2003) gesehen. Hier zeigt er nur noch sein Repertoire an zum Markenzeichen gewordener Mimik und Gestik, hat aber darüber hinaus nicht viel mehr zu bieten.

So wirkt Das Beste kommt zum Schluss gleich in mehrerlei Hinsicht wie etwas Altes, das lieblos recycelt wurde. Schließlich waren alle Beteiligten schon einmal in besserer Form. Und das hat jetzt nichts mit ihrem Alter zu tun.

Filmkritik von Michael Kienzl

Veröffentlicht am 05.02.2008

Kommentare zu Das Beste kommt zum Schluss

Marc W, 03.08.2008 03:08

kann die kritik nicht verstehen.

ein inspirierender film, der manch einen über sein leben nachdenken lässt.

mit abstand der beste film in diesem jahr!

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Im TV

Mi 22.02.2012, 20:15 Uhr, Kabel Eins

Nacht von Mi auf Do, 22.02-23.02.2012, 00:35 Uhr, Kabel Eins

 

DVD von Das Beste kommt zum Schluss

 

Blog: Berlinale im Dialog

Berlinale im Dialog

Verfolgen Sie das Festivalgeschehen der Berlinale auch im deutsch-französischen Berlinale-Blog des DFJW auf critic.de/berlinale-im-dialog

 
 

Film-Angaben

Titel: Das Beste kommt zum Schluss

Originaltitel: The Bucket List

USA 2007

Laufzeit: 97 Minuten

 

Regie: Rob Reiner

Drehbuch: Justin Zackham

Produktion: Rob Reiner, Craig Zadan, Neil Meron, Alan Greisman

Darsteller: Jack Nicholson, Morgan Freeman, Sean Hayes, Beverly Todd, Rob Morrow, Alfonso Freeman, Rowena King, Jennifer Defrancisco

 

Kinostart: 24.01.2008

 

DVD-Angaben

Titel: Das Beste kommt zum Schluß

Vertrieb: Warner Home Video

Bild: 1,78:1, 16:9

Sprache(n): Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch

Altersfreigabe: ohne Altersbeschränkung

Spieldauer: 93 Minuten

 

Extras: Music Video: John Mayer „Say“

 

Verleih ab: 30.05.2008

Verkauf ab: 30.05.2008

 

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Copyright Das Beste kommt zum Schluss

Fotos: © Warner Bros.

 

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