Clerks 2

Zwölf Jahre nach seinem Indie-Hit Clerks – Die Ladenhüter drehte Autor und Regisseur Kevin Smith dessen Fortsetzung. Die zwei Titel gebenden Antihelden der Arbeit sind hierin zwar älter, aber deshalb noch lange nicht reifer, kundenfreundlicher oder politisch korrekter.

Clerks 2

Jemandem, der Sex mit einem Esel – oder „Interspecies Erotica“, wie es hier heißt – als dramatischen Höhepunkt seines neuen Filmes nutzt, kann man kaum vorwerfen, zu sehr den Mainstream zu bedienen. Kevin Smiths letzte Regiearbeit fürs Kino, der weichgespülte Jersey Girl (2004), lieferte allerdings reichlich Anlass für derlei Befürchtungen. In Clerks – Die Ladenhüter (Clerks, 1994) wurde bereits Sex mit einem Toten praktiziert. Die Frage, welche Variante nun der extremere Tabubruch ist, könnte in eine von jenen hitzigen Diskussionen ausarten, wie sie Dante (Brian O’Halloran) und Randal (Jeff Anderson), die Dreißig inzwischen überschritten, heute noch mit genauso viel Enthusiasmus führen wie vor über zehn Jahren.

Da der altbekannte Lebensmittelladen „Quick Groceries“ in der Eröffnungssequenz von Clerks 2 abbrennt, setzen die konstant unmotivierten Verkäufer ihre Kundenbeleidigungen und die brachliegende berufliche Karriere in einem Fast-Food-Laden fort. Dante fühlt sich wieder zwischen zwei Frauen hin- und hergerissen, Randal treibt ihn immer noch an den Rand des Wahnsinns, und auch Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith) üben sich mit ihrem Ghettoblaster in alter Tradition im Abhängen und Teilzeitdealen. Die Dialoge sind ebenso R-Rated und politisch unkorrekt wie in Clerks – Die Ladenhüter, Smiths respektlosem Spielfilmdebüt über die beiden antriebsarmen Twentysomethings aus New Jersey, das in den neunziger Jahren eine Welle von Slacker-Filmen auslöste.

Clerks 2

Obwohl in der Fortsetzung vieles beim Alten geblieben ist, gibt es doch einige Veränderungen. Die offensichtlichste: Smith hat in Farbe, nicht erneut in Schwarzweiß gedreht. Der Vorgänger besaß eine schmuddelige und schlichte ästhetische Rohheit, die zu den derben Wortgefechten der Figuren passte und dem Film Unmittelbarkeit und Direktheit verlieh. Jetzt hat der Autor, Regisseur und Produzent, mit einem wesentlich größeren Budget im Rücken, unter anderem eine aufwendiger gefilmte, dafür im Kontext vollkommen deplatzierte Musical-Nummer eingebaut. Schien der erste Teil erfrischend improvisiert, wirkt der zweite unstimmig inszeniert.

Smith ist in erster Linie ein Dialogschreiber, kein Erzähler. Dies demonstriert die Liebesgeschichte zwischen Dante und seiner Chefin (Rosario Dawson), die viel Handlungsraum einnimmt, dabei aber allzu konventionell und uninspiriert abläuft. Clerks 2 verfügt über eine Reihe von witzigen Schlagabtauschen und Szenen, es mangelt ihm aber insgesamt an Tempo. Während im Original das Lebensmittelgeschäft und die Videothek fast ununterbrochen von schrägen und nervtötenden Kunden heimgesucht wurden, herrscht in dem zentralen Schauplatz der Burger-Bude dagegen eine verhältnismäßig geringe Besucher- und somit Humorfrequenz. Da bildet das eher putzige als anstößige „Interspecies Erotica“ eine willkommene Ausnahme und setzt erstaunlicherweise eins der raren komödiantischen Highlights.

 

Kommentare


Sascha

Wer solch eine 'Filmkritik' schreibt, kann nicht wirklich viel Ahnung von Kevin Smith und seiner Arbeit der letzten 15 Jahre haben. Sorry, Frau Lüdeking, meiner Meinung nach haben Sie die Intention verfehlt. Ein Tipp: Vielleicht noch 'n büschn Recherche betreiben, weshalb der Film genau so wurde, wie er geworden ist (allein die DVD's Clerks X und die kanadische/nordamerikanische Ausgabe der DVD von Clerks II sind wirklich erhellend). - Nicht böse sein -

PS: Hallo, Herr Jaeger, ich hoffe, so geht's. Beste Grüsse.






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