Cop Out

Cop Out konzentriert sich bei aller Ideenlosigkeit so verzweifelt auf die Leinwandvergangenheit seines Hauptdarstellers, dass der vor lauter Scham fast zu spielen vergisst.

Cop Out

Wie sehr wünscht man sich, dass Bruce Willis den John McClane mimt und einmal richtig aufräumt in Cop Out - Geladen und Entsichert. Nicht nur seiner Knallcharge von Partner (Tracy Morgan), sondern auch den Leuten in den Departments Produktion, Drehbuch und Regie gehören nämlich die Leviten gelesen für dieses nervenaufreibende Stückwerk.

Regisseur Kevin Smith wollte unbedingt zurück in die späten Achtziger, die frühen Neunziger: ein schwüler Synthie-Soundtrack, saftig übersteuerte Farben, mexikanische Drogengangster samt Kirchen und Kruzifixen, die Buddy Cops mit ihrer Hassliebe und den Spielchen Guter Bulle-Böser Bulle. Doch das geht einfach von Anfang an vollkommen schief. Da feuern die Beastie Boys aus den Boxen, und die wussten schon damals im Video zu „Sabotage“, wie man sich ordentlich über dieses Genre lustig macht. Aber Smith schafft einfach keine echte Persiflage. Stattdessen dröhnt jeder sexistische Gag, jedes rassistische Sprüchlein, jeder verhunzte Moment der Intimität von einem lauen, lauten Scheitern, das sich über den Zuschauer ergießt wie eine Batterie Neujahrsknaller, bei der jemand vor lauter Geballer die Lichtblitze vergessen hat. Alles an Cop Out wirkt seltsam überspannt, entkernt von Genre und Geschmack, ein Zitatgefüge, das allseitig ins Leere weist.

Cop Out

Die Sehnsüchte nach Nostalgie bei Filmemacher und Zuschauer zielen bei alldem total aneinander vorbei. Man hasst, was hier gemacht wird mit einem vielleicht schäbigen, aber lieb gewonnen Genre, mit einem Charakter, der sich trotz oder gerade wegen seiner altbackenen Machohaftigkeit ins Herz nicht weniger Aggressionssublimierer gefeuert hat. Eine schlüpfrige Buddy-Komödie sollte Cop Out wohl werden, doch man kommt nicht umhin, sich den alten Bruce Willis zurück zu wünschen, der sich bei zuviel Dummheit doch immer auch mit ein paar guten Sprüchen und der losen Faust zu wehren wusste.

Aber selbst solche Träumerei ist uns nicht vergönnt: Erst zitiert Tracy Morgan den „Schweinebacke“- Spruch aus Stirb Langsam (Die Hard, 1988), und dann wird der Film am Ende auch noch auf so unfassbar unnötige Weise gewalttätig, dass man alles möchte, nur keinen ernsthaften Psychopathen in diesem Gemetzel. Auch wenn er hier ganz klar die Karikatur besagten McClanes geben soll, könnte Willis als orientierungsloser Cop Jimmy Monroe nicht weiter entfernt sein von der brachialen Pragmatik, mit der er den Filmbösewichten ehedem einheizte. Zuviel Zögern, zuviel Zaudern, zuviel Leerlauf. Da hilft es auch nicht, dass die Liebe zur Tochter einmal mehr der alleinige Grund seiner Leinwandexistenz ist. So weinerlich wie hier hätte man ihn aber nie gewollt.

Kommentare


filmgucker

niveauvolle filmkritik, viel zu gut für diesen abgeschmackten, nervenden film, nicht anschauen!


Fred Feuerstein

Klasse Film, der sich von anderen positiv abhebt. Seit langer Zeit endlich mal wieder Tränen vor Lachen in den Augen gehabt. Einfach nur köstlich das Duo. Sehr zu empfehlen, 9 von 10 Punkten.


daniel

also bei allem respekt dem kritiker gegenüber... aber was haste dir dabei gedacht? Der Film ist lustig und eine krampfhafte homage an "stirb langsam wäre mehr als unnötig"
Der Film ist gut so wie er ist, man muss ja nicht immer alles in einem film bis aufs kleinste detail auseinander nehmen.
Guckt ihn an IHR werdet LACHEN
lg


Kritikkritiker

Hab mich vor Lachen bei dem Film kaum halten können und ich find es schade dass der hier so runtergemacht wird. Dass der Kritiker hier schon fast beleidigend wirkt ist noch viel schlimmer, denn man sollte nicht vergessen: Kritik muss nicht immer negativ sein - und der Film hat n Lob verdient


Stonemaster

Absolut geistloses Machwerk, sogar der sonst für Bruce Willis in Deutschland eingesetzte Synchronsprecher muss entsetzt abgewinkt haben. Für anspruchslose Bruce Willis Fans vielleicht noch erträglich, alle anderen Finger weg.


Zagr0

Schliesse mich den meisten Stimmen hier an, mehr zum Heulen als zum Lachen.


ein sympathischer psychopath

...allein schon wegen der rolle von dem
Dave (Seann William Scott) lohnt sich der film,
ein wirklich sehr gelungener charakter,
der nicht richtig einzuschätzen ist,
ein sympathischer psychopath
der dann plötzlich wunderbar und banal stirbt,

Tracy Morgan ist auch gut,
mein highlight,
die szene
wo er gerade nachos ist,
während die entführte frau in tränen ihr geschichte erzählt,

es gibt immer wieder solche details,
die sehr schön gemacht sind,
und abweichen von den herkömmlichen mustern,

es gibt aber schon einige lahme stellen,

die kritik von Nino Klingler
ist überzogen und grausam,
und zu sehr in der filmgeschichte verhaftet

das ganze ist zwar kein meisterwerk von kevin smith,
aber für eine dicke produktion schon amüsant,


Rooster Cogburn

Das war neben Surrogates, das mieseste was Bruce Willis in letzter Zeit abgeliefert hat. Noch mehr entäuscht war ich über Kevin Smith! Von dem sind wir als Regisseur weitaus besseres gewohnt. Man denke an solche Perlen wie Dogma, Chasing Amy oder auch Zack and Miri Make a Porno. Die waren komisch! Das hier ist eine unlustige Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten. Die reinste Zeitverschwendung.


Brian

@ein sympathischer psychopath

Danke für das Spoilern!
Wieso wird sowas bitte nicht vom Admin gelöscht? Ich will Kritiken lesen. Nicht wer am Ende des Films stirbt, oder welche Details die besten waren.
Sorry, aber der Typ hat sie nicht mehr alle ...






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