Dan - Mitten im Leben!

Steve Carell zeigt sich in dieser romantischen Komödie wieder einmal in seiner Rolle als sympathischer Vierziger mit Witz. Sein Glück nimmt die Form von Juliette Binoche und drei frechen Töchtern an.

Dan - Mitten im Leben!

Dan Burns (Steve Carell) ist ein vorbildlicher Vater. Noch bevor der Morgen graut, hat er bereits eine seiner Kolumnen getippt, das Frühstück vorbereitet und die Wäsche seiner drei Töchter sortiert. Er ist nach dem Tod seiner Frau allein erziehender Vater und kommt damit zwar äußerlich gut zurecht, schon bald wird aber deutlich, dass er es nur bedingt versteht, seinen Töchtern – die älteren beiden pubertieren heftig – die Freiräume zu geben, die sie brauchen. Die eine darf nicht einmal probeweise ans Steuer seines Autos, und die andere ist frisch und Hals über Kopf verliebt, nach Dans Meinung aber noch viel zu jung für einen Freund.

Der Witz besteht darin, dass der Mann Kolumnen schreibt, in denen er anderen Eltern darin Rat erteilt, wie sie mit ihren Teenagerkindern umgehen sollen. Die komischen Differenzen, die sich aus lebensklugen Kolumnen und ihrer praktischen Durchführbarkeit ergeben könnten, werden aber in Dan – Mitten im Leben! kaum angedeutet. Stattdessen schlägt der Film rasch den Pfad einer romantic comedy ein, in der die Töchter und ihre Erziehung zur rein ausschmückenden Nebenhandlung werden.

Dan - Mitten im Leben!

Dan verliebt sich nämlich – zum ersten Mal seit langer Zeit – in Marie (Juliette Binoche), die ihm alsbald auf einem großen Familientreffen bei seinen Eltern als neue Freundin seines Bruders Mitch (Dane Cook) vorgestellt wird. Die ganze Familie wohnt unter einem Dach, und so bleiben natürlich allerlei Verwirrungen nicht aus, zumal Marie und Dan ihre Gefühle füreinander nur mit Mühe vor sich und den anderen verbergen können.

Ein solches Setup bietet genug Möglichkeiten für Missverständnisse, Slapstick und mal mehr, mal weniger gelungenen schrägen Humor: Dan klettert auf der Flucht vor seiner Tochter aufs Dach und stürzt in die Rabatten; und seine Familie versucht, den armen Witwer mit einer Highschoolbekanntschaft (Emily Blunt) zu verkuppeln.

Dan - Mitten im Leben!

Solche Szenen sind nur sehr begrenzt komisch. Wahrscheinlich liegt es vor allem an den beiden Hauptdarstellern Carell und Binoche, dass Peter Hedges, der mit Pieces of April (2003) bereits einen sehr schönen und ungewöhnlichen Familienfilm gemacht hat, trotz allem eine zwar überraschungsfreie, aber solide Komödie gelungen ist. Carell und Binoche bringen die inneren Kämpfe ihrer Figuren ohne Übertreibung zum Vorschein; bei Carells Figur fragt man sich allerdings, wie schon bei seinem Protagonisten aus Jungfrau (40), männlich, sucht ... (The 40 Year-Old Virgin, 2005), ob diese sympathische und witzige Person wirklich lange einsam bleiben würde.

Aber das sind so die Ungereimtheiten, mit denen man bei einem Film von stereotyper Struktur und mit zwingend erforderlichem Happy End gut leben kann. Solche Familienfilme gibt es im Dutzend billiger: Die Familie Stone (The Family Stone, 2005) ist nur ein Beispiel, bei dem die Ähnlichkeit besonders groß ist – außer dass der Termin dort zu Weihnachten liegt und der Film auch noch einen süßlich-tragischen Unterton enthält. Dan – Mitten im Leben! endet in reinem Wohlfühlschmalz: Natürlich dürfen die Töchter den Freund treffen und Auto fahren. Und alles wird gut.

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Kommentare


Martin Z.

Einer der zahllosen Filme über ein Familientreffen. Dabei wird kein amerikanisches Cliché ausgelassen. Alles landesübliche was man sich nur vorstellen kann wird bemüht: es gibt u.a. Pancake, Pantomime, American Football, Bowling u. v. a.
Allein erziehende Väter, pubertierende Töchter, verständnisvolle Großeltern. Das peinlich vorhersehbare Happy End, auf das der Streifen wohl aufgebaut ist, bahnt sich über aufgesetzte Komik und flache Dialoge an. Für die Emotionen muss Juliette Binoche tränenreich herhalten. Hat diese tolle Schauspielerin nichts Besseres zu tun als hier geschwurbelte Gefühlsduselei zu betreiben? Bei den etwas in die Länge gezogenen Gesangseinlagen oder der rhythmischen Frühgymnastik kann man dem Drang nicht widerstehen die Vorlauftaste zu drücken. Dass Regisseur Peter Hedges es besser kann, hat er bewiesen. Hier handelt es sich wohl um einen lauwarmen Nachzieher, aber der hier hat Flasche mehr als leer.






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