Dance Flick

Nach der Scary Movie-Reihe nehmen die Wayans-Brüder in Dance Flick nach bewährtem Schema Tanzfilme und Musicals aufs Korn.

Dance Flick

Spoof-Komödien, also Filme, die sich über andere Filme lustig machen, scheinen nach wie vor ein profitables Geschäft zu sein. Nur so lässt sich erklären, dass die Produktion solcher Komödien, die sich meist an einem spezifischen Genre abarbeiten, kein Ende nimmt. So gab es in den letzten Jahren etwa Parodien auf Horror- (Scary Movie 1-4, 2000-2006), Superhelden- (Superhero Movie, 2008) und Fantasyfilme (Fantastic Movie, Epic Movie, 2007). Mit Another Gay Movie (2006) gab es sogar eine Spoof-Komödie, die auf ein Nischenpublikum zugeschnitten war. In Dance Flick, wie die Scary Movie-Reihe eine Familienproduktion der Waynan Brothers, geht es mit Musicals und Tanzfilmen nun einem bislang noch weitgehend verschont gebliebenen Genre an den Kragen.

Die Handlung von Save the last Dance (2001) dient als narratives Grundgerüst, das die nummernhaften Gags zusammenhält: Das weiße Mädchen Megan hängt nach dem Tod der Mutter ihre Ballettkarriere an den Nagel, geht auf eine überwiegend von Schwarzen besuchte Schule und bekommt dort von einem attraktiven Mitschüler Hip-Hop näher gebracht. Neben Anspielungen auf bekannte Genrebeiträge wie Street Style (2004), Step Up (2006) oder Hairspray (1988/2007) und Kalauern für ein popkulturell geschultes Publikum – beispielsweise stürzt ein junger Ray Charles an seinem ersten Schultag in einen Gulli – versammelt der Film auch ein breites Spektrum an Klischees. Neben ethnischen Stereotypen treten unter anderem ein tuntiger Musical-Schüler, eine magersüchtige Balletttänzerin und ein übergewichtiger Gangsterboss auf.

Dance Flick

Durch den Angriff auf erfolgreiche Filme, aber auch seinen politisch inkorrekten Umgang mit sozialen Themen – eine junge, schwarze Mutter hängt ihren Sohn während des Unterrichts in den Spind – besitzt Dance Flick durchaus subversives  Potenzial. Mit seiner antiintellektuellen Haltung zelebriert der Film einen Humor, der sich vor allem dadurch auszeichnet, besonders platt und anzüglich zu sein. Einige Ideen, wie ein Musical über den Unfalltod von Megans Mutter oder eine Tanzlehrerin mit einer beatboxenden Vagina, sind derart absurd, dass man ihnen einen gewissen Witz nicht absprechen kann. Solche Momente gehen jedoch in der Flut infantiler und mäßig lustiger Kalauer unter.

Mit seinem inflationären Einsatz an Gags versucht der Film auf geradezu aufdringliche Weise lustig zu sein. Schon nach kurzer Zeit verliert er an Schwung, weil jede Szene nach demselben Prinzip funktioniert: Der übliche Verlauf einer bekannten Filmszene wird entweder in sein Gegenteil verkehrt oder maßlos übertrieben. So wird der Bruch mit der Erwartungshaltung, aus dem Dance Flick sein komödiantisches Potenzial schöpft, schnell zur überstrapazierten Masche.

Dance Flick

Natürlich will ein solcher Film gar nicht mehr bieten als kurzweilige und geistlose Unterhaltung. Der Umstand, dass er sich vor allem auf aktuelle Filme bezieht – Anspielungen auf Klassiker wie Flashdance (1983) befinden sich deutlich in der Unterzahl –, verrät nicht nur etwas über das niedrige Alter seiner Zielgruppe, sondern auch, wie sehr er an aktuelle Modeerscheinungen gekoppelt ist. Dance Flick lässt sich somit als cineastisches Fast Food bezeichnen: Er befriedigt zwar Grundbedürfnisse, ist aber von niederer Qualität.

Kommentare


Henker

Das is ja mal nett ausgedrückt hier Das war die erste Sneak die ich vorzeitig verlassen habe. Selten so einen schlechten Film gesehen!


Bruce Lee

Muss denn Film auch als schlecht bezeichenen. Sogar die beiden Wayanes Brüder können diesen Film auch nicht mehr ins gute Rücken. Bissen würd getanzt. Viele von anderen Filmen abgeguckt und einfach blöd dargestellt. Und raus kommt wieder ein bescheurter Film der versucht Witzig zu sein.






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