Crank

Red Bull verleiht Flügel. Chev Chelios braucht die dringend, denn er ist auf geradem Weg in die Hölle - ein Fiesling hat dem Killer ein tödliches Serum verabreicht. Nun aber schnell noch ein paar Autos zu Schrott fahren…

Crank

Dietrich Matteschitz ist wohl einer der berühmtesten Österreicher weltweit. Seit einigen Jahren hält der Milliardär sich den Fußballclub Salzburg, neuerdings von Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus betreut, benannt nach dem Getränk, das Matteschitz’ Reichtum begründete: Red Bull. Dieser isotonische Drink hat sich dank eines perfekten Marketings fast allein an der Spitze der Sportgetränke etabliert – wer erinnert sich heute noch an Isostar? Und welches andere Traubenzuckerflüssigmittel wird einem in Clubs als Longdrinkhälfte angeboten?

Chev Chelios (Jason Statham) jedenfalls schüttet jede Menge des taurinhaltigen, in Frankreich, Dänemark, Finnland und Norwegen verbotenen Getränks in sich hinein. Nicht nur das – er nimmt schlichtweg alles zu sich, was als aufputschend gilt, Kokain und Nasenspray inbegriffen. Kein Wunder, droht er doch wegen eines tödlichen Serums ständig einzuschlafen – für immer. So rast er nun also durch die Stadt, um an ein Antiserum zu kommen und nebenbei die Drahtzieher des Anschlages zu liquidieren. Jason Statham spielt hier, wie schon in Guy Ritchies Revolver (2005), einen Mann, der weiß, dass er bald sterben muss. Diesmal entspricht die ihm verbleibende Zeit von gut einer Stunde in etwa der reinen Filmhandlung ohne Abspann. Doch dieser Realtime-Effekt wird von den Regisseuren genauso wenig genutzt, wie einige andere durchaus interessante Ideen ihres eigenen, auf diesem klassischen Plot basierenden Drehbuchs.

Crank

Selbstverständlich muss sich Amy Smart als naiv-dämliche Gangsterschnitte ohne blassen Schimmer vom Broterwerb ihres Liebsten auch in analen und oralen Fertigkeiten ergehen, um dessen Herzblut in Wallung zu bringen. Doch besagte Szenen verfügen weder über Witz, noch über Erotik. Witzig sein heißt hier, dass sich Chev als Patient tarnt – und zwar so gut, dass er vorher die Unterhose auszieht, damit man in der folgenden Verfolgungsjagd immer und immer wieder seinen blanken Hintern sehen kann.

Neveldine und Taylor haben einen von Fernsehsoap- und Computerspielformaten inspirierten Film gedreht, in dem es keine Spannungskurven mehr gibt. Die narrative Anordnung ist klar, und von nun an wollen sie aufs Tempo drücken, wie Chev auf das Gaspedal seines stylischen Wagens, immer wieder in Untersicht gefilmt. Doch eigentlich ergehen sie sich in einer furchtbar altmodischen Erzählweise, die sich brüstet und plustert, ohne auch nur irgendetwas illustrieren zu können. Der Einfallsreichtum in Sachen Mise en scène und Bildsprache ist steinzeitlich.

Da Interviews von Matthäus und Trappattoni unterhaltsamer sind als Crank, ist es den Filmemachern so wohl noch nicht einmal gelungen, sich für einen Red-Bull-Werbespot zu empfehlen.

 

Kommentare


ö.ö

ich freu mich schon richtig auf den film ö.ö


Dennis

Einfach nur "krank" ;)
Im Kino lachten sich manche fast zu tode. Zum Teil sinnlos brutal, aber dennoch urkomisch.


critic Leser

Sehr geehrter Herr Keilholz,

ich hoffe, das auch Sie Kritik vertragen, da dies meiner Meinung nach schon die zweite völlig verrissene Kritik zu einem Film aus ihrer "Feder" ist, die ich auf der critic Seite lesen konnte. Vielleciht würde es helfen, sich einfach einmal entspannt aufs Sofa zu setzen, ein Bier zu trinken und diesen Film nicht bis ins letzte Detail zu analysieren, sondern einfach nur anzusehen und Spass an diesem "Popkornmovie" zu haben. Crank ist ganz sicher kein großes Kino und manch intellektueller Feingeist wird dem Film nur wenig abgewinnen können, doch zum Zwecke der Unterhaltung ist jeder Cent für diesen Film gut angelegt. Ich habe mich köstlich amüsiert und konnte auch aus anderen Kritiken erkennen, daß ich definitiv nicht allein dieser Meinung bin. Übrigens: die von ihnen angeprangerte "Bildsprache" ist beabsichtigt und vollends gelungen. MFG, ein critic Leser


heibster

Der Film ist sehr unterhaltend! Ich kann ihn nur weiter empfehlen.
Die miese Kritik allerdings ist unverständlich. Aber wir sind ja zum Glück ein freies Land und so können auch die "Alles-Mies-Macher" ihre Meinung unters Volk bringen. 90% der Leute hören eh nicht auf Kritiker:-)


A

Immer diese verbitterten Filmkritiker...


michweck

ich hab ihn 5 minuten gesehen und hab mich gefragt wann der aufhört so extrem zu geil zu sein.... ich hab vergebens gewartet. und ich bin nicht enttäuscht worden. einer der besten filme die es gibt! kann ihn nur weiterempfehlen genau so wie die kommentare, die man sich merken sollte!


norbert

kann mir jemand sagen was das für ein auto ist...das crank gefahren wird?

danke norbert


Kratos

Lieber critic Leser(noreply@web.de) ich selbst habe die Angewohnheit jeden Film bis ins kleinste Detail zu analysieren. Und ich durfte mir auch schon von einigen Bekanten, Freunden und Verwandten anhören ich währe ein intelektueller Schöngeist oder Feingeist. Und auch ich konnte diesem Film einiges an spaß abgewinnen.

Lieber Herr Keilholz
beim lesen ihrer Kritik musste ich mich leider fragen mit welcher Berechtigung sie sich Kritiker nennen dürfen. Als Kritiker hat man die Pflicht eine zu kritisierende angelegenheit neutral zu betrachten, doch wo bleibt bei ihnen die Objektivität? In ihrem Artikel ziehen sie nur über den Film her und werben nebennei noch für Red Bull. Mag ja sein dass der Film nicht unbedingt ihr Ding war schön und gut aber dennoch sollten sie sich darauf konzentrieren den Film den Leuten in Sachen Pro und Kontra zu erklären, und nicht einfach nur irgendwelche Eindrücke zu schreiben die nunmal leider vollkomen subjektiv und keinesfalls objektiv sind. Vieleicht sollten sie sich überlegen sich aus dem Kritikgewerbe zurückzuziehen, und lieber in die Werbebranche einsteigen. MfG


MoeDaHool

...und wieder einmal eine völlig verkrampfte S.Keilholz-Kritik^^
Ich muss zugeben, mich interessieren schon länger nicht mehr die intellektuell-schwulstigen Kritiken so mancher "Kritiker", sondern eher die Kommentare des "einfachen" Publikums.

Zum Film: Extrem unterhaltsames Popcornmovie. Nur leider zu kurz. Die Szene, in der das Ephidrin einsetzt, und Stathman zu Oi-Skin -Pogomucke im Stakkato durch die Straßen läuft, hat bei mir eine Lachorgie ausgelöst, wie selten zuvor.


wizud

Stimme voll und ganz der Kritik zu. Wer sich diesen Film vergnügt reinzieht, der ist eben wahrscheinlich einfach gestrickt: ständig nur Rumgeballer, schlechte Witze und eine Quasi-Vergewaltigungsszene mit schön zotiger Pointe, bei der man unbeschwert lachen können soll? Der Drehbuchautor hat sie nicht alle...

Ich habe im ganzen Internet sämtliche Hurra-Kommentare zu diesem Machwerk gefunden, natürlich wird das umworbene Wirtschafts-produkt Film von den kommerziell geleiteten Websites schön gepusht - XXX.

Nur mal als Gegenbeispiel: es gibt zahlreiche gelungene Actionfilme, die auch keinen "intellektuellen Geist" besitzen, dessen Fehlen manche hier als Grund der Kritik auszumachen scheinen. Die Stirb-langsam-Reihe ist so ein Beispiel, Lethal Weapon oder meinetwegen auch die Transporter-Filme.
All diese Beispiele zeigen, daß Action und Spannung zwischendurch Verschnaufpausen brauchen; es kann nicht permanent Explosion auf Explosion folgen.

Aber vielleicht sind diese Ansichten ja reine Verklemmung...
XXX






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